OGV mit wichtigem Schritt für europäisches Kulturprojekt. Hybrid-Konferenz mit Partnerstädten / Preisverleihung und Jubiläumsfeier

Auf seinem Weg zu einem gemeinsamen europäischen Kulturprojekt haben der Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen (OGV) und seine Partner einen wichtigen Schritt gemacht. Trotz der Corona-Krise konnten der OGV und der assoziierte Jülicher Geschichtsverein (JGV) mit Vertretern aus den Leverkusener Partnerstädten Oulu, Bracknell, Villeneuve d‘Ascq, Ratibor, Schwedt und Ljubljana die Planungen für das gemeinsame Projekt „StadtRäume" in einem Hybrid-Workshop vorantreiben.

Während ein Teil der Mitglieder von OGV und JGV mit einer kleinen Delegation aus dem britischen Bracknell unter Corona-Hygieneregeln in der Bensberger Thomas-Morus-Akademie diskutierte, waren weitere Mitglieder sowie Vertreter der Partnerstädte per Video zugeschaltet.

In dem Projekt beschäftigen sich die Geschichtsvereine und insgesamt mehr als 40 Partnerorganisationen mit „Aufbruch, Neugestaltung und Kontinuitäten" in der Zwischenkriegszeit (1918–1939).

„Wir sind froh, dass wir trotz der schwierigen Corona-Situation und dank der Organisation und Umsicht der Thomas-Morus-Akademie diesen Workshop durchführen konnten", sagte Michael D. Gutbier, 1. Vorsitzender des OGV. „Der persönliche Austausch – mit Abstand vor Ort oder via Video – ist für die Planung unseres Projekts sehr wichtig."

Bernhard Marewski, 1. Bürgermeister der Stadt Leverkusen, vertrat Oberbürgermeister Uwe Richrath, der als Schirmherr der Veranstaltung fungierte. Darüber hinaus diskutierte Marewski am Freitag mit Sabine Verheyern. Die Aachenerin ist Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung und war per Video zugeschaltet. Verheyen und Marewski waren sich darüber einig, dass Geschichtsarbeit und internationaler Austausch auf kommunaler und europäischer Ebene größere Aufmerksamkeit verdienen. Am Samstagabend referierte zudem der Historiker Wolfgang Schmale (Wien) über Pläne für „Vereinigte Staaten von Europa" in der Zwischenkriegszeit.

In mehreren Arbeitsgruppen sprachen die Teilnehmer über unterschiedliche Konzepte für Ausstellungen, Publikationen und interaktive Angebote sowie die Organisation des Projekts. Sie diskutierten auch übergreifende Themenfelder wie die Weltwirtschaftskrise, die Wahrnehmung des europäischen Gedankens oder Trends im Sport, die sich für eine vergleichende Betrachtung der Zwischenkriegszeit in den beteiligten Städte gut eignen. Besonders im Fokus stand dabei der geplante Online-Filmbaukasten, für den alle beteiligten Städte kurze Filmbeiträge erstellen werden.

Unter den Teilnehmern waren zahlreiche Wissenschaftler aus den sechs Teilnehmer-Ländern, aber auch Geschichtsinteressierte, die keine Historiker sind, Schüler, Studenten und Senioren.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte der OGV das 90-jährige Jubiläum der Gründung der Stadt Leverkusen in der Stadthalle Bergisch-Neukirchen gefeiert. Dabei zeichnete der Verein das Leverkusener Koloniemuseum und postum den Lokalhistoriker Dr. Wolfgang Schartau mit dem Liedtke-Wichmann-Preis aus. Der Preis wird an Personen und Organisationen verliehen, die sich um die Erforschung und Vermittlung der Leverkusener Stadtgeschichte besonders verdient gemacht haben. Auch der Sieger des diesjährigen OGV-Fotowettbewerbs wurde gekürt. „Crazy Freilach" – die Band aus Leverkusen spielt jiddische Klezmer-Musik – begleitete den coronakonform gestalteten Abend musikalisch, was bei den geladenen Gästen großen Anklang fand.