Leverkusener Kamingespräche

Der OGV führt in der Regel alle zwei Monate einen Vortragsabend zu historisch-politischen Themen im Kaminzimmer der Villa Römer durch. An diesen Vortragsabenden unter dem Titel „Leverkusener Kamingespräche“ finden künftig alle begleitenden Vorträge im Rahmen der OGV-Ausstellungen sowie Einzelvorträge und Vorträge im Rahmen von Vortragsreihen statt.

Regeltermin: jeweils erster Mittwoch in einem geraden Monat um 18.30 Uhr
Ort: Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte – Kaminzimmer

Vortragsangebot 2017

2017 werden zwei Einzelvorträge (Februar und Dezember) und die nachfolgenden beiden thematischen Reihen angeboten:

"Angekommen. Leverkusener Integrationsgeschichte/n seit 1945"
Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit der VHS Leverkusen in der Reihe „Stadt- und Regionalgeschichte“

Mittwoch, 5. April 2017: Prof. Dr. Ludger Pries, Wann schaffen die EU und Deutschland das? Die Herausforderungen und Chancen des Flüchtlingsschutzes.

Mittwoch, 3. Mai 2017: Michael D. Gutbier M.A., Angekommen in Leverkusen – 200 Jahre Migration in unsere Stadt.

Mittwoch, 7. Juni 2017: Prof. Dr. Christoph Nonn, Die 'Gastarbeiter' in Deutschland: Historische Erfahrungen mit Zuwanderung.

Mittwoch, 2. August 2017: Podiumsdiskussion „Angekommen. Leverkusener Integrationsgeschichte/n seit 1945“.



"500 Jahre Reformation"
Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit der VHS Leverkusen in der Reihe „Stadt- und Regionalgeschichte“

Dienstag, 19. September 2017: Prof. Dr. Stefan Ehrenpreis, Reformation im Bergischen Land.

Mittwoch, 4. Oktober 2017: Michael D. Gutbier M.A., Evangelisch in Leverkusen - Geschichte der evangelischen Kirchengemeinden im heutigen Stadtgebiet.

Mittwoch, 8. November 2017: Prof. Dr. Volkmar Wittmütz, Reformation und Konfession in bergischen Kirchengemeinden (1550-1610).

im Einzelnen:

Kamingespräch im Juni 2017

Mittwoch, 7. Juni 2017
18:30 Uhr, Vortragssaal des Forums Leverkusen

Prof. Dr. Christoph Nonn, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Die 'Gastarbeiter' in Deutschland: Historische Erfahrungen mit Zuwanderung

im Rahmen der Reihe "Angekommen. Leverkusener Integrationsgeschichte/n seit 1945"

Seit den 1960er Jahren sind Millionen von Menschen aus Mittelmeerländern in Deutschland als billige Arbeitskräfte beschäftigt worden. Viele von ihnen blieben auf Dauer. Die größte Gruppe dieser ehemaligen 'Gastarbeiter' kam aus der Türkei. Sie gilt bis heute als schlecht integriert. Der Vortrag beleuchtet die historischen Hintergründe dieser bisher zahlenmäßig größten Zuwanderung in der Geschichte der Bundesrepublik, und thematisiert auch Erfolge wie Probleme der Eingliederung von Migranten aus der Türkei in den letzten Jahrzehnten.

Entgelt: 5,- EUR

Kamingespräch im August 2017

Mittwoch, 2. August 2017
18:30 Uhr, Villa Römer -Haus der Stadtgeschichte-

Podiumsdiskussion
Angekommen. Leverkusener Integrationsgeschichte/n seit 1945
Moderation: N.N.

im Rahmen der Reihe "Angekommen. Leverkusener Integrationsgeschichte/n seit 1945"

N.N.

zusätzliches Kamingespräch im September 2017

Dienstag, 19. September 2017
19:00 Uhr, Villa Römer -Haus der Stadtgeschichte-

Prof. Dr. Stefan Ehrenpreis, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Reformation im Bergischen Land

im Rahmen der Reihe "500 Jahre Reformation"
sowie der Opladener Gespräche in Kooperation mit dem Bergischen Geschichtsverein Abteilung Leverkusen-Niederwupper e.V.

Im Gegensatz zu zu anderen Regionen Deutschlands hat im Bergischen Land die Lehre Martin Luthers erst nach dessen Tod Wirkungen gezeigt. Dies hängt mit der Religionspolitik der bergischen Herzöge zusammen, die lange einen dritten Weg zwischen den Konfessionen versuchten. Die Entwicklung der bergischen protestantischen Gemeinden erhielt dann ab 1570 durch Zuzug niederländischer Flüchtlinge einen enormen Schub, der sich auch im Raum Leverkusen nachvollziehen lässt. Adel und Bauern an der Niederwupper vollzogen einen Schwenk gegen den Einfluß des Kölner Erzbischofs, allerdings gab es auch Opposition gegen den neuen Glauben, so dass sich eine gespaltene Gesellschaft entwickelte. Mit Ursahcne und Folgen wird sich der Vortrag auseinandersetzen.

Kamingespräch im Oktober 2017

Mittwoch, 4. Oktober 2017
18:30 Uhr, Villa Römer -Haus der Stadtgeschichte-

Michael D. Gutbier M.A.
Evangelisch in Leverkusen - Geschichte der evangelischen Kirchengemeinden im heutigen Stadtgebiet.

im Rahmen der Reihe "500 Jahre Reformation"

In Folge der Reformation wurde im 16. Jahrhundert in einigen der Kirchengemeinden (Neukirchen, Opladen, Bürrig und Schlebusch) im heutigen Stadtgebiet Leverkusens bereits evangelischer Gottesdienst gefeiert. Einzig in Neukirchen blieb die Gemeinde fortan evangelisch während alle anderen Gemeinden zum alten Ritus zurückkehrten. Über 200 Jahre gab es auf dem heutigen Leverkusener Stadtgebiet 6 bzw. 7 katholische und eine evangelische Gemeinde. Die Neukirchener Gemeinde sowie die benachbarte evangelische Kirchengemeinde waren in dieser Zeit Anlaufstelle der Leverkusener Christen im heutigen  Stadtgebiet. Erst die rasante Entwicklung der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts brachte neue evangelische Christen ins heutige Stadtgebiet und erforderte die Gründung neuer evangelischer Gemeinden in Opladen, Schlebusch und Wiesdorf. Die weitere Entwicklung des Stadtgebietes im 20. Jahrhundert und insbesondere die hohe Anzahl von Flüchtlingen und Vertriebenen nach 1945 führte zur weiteren Expansion evangelischer Strukturen in Leverkusen. Diese Entwicklung und die Herausforderungen auf die Gemeinden im 21. Jahrhundert stellt der Vortrag dar.

zusätzliches Kamingespräch im November 2017

Mittwoch, 8. November 2017
18:30 Uhr, Villa Römer -Haus der Stadtgeschichte-

Prof. Dr. Volkmar Wittmütz, Köln
Reformation und Konfession in bergischen Kirchengemeinden (1550-1610)

im Rahmen der Reihe "500 Jahre Reformation"

Im Herzogtum Berg wurde – anders als in den übrigen Territorien Deutschlands – die Reformation nicht durch ein landesherrliches Edikt vollzogen und gewissermaßen „von oben“ dekretiert. Statt dessen entfaltete sie sich als ein allmählich fortschreitender Prozess, in dessen Verlauf eine junge Generation meist lutherisch ausgebildeter Vikare seit den 1550er Jahren etliche Kanzeln besetzte und die Priester der „alten Lehre“ langsam verdrängt wurden bzw. den Weg freimachten. Und das alles geschah mit weitgehender Zustimmung der Gläubigen und lokaler Gewalten. Seit den 1570er Jahren erstrebten die zunächst vereinzelten protestantischen Gemeinden eine festere Verbindung untereinander. Sie schlossen sich zu Synoden zusammen, nach dem Beispiel niederländischer Asylanten-Gemeinden in Westeuropa, die dabei der Lehre Calvins folgten. Der Protestantismus am Niederrhein erhielt eine reformierte Prägung.

Kamingespräch im Dezember 2017

Mittwoch, 6. Dezember 2017
18:30 Uhr, Villa Römer -Haus der Stadtgeschichte-

Maximilian Baur M.A., Bonn
Antonius Kardinal Fischer (1840-1912) - eifriger Kulturkämpfer und loyaler Staatsdiener

in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Leverkusen

Antonius Fischer, 1840 in Jülich geboren, entschied sich schon in jungen Jahren für eine kirchliche Karriere und wurde 1863 zum Priester geweiht. Neben seiner Tätigkeit als Religionslehrer in Essen widmete er sich früh der öffentlichen Auseinandersetzung in kirchenpolitischen Fragen und beteiligte sich so am 1871 endgültig ausbrechenden Kulturkampf. Sein wenig rücksichtsvolles Auftreten als kompromissloser Streiter für die Rechte der Kirche sollte ihn noch nach der Beilegung der Streitigkeiten in den 1880er Jahren am Aufstieg in der kirchlichen Hierarchie hindern. Erst 1902 wurde er zum Erzbischof von Köln gewählt und präsentierte sich nunmehr bis zu seinem Tod im Jahre 1912 als durchaus staats- und kaisertreu. Das Leben, die Schriften und die Haltung des ‚Jülicher Kardinals' werden in diesem Vortrag in den Blick genommen.