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Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen
Aktuell
Ausgabe 1 / 2020

Editorial des 1. Vorsitzenden Michael D. Gutbier M.A.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Geschichtsfreunde,

ich freue mich sehr, Ihnen die erste Ausgabe unseres Newsletters im Jahr 2020, verbunden mit den besten Wünschen unseres Vorstandes für ein gesundes und erfolgreiches Jahr, zukommen zu lassen.

Das Jahr 2019, in dem wir u.a. auf vierzig Jahre Engagement „Für die Geschichte unserer Stadt“ zurückblicken konnten, war für uns ein sehr erfolgreiches Jahr mit vielen attraktiven Veranstaltungen und Angeboten. All denjenigen, die zum Gelingen dieses Erfolgs und Angebots beigetragen haben, sei an dieser Stelle ganz besonders gedankt. Wenn Sie noch einmal zurückblicken wollen, dann schauen Sie doch einfach in unsere Galerie 2019.

Wir hoffen auch im Neuen Jahr 2020, welches ganz im Fokus des 90jährigen Stadtjubiläums Leverkusens und unseres Projekte „>LEV< Leverkusen – Stadtgeschichte mit Zukunft“ steht, ein spannendes und abwechslungsreiches Programm sowie interessante Projekte anbieten zu können und freuen uns auf rege Teilnahme und kritische Begleitung. Nachfolgende Angebote und Themen prägen unsere Aktivitäten in diesem Jahr:

  • Projekt mit Ausstellung und Begleitprogramm „SKiL: StadtKULTUR in Leverkusen“
  • Projekt „SEiZiE. Stadtgeschichte in der Zwischenkriegszeit in Europa (1918-1939)“
  • Geschichte vor Ort: Studienreisen und Exkursionen in Kooperation mit dem JGV in bewährter Verantwortung durch das Reisebüro Herweg GmbH & Co. KG
  • Geschichte im Stadtgebiet: Veranstaltungsreihe „Standortentwicklung und Denkmalpflege in Leverkusen“ sowie „Der Deutsche Orden in den Rheinlanden“
  • Geschichte am Kamin: Vortragsreihe „Marksteine deutscher Geschichte aus rheinischer Perspektive“
  • 17. Geschichtsfest „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“
  • Publikation MONTANUS „KRIEGSERINNERUNGEN in europäischen Heimaten“

Auch 2020 möchten wir Sie monatlich mit diesem Newsletter unter AKTUELLES auf die Aktivitäten und Entwicklungen des OGV aufmerksam machen sowie unter TERMINHINWEISE auf die nächsten Veranstaltungen des OGV hinweisen.

Wichtig ist uns auch weiterhin Ihre kritische Begleitung und Ihr Feedback. Bitte sagen Sie uns Ihre Meinung zu unserem Newsletter und zu unseren Aktivitäten.

Der gesamte Vorstand und ich freuen uns auf viele Begegnungen und einen spannenden Austausch im Jahr 2020.

Mit den besten Grüßen aus dem Haus der Stadtgeschichte,

Ihr

Michael D. Gutbier M.A.


A K T U E L L E S

90 Jahre Leverkusen

Vor 90 Jahren: Die Stadt Leverkusen entstand am 1. April 1930 durch die Eingliederung der Landgemeinden Rheindorf, Schlebusch und Steinbüchel in die Stadtgemeinde Wiesdorf. Dieser Zusammenschluss war maßgeblich von Dr. Heinrich Claes, dem damaligen Bürgermeister von Wiesdorf, betrieben worden.

Auf ihn geht auch der Vorschlag zurück, die neue Stadt „Leverkusen“ zu nennen, eine Ortsbezeichnung die Dr. Carl Leverkus 1861 für seine Industrieansiedlung wählte und die als Namens- und Ortsbezeichnung durch die Firma Bayer übernommen und weltbekannt wurde. Die neue Stadt erhielt damit neutralen Kunstnamen, der wenig Raum für gegenseitige Animositäten und Neid der einzelnen Teilgemeinden ließ.

Der Opladener Geschichtsverein wird sich im Jahr 2020 und darüber hinaus mit seinen Projekten, Veranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen vielschichtig dieses Stadtjubiläums annehmen und verschiedene Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte und dem Stadtjubiläum anbieten.

Erinnerung an den Bombenangriff auf Opladen

Vor 75 Jahren, am 28. Dezember 1944, starteten alliierte Bomberverbände der Britischen Royal Air Force (RAF) und der kanadischen Royal Canadian Air Force (RCAF) einen verheerenden Angriff auf Opladen, Quettingen und das damalige Reichsbahnausbesserungswerk.

Der Fliegerangriff der Alliierten ging als ein Bombenregen nieder, der ein Bild der Zerstörung zurückließ und 234 Menschen (darunter eine große Anzahl von Zwangsarbeitern, denen der Zugang zu den Bunkern verwehrt blieb) das Leben kostete, 274 wurden verletzt. Der verheerende Angriff galt schwerpunktmäßig der „Eisenbahnstadt“, hatte jedoch gravierende Auswirkungen auf das Stadtbild. So wurde die katholische Pfarrkirche bis auf die Außenmauern und den Turm zerstört.

75 Jahre nach diesem Tag fanden am 28. Dezember ab 11.00 Uhr sowohl auf dem damaligen Werksgelände als auch auf dem Ehrenfriedhof an der Rennbaumstraße offizielle Gedenkveranstaltungen statt.

Um 11 Uhr wurden in der Neuen Bahnstadt eine Erinnerungsstele sowie ein Gedenkstein enthüllt. Diese sollen künftig neben dem Ehrenfriedhof an den Bombenangriff auf Opladen erinnern.

Um 12 Uhr fand auf dem Ehrenfriedhof an der Rennbaumstraße eine zentrale Gedenkveranstaltung unter anderem mit Oberbürgermeister Uwe Richrath und Vertretern der Kirche statt.

An den zweiten schweren Luftangriff auf Opladen vom 5./6. März 1945 wird der OGV am 6. März 2020 mit einem Vortrag in der Villa Römer und einem Gedenken auf dem Opladener Ehrenfriedhof, wo Grabsteine an die getöteten Opladener beider Luftangriffe erinnern, gedenken.

Projektarbeit im OGV 2020

2020 setzt der OGV seine Projektarbeit fort. Die diversen Projektgruppen tagen in der Regel einmal im Monat in der Villa Römer. Über Interessierte und weitere Mitwirkende wären die einzelnen Projektgruppen sehr erfreut. Für Rückfragen stehen die jeweiligen Projektkoordinatoren jederzeit gern zur Verfügung.

Das Projekt „>LEV< Leverkusen – Stadtgeschichte mit Zukunft“ tagt 2020 erstmals am 17. Januar um 17 Uhr. Die Projektkoordination hat Michael D. Gutbier (mg(at)ogv-leverkusen.de) übernommen.

SKiL: StadtKULTUR in Leverkusen“, unser Beitrag zum 90jährigen Stadtjubiläum, hat seine erste Projektsitzung ebenfalls am 17. Januar jedoch bereits um 15 Uhr. Stefanie Weyer (sw(at)ogv-leverkusen.de) ist Ansprechpartnerin für dieses Projekt.

Die Projektgruppe für das europäische Kooperationsprojekt „SEiZiE: Stadtentwicklung in der Zwischenkriegszeit in Europa (1918-1939)“ trifft sich am 23. Januar 2020 um 19 Uhr zu seiner Auftaktsitzung. Die Projektkoordination haben Guido von Büren (gvb(at)ogv-leverkusen.de) und Michael D. Gutbier (mg(at)ogv-leverkusen.de).

Termine für die weiteren Projektgruppen Geschichtsfest (Maria Lorenz, mlo(at)ogv-leverkusen.de), Beschilderungen/Rundgänge (Renate Blum, rb(at)ogv-leverkusen.de), Archiv (Christian Drach, cd(at)ogv-leverkusen.de) und Spiel/Quiz (Marvin Halfmann, mha(at)ogv-leverkusen.de) werden noch terminiert und mitgeteilt.

Jahrespressekonferenzen "Zwischen den Jahren" am 27.12.2019

Der Opladener und der Jülicher Geschichtsverein informierten in ihren Jahrespressekonferenzen in der Villa Römer und im Jülicher Hexenturm über das umfangreiche gemeinsame Jahresprogramm für 2020. Damit setzen beide Vereine ihre langjährige und erfolgreiche Kooperation fort. Vorträge, Führungen, Exkursionen, Studienreisen, Ausstellungen, Publikationen und gemeinsame Projekte sind Gegenstände des vorliegenden Programmangebotes.

Als inhaltliche Schwerpunkte werden 2020 erneut die Marksteine deutscher Geschichte aus rheinischer Perspektive, das Wirken des Deutschen Ordens im Rheinland sowie die Folgen und Nachwirkungen des Ersten Weltkrieges thematisiert. Die Bedeutung des Zweiten Weltkrieges und die sich wandelnde Rolle von Städten werden als neue Themenfelder aufgegriffen.

Spannende und vielleicht dem einen oder anderen unbekannte Ziele werden bei den Exkursionen angesteuert: Bonn, Kloster Kamp und Moers, Gräfrath und Lennep sowie Aachen. Aus aktuellem Anlass weisen wir darauf hin, dass die Studienreise „Faszination Stadt“ leider abgesagt wurde, und die Halbtagesexkursion zur Lambertsmühle aus organisatorischen Gründen vom 09.05.2020, 15:00 Uhr auf den 04.04.2020, 15:00 Uhr verlegt werden muss.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Jülicher und dem Opladener Geschichtsverein wird auch in diesem Jahr wieder um fallweise Kooperationen bereichert. VHS Leverkusen und VHS Jülicher Land, Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) Opladen e.V. von 1874, Förderverein Kommende Siersdorf e.V., Thomas-Morus-Akademie, Museum Zitadelle Jülich, Stadt- und Kreisarchiv Düren und Katholisches Bildungswerk Leverkusen sorgen mit dafür, dass das Programm eine weite Verbreitung und entsprechende Akzeptanz findet. Dafür sei allen Kooperationspartnern ausdrücklich gedankt.

Wie immer finden Sie die detaillierten Angaben zu den Tages- und Mehrtagesfahrten in dem gesonderten Fahrtenprogramm, das auch in diesem Jahr vom gemeinsamen Kooperationspartner gestaltet wurde, dem Reisebüro Herweg aus Leverkusen-Opladen. Die gesamte Abwicklung – außer der Anmeldung – erfolgt weiterhin hierüber.

Ausschreibung Liedtke-Wichmann-Preis 2020

Aus Anlass des 90jährigen Stadtjubiläums Leverkusens im Jahr 2020 möchte der Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen eine Person oder Organisation mit dem Liedtke-Wichmann-Preis auszeichnen, die sich um die Leverkusener Stadtgeschichte verdient gemacht hat.

Vorschläge können bis zum 15. Mai 2020 mit einer entsprechenden Begründung an den OGV gesendet werden. Eine unabhängige Jury trifft anschließend die Wahl des Preisträgers. Die Preisverleihung erfolgt im September 2020 im Rahmen der Festveranstaltung des OGV.

Gertrud Liedtke (1943-2012) und Alfried Wichmann (1921-2012) waren in ihrem beruflichen und außerschulischen Leben immer durch ihr Bemühen um die Lokal- und Regionalgeschichte geprägt. Hierbei zeichnete beide ihr Ansatz, Geschichte für „Jedermann“ erfahr- und erlebbar zu machen, aus. Ihre besondere Aufmerksamkeit galt der Förderung bürgerschaftlichen Engagements im Rahmen von Geschichtsarbeit in der Stadt Leverkusen. Dies zeigt sich auch in ihrem persönlichen Einsatz für die Vereine der Stadt Leverkusen.

Ihr besonderes Engagement auch in den Funktionen als Ehrenvorsitzende und Ehrenbeisitzer galt der Entwicklung und inhaltlichen Arbeit des Opladener Geschichtsvereins von 1979 e.V. Leverkusen. Hierbei förderten beide in besonderer Weise das Engagement von jüngeren Mitbürgern, die sich für die Belange der Stadtgeschichte einsetzten. Ohne zu reglementieren oder gar zu Gängeln schufen sie eine Atmosphäre und Arbeitsgrundlage für die Entwicklung von lokaler Geschichtsarbeit durch eine „neue Generation“ mit deren Fragen und teilweise neuen Ansätzen.

Beide haben sich vielfältig um die Geschichtsarbeit in Leverkusen und der Einrichtung einer Dauerausstellung zur Stadtgeschichte verdient gemacht.

Der Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen möchte den bürgerschaftlichen Geist, in dem Gertrud Liedtke und Alfried Wichmann nachhaltige Impulse und Ergebnisse für die stadtgeschichtliche Arbeit gegeben haben, fördern und bewahren. Aus diesem Grunde sollen künftig Bürger und Organisationen, die sich besondere Verdienste um die lokal- und regionalgeschichtliche Arbeit erworben haben, mit dem u.a. mit einer Geldzuwendung von € 500,00 dotierten Liedtke-Wichmann-Preis ausgezeichnet werden.

Ausstellung zu Friedrich Ebert in der Villa Römer eröffnet

Am 1. Dezember 2019 wurde in der Villa Römer die Ausstellung „Friedrich Ebert (1871-1925) – Vom Arbeiterführer zum Reichspräsidenten“, die bis zum 9. Februar 2020 zu besichtigen sein wird, feierlich eröffnet.

In Anwesenheit von Oberbürgermeister Uwe Richrath und der Landtagsabgeordneten und zweiten Bürgermeisterin Eva Lux erfolgte vor ca. 65 Gästen die Eröffnung der Wanderausstellung der Stiftung Reichspräsident Friedrich Ebert Gedenkstätte Heidelberg in Leverkusen in einem feierlichen Rahmen. Ein Blechbläser-Quintett der Musikschule Leverkusen begleitete die Eröffnung.

Nach der Begrüßung durch den OGV-Ehrenvorsitzenden Ernst Küchler präsentierte einer der beiden Kuratoren der Ausstellung, Prof. Dr. Bernd Braun, in einem kurzweiligen und prägnanten Vortrag die Lebensstationen von Friedrich Ebert und insbesondere seine Bedeutung für die Weimarer Republik und bot somit die ideale Einführung in die Ausstellung, die die Gäste im Anschluss an den offiziellen Teil in Form eines Rundganges besichtigen konnten.

Am 11. Februar 1919 wurde Friedrich Ebert zum ersten demokratischen deutschen Reichspräsidenten gewählt. Damit stand zum ersten Mal ein Mann aus dem Volk an der Spitze des Staats, gewählt von einer Mehrheit, die aus freien Wahlen hervorgegangen war, von Männern und Frauen. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte stand ein Nichtadeliger an der Spitze des Staats, ein Mann aus dem Volk, aus der Arbeiterschaft, der keine militärische Laufbahn hinter sich hatte. Friedrich Ebert wurde zu einer Schlüsselfigur der Geschichte des deutschen Nationalstaats.

Die Wanderausstellung, die von der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Heidelberg konzipiert wurde, ist dem politischen Leben und Wirken von Friedrich Ebert gewidmet. Anhand von Fotografien und Reproduktionen von Briefen, Zeitungen, Urkunden, Plakaten und anderen Veröffentlichungen wird das wechselvolle Leben des ersten deutschen Reichspräsidenten von den Anfängen in seiner Jugendzeit in Heidelberg bis zu seinem Tod in Berlin nachgezeichnet und visualisiert. Die verschiedenen Stationen des Lebenswegs von Friedrich Ebert werden nicht isoliert betrachtet, sondern über die Lebensgeschichte wird ein wichtiges Stück deutscher Geschichte lebendig.

Führungen durch die Ausstellung können über die Geschäftsstelle (02171-41720) gebucht werden.

Vor 95 Jahren: Bruno Wiefel wird geboren

Vor 95 Jahren, am 2. Dezember 1924, wurde der OGV-Ehrenvorsitzende Bruno Wiefel in Betzdorf/Sieg geboren. Bruno Wiefel hat als Politiker die Opladener und Leverkusener Stadtgeschichte und -entwicklung in den Jahren 1951 bis 1989 und nachhaltig geprägt. Darüber hat er als Bürger in seiner Stadt und in den Vereinen seiner Stadt Spuren hinterlassen.

Bruno Wiefel kam 1935 als Schüler mit seinen Eltern nach Opladen und ging dort auf die Hindenburgschule (heute Gemeinschaftsgrundschule Herzogstraße). Er besuchte von 1939 bis 1943 die fliegertechnische Vorschule in Berlin-Rudow, nahm anschließend als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil und geriet zuletzt in britische Gefangenschaft.

Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft arbeitete Wiefel ab 1947 beim Bundesbahnausbesserungswerk in Opladen. Daneben engagierte er sich gewerkschaftlich und war von 1951 bis 1956 Erster Bevollmächtigter der Gewerkschaft der Eisenbahner in Opladen. 1953/54 absolvierte er ein Studium an der Sozialakademie Dortmund und 1956 erhielt er ein Stipendium an der Harvard University in den Vereinigten Staaten. Er war bis 1962 als parlamentarischer Verbindungssekretär in Bonn tätig und wurde im Anschluss geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Gemeinnützigen Bauvereins in Opladen.

Wiefel schloss sich 1948 der SPD an. Er war von 1956 bis 1958 Vorsitzender der SPD-Fraktion im Opladener Stadtrat. Er wurde 1958 zum Vorsitzenden der SPD Opladen gewählt und war von 1959 bis 1970 Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Rhein-Wupper.

Wiefel war von 1952 bis 1974 Ratsmitglied der Stadt Opladen und nach der Gebietsreform bis 1989 der Stadt Leverkusen. Bruno Wiefel amtierte 1955/56 als stellvertretender Bürgermeister und von 1958 bis 1974 als Bürgermeister der Stadt Opladen. Nach der kommunalen Neugliederung war er von 1975 bis 1989 Bezirksvorsteher im Stadtbezirk II der neuen Stadt Leverkusen.

Am 4. Oktober 1961 rückte er für den Abgeordneten Heinrich Stephan in den nordrhein-westfälischen Landtag nach, dem er bis 1962 angehörte. Dem Deutschen Bundestag gehörte Wiefel von 1965 bis 1987 an.

Bruno Wiefel engagierte sich aktiv für die Städtepartnerschaft mit der englischen Stadt Bracknell und für den Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen.

Bruno Wiefel war in seinem langen politischen Leben immer durch sein Bemühen um Bürgernähe und Pragmatismus geprägt. Was für ihn zählte, war menschliche Begegnung. Seine besondere Aufmerksamkeit galt der Förderung bürgerschaftlichen Engagements. Dies zeigt sich auch in seinem persönlichen Einsatz für die Vereine seiner Stadt.

So entsprang auch die Städtepartnerschaft mit Bracknell im Jahre 1973 seiner Initiative. Von Anfang an ging es ihm um eine Partnerschaft der Bürger, nicht der offiziellen Shakehands". Persönliche Begegnungen und Erfahrungen sollten im Mittelpunkt dieser Partnerschaft stehen. Seine Freundschaft mit der britischen Amtskollegin Betty Lindop gab den Bürgern beider Städte ein Beispiel. Auch nach der kommunalen Neugliederung von 1975, als die Städtepartnerschaft auf Leverkusen überging, begleitete Bruno Wiefel die Partnerschaft aktiv, kritisch und gab ihr immer neue Impulse.

Als Gründungsmitglied zweier Vereine, des Englisch-Deutschen Clubs Opladen e.V. (1973) und des Freundeskreises Bracknell-Leverkusen e.V. (2001), hat sich Bruno Wiefel um die Belebung und Vertiefung der deutsch-britischen Beziehungen verdient gemacht.

Der Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen (von 2001 bis 2014 in Kooperation mit dem Freundeskreis Bracknell-Leverkusen e.V.) fördert und bewahrt den bürgerschaftlichen Geist, in dem Bruno Wiefel die Freundschaft zwischen Bracknell und Leverkusen aufgebaut und gepflegt hat. Aus diesem Grunde werden Bürger und Organisationen, die sich besondere Verdienste um die Pflege der Städtepartnerschaften im Geiste der europäischen Einigung erworben haben, mit dem Bruno-Wiefel-Preis ausgezeichnet.

Der Opladener Geschichtsverein wäre ohne das Wirken, insbesondere ohne das Vertrauen, die Förderung und das „Ernstnehmen“ aber auch das Mitwirken, von Bruno Wiefel nicht der Verein, der er heute ist. Sein „Glaube“ an den Verein und seine Aktiven hat dem OGV den Geist gegeben, der die Aktivitäten und das Selbstverständnis des OGV bis heute ausmachen und prägen.

Am 23. September 2001 ist Bruno Wiefel im Alter von 77 Jahren in Leverkusen verstorben. Sein Wirken wird nicht vergessen und in Erinnerung gehalten: Seit 2003 wird der nach ihm benannten Bruno-Wiefel-Preis verliehen. Die Begegnungsstätte des Gemeinnützigen Bauvereins Opladen eG in der Kölner Straße 100 heißt seit 2007 Bruno-Wiefel-Haus. Und last but not least heißt ab 2020 der neue entstehende Platz vor dem Opladener Bahnhof am Ende der Bahnhofstraße auf Anregung des OGV künftig Bruno-Wiefel-Platz.


T E R M I N H I N W E I S E

30. Oktober bis 1. November 2020: Workshop "Aufbruch, Neugestaltung und Kontinuitäten - Europäische Stadtentwicklung in der Zwischenkriegszeit (1918-1939)"

(Bei Klick auf das Bild erfolgt Download des Workshop-Programms)

in Kooperation mit der Thomas-Morus-Akademie und der Volkshochschule Leverkusen 

Die Jahre zwischen 1918 und 1939 gelten gemeinhin als Zwischenkriegszeit und werden im Rückblick von der Fachwissenschaft ganz unterschiedlich gedeutet, je nach Blickwinkel – ob als „Höllensturz“, als „kurzes 20. Jahrhundert“ oder als „Urkatastrophe“. Einen Einblick in diese Zeit soll ein Projekt leisten, in dem die Stadtentwicklung im internationalen Vergleich in acht europäischen Städten (Partnerstädte Leverkusens) aufgearbeitet wird. Im Zentrum steht nicht nur die äußere Entwicklung mit ihrem materiellen Niederschlag, sondern auch die mentale Entwicklung der Stadtbevölkerung, denn die Ausgangslage in allen acht beteiligten Städten – Bracknell (England), Ljubljana (Slowenien), Jülich, Leverkusen und Schwedt (Deutschland), Oulu (Finnland), Ratibor (Polen) und Villenve d’Ascq (Frankreich) – ist 1918 jeweils eine andere. Einige Kommunen existierten zum Ende des Ersten Weltkriegs noch gar nicht, andere standen als alte Garnisonsstädte vor Problemen der Erneuerung. Wieder andere blieben, von Besatzungsmächten umgeben, in die langfristigen Auswirkungen des Ersten Weltkrieges involviert.

Welche Kontinuitäten oder Brüche können aufgezeigt werden? Wie können die unterschiedlichen Schattierungen des Verhältnisses von Stadtentwicklung und Stadtbewusstsein kartographiert werden, wie sind Vergleiche möglich? Hat die in den Städten existierende Geschichtskultur Einfluss auf das städtische Bewusstsein (am historischen Beispiel der Zwischenkriegszeit 1918-1939)? Kann die Epochenbezeichnung „Zwischenkriegszeit“ aus stadtgeschichtlicher Sicht aufrechterhalten werden oder bedarf sie einer Korrektur?

Zu einer Diskussion dieser und anderer Fragen laden wir Sie herzlich nach Bensberg ein.

Der Workshop soll inhaltlich und organisatorisch das europäische Kooperationsprojekt vorbereiten, definieren und initiieren. An dem Workshop sollen Vertreter aus den Städten, Museen, Vereine und Organisationen gemeinsam das Projekt erarbeiten und Aufgabenstellungen definieren.

Interessierten steht die Teilnahme am Workshop frei. Eine weitere Teilnahme an der Realisierung des Projektes ist durchaus gewünscht. Eine Tagungsgebühr von € 160,00 wird erhoben. Für Projektmitwirkende wird keine Tagungsgebühr erhoben! Nähere Informationen unter sowie Anmeldungen unter Nutzung des Anmeldeformulars an anmeldung-seizie(at)ogv-leverkusen.de.

30. Oktober bis 1. November 2020
Beginn: 14:00 Uhr / Ende 14:00 Uhr
Thomas-Morus-Akademie Bensberg / Kardinal-Schulte-Haus
Overather Straße 51-53
51429 Bergisch Gladbach

Anmeldungen zu den Fahrten des OGV können hier erfolgen!


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Herausgeber:
Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen
Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte, Haus-Vorster Str. 6, 51379 Leverkusen (Opladen)
www.ogv-leverkusen.de

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