Tages- und Halbtagesfahrten 2017

Die nachfolgenden Tages- und Halbtagesfahrten werden gemeinsam vom OGV mit dem Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V. durch die Firma Schumacher-Reisen in Düren angeboten.

Herzogenrath und Rolduc - 29. April 2017

Herzogenrath hat eine reiche Geschichte aufzuweisen: Es war zunächst Burgsiedlung der Herren von Saffenberg, die 1104 unweit ihrer Burg die Abtei Rolduc/Klosterrath gründeten. Später kam der Ort in den Besitz der Herzöge von Limburg, die ihm im Jahre 1282 Stadtrechte verliehen. Über natürliche Erbfolge gelangte das „Land von Rode“ mit seinem Vorort Herzogenrath nacheinander in den Besitz der Herzöge von Brabant, der Herzöge von Burgund und schließlich der Habsburger. Bis 1720 regierte hier Spanien, dann Österreich, bis die Grenzen in der Französischen Revolution und im Wiener Kongress (1815) neu gezogen wurden. Die Abtei Klosterrath kam an die Niederlande, die Stadt Herzogenrath an Preußen. Trotz der durchgreifenden Restaurierung der historischen Substanz im 19. Jahrhundert und reger Neubautätigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg lassen sich Spuren dieser bewegten Vergangenheit noch heute im Stadtbild finden. Rolduc ist der größte in den Niederlanden erhaltene Klosterkomplex.

Kosten: € 60,- (für Nicht-Mitglieder), 55,- € (für Mitglieder), inkl. Mittagessen

Zu Gast in… der evangelischen Kirche in Linnich - 10. Mai 2017

1662 bekam die reformierte Gemeinde das Grundstück Altermarkt gestiftet und errichtete darauf ein Gotteshaus. 1717 fand die Grundsteinlegung eines neuen Kirchenbaus statt, der bei Zerstörung der Stadt durch österreichische Truppen im Jahr 1794 ebenfalls ausbrannte. 1800 bis 1805 wurde die heutige Kirche gebaut. Die aus Backstein errichtete Hallenkirche, schlicht nach reformiertem Denken gestaltet, passt sich in das Ensemble des Platzes ein.

Die Kanzel, das Chorgestühl und die Orgel sind aus dunkler Eiche geschnitzt und reich mit Ornamenten verziert. Diese barocke Ausstattung stammt aus dem Kreuzherrenkloster Hohenbusch bei Erkelenz, das 1802 säkularisiert wurde. 1805 wurde die Ausstattung vom Aachener Bischof der reformierten Gemeinde in Linnich geschenkt. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche wieder in ihrer ursprünglichen Form hergestellt. Die Orgel stammt ebenso wie die restliche Ausstattung der Kirche aus dem Kreuzherrenkloster Hohenbusch. Sie wurde 1764 von einem rheinischen Meister geschaffen. Die Orgel mit dem reich geschnitzten Gehäuse im Rokoko-Stil ist die älteste Orgel im Kreis Düren.

Treffpunkt: 15:00 Uhr, Evangelische Kirche Linnich, Altermarkt, Linnich (bei Bedarf werden von Jülich aus Fahrgemeinschaften gebildet).

Zu Gast in… der evangelischen Kirche in Reusrath - 13. Mai 2017

Bereits im Jahre 1683 wurde die Evangelisch Lutherische Gemeinde zu Reusrath (neu) gegründet. Zunächst verfügte die Gemeinde über kein eigenes Kirchengebäude, sondern richtete sich im ehemaligen Pfarr- und Kirchenhaus ein. Zum Pfarrgebiet gehörten alle evangelisch lutherischen Christen aus Hilden, Hitdorf, Monheim, Opladen, Reusrath, Rheindorf, Richrath und Urdenbach. Für die wachsende Gemeinde wurde 1792/94 die Martin-Luther-Kirche erbaut. Armut und Kriegszeiten erlaubten jedoch nur eine schlichte Ausstattung. Der hohe Aufbau der Orgel über dem Altar und der Kanzel ist wohl typisch für bergische Barock-Kirchen, in Langenfeld aber ist er einmalig. Gleich neben der Kirche befindet sich das 1683 errichtete ehemalige Pfarr- und Kirchenhaus. Das Gebäude diente der Gemeinde bis zum Kirchenneubau im Jahre 1794 als Kirchenraum. Von Reusrath aus erfolgte 1859 eine Neugründung in Opladen (ab 1864 selbständige Gemeinde) mit ihrerseits Gründungen in Wiesdorf (1904), Bürrig (1923) und Küppersteg (1933).

Treffpunkt: 15:00 Uhr, Evangelische Martin-Luther-Kirche, Trompeter Str. 36 in 40764 Langenfeld-Reusrath (bei Bedarf werden von Opladen aus Fahrgemeinschaften gebildet).

Lindlar und Wiehl - 8. Juli 2017

Das LVR-Freilichtmuseum Lindlar -unser erstes Exkursionsziel- ist eines der beiden Freilichtmuseen des Landschaftsverbandes Rheinland. Auf einem Gelände von rund 30 Hektar Fläche wird der ländliche Alltag im Bergischen Land in den letzten Jahrhunderten dokumentiert. Der gesellschaftliche und kulturelle Wandel wird in Lindlar durch vier Gebäudegruppen (Dörfer) mit ca. 30 Gebäuden vermittelt, die unterschiedliche Zeitebenen veranschaulichen.

Das Museum Achse, Rad und Wagen in Wiehl als zweites Ziel der Exkursion wurde 1952 als Werksmuseum des Unternehmens BPW Bergische Achsen Kommanditgesellschaft eingeweiht. Auf einer Ausstellungsfläche von über 1000 m² stellt es die 5.500-jährige Geschichte des Fahrzeugbaus dar und präsentiert neben den historischen und modernen Achsen von BPW archäologische Fundstücke, Ackerwagen, Feuerwehrfahrzeuge, Fuhrwerke, historische Modellkutschen und Kutschen. Darüber hinaus gibt es Druckgraphiken und Zeichnungen mit Kutschenmotiven vom 17. bis 19. Jahrhundert zu sehen. In einer Werkstatt werden Werkzeuge und Maschinen der Schmiede gezeigt, wo es im monatlichen Rhythmus Vorführungen gibt.

Kosten: € 60,- (für Nicht-Mitglieder), 55,- € (für Mitglieder), inkl. Mittagessen

Wuppertal - 23. September 2017

Wir besuchen die konfessionsgeschichtlich interessante Stadt Wuppertal: Im 16. Jahrhundert wurde in Elberfeld (1566 durch Peter Loh), Barmen und den meisten anderen heutigen Wuppertaler Stadtteilen die Reformation nach reformiertem Bekenntnis eingeführt. Während der spanischen Besatzung wurde der evangelische Gottesdienst zwischen 1625 und 1627 verboten. Ab 1690 gab es in Elberfeld, wie später auch in anderen Orten, auch lutherische Gemeinden. Wenngleich in Preußen 1817 die Union zwischen reformierten und lutherischen Gemeinden eingeführt wurde, blieben die jeweiligen Gemeinden in ihrer Wahrnehmung ihren bisherigen Traditionen treu. So unterscheidet man heute in Wuppertal noch zwischen reformierten und lutherischen Gemeinden innerhalb der unierten Landeskirche und den von Anfang an als „uniert“ gegründeten Gemeinden gegründet. Als Reaktion auf die Rheinisch-Westfälische Kirchenordnung von 1835, die eine vereinheitlichte Liturgie für die preußischen protestantischen Kirchen vorschrieb, trennten sich aus Bekenntnisgründen eine altlutherische Kirchengemeinde und die Niederländisch-reformierte Gemeinde von der unierten preußischen Kirche. Noch heute gibt es zwei lutherische Kirchengemeinden, die zum Kirchenbezirk Rheinland der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche gehören, sowie die Niederländisch-reformierte Gemeinde, die sich der Evangelisch-altreformierten Kirche in Niedersachsen angeschlossen hat.

Kosten: € 60,- (für Nicht-Mitglieder), 55,- € (für Mitglieder), inkl. Mittagessen

Forum Vogelsang - 14. Oktober 2017

Inmitten des Nationalparks Eifel befindet sich die 100 Hektar große Anlage der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie erst britischer, dann belgischer Truppenübungsplatz. Heute befindet sich dieser historische Ort im Wandel und beinhaltet als Internationaler Platz Vogelsang IP ein Ausstellungs- und Bildungszentrum, ist außerschulischer Lern- sowie kultureller Veranstaltungs- und Tagungsort. Am 11. September 2016 wurde das neue Forum Vogelsang IP eröffnet. Nach 4½ Jahren Bauzeit wurde aus dem historischen Zentralbau ein modernes, 12.500 m² umfassendes Besucher- und Ausstellungszentrum. In diesem sind u.a. die Dauerausstellung der NS-Dokumentation Vogelsang, sie trägt den Titel „Bestimmung: Herrenmensch | NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen“ zu sehen. Auf 800 m² und zusätzlich gut 1.000 m² in den drei<s> </s>Räumen „Ehrenhalle“, „Burgschänke“ und „Kameradschaftshaus“ vermittelt sie aus verschiedenen Perspektiven den historischen Ort Vogelsang.

Kosten: € 60,- (für Nicht-Mitglieder), 55,- € (für Mitglieder), inkl. Kaffee und Kuchen