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Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen
Aktuell
Ausgabe 7 / 2019

Editorial des Beisitzers des Opladener Geschichtsvereins von 1979 e.V. Leverkusen Marvin Halfmann

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freunde des OGV,

nun ist bereits die Hälfte des Jahres um und der vorangegangene Monat bot die ersten Aktivitäten des neuen Projektes „Leverkusen – Stadtgeschichte mit Zukunft“.

So lud der OGV zusammen mit der Volkshochschule Leverkusen zu bereits 2 Bürgerdialogen ein. Im ersten Bürgerdialog am 18. Juni mit Vertretern der Leverkusener Geschichtsdienstleistern wurde das Projekt, sowie das Konzept vorgestellt. Die folgende kritische Diskussion führte schon zu ersten Ideen für das anstehende Stadtjubiläum 2020 (90 Jahre „Alt“- Leverkusen). Am 25. Juni wurden Vertreter der Leverkusener Schulen eingeladen. Auch hier wurden bereits erste Projektideen angestoßen, welche in der kommenden Zeit weiter intensiviert werden müssen. Anfang Juli folgt der 3. Bürgerdialog mit Vertretern der Weiterbildungseinrichtungen.

In den letzten Junitagen steht auch noch die Tagesfahrt nach Krefeld unter dem Thema „100 Jahre Bauhaus im Westen“ an. Mit Besuchen des Kaiser-Wilhelm-Museum und der Museen Haus Lange und Haus Ester wird die Fahrt abgerundet.

Im Juli steht vor allem die inhaltliche Arbeit für das Geschichtsfest, sowie für die Ausstellung „Für die Geschichte unserer Stadt“ zusammen mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein Opladen e.V. im Vordergrund.

Als Terminhinweis sei noch der 7. Juli genannt. An dem Tag findet am Schloss Morsbroich das Europafest statt. Start des Festes ist 12 Uhr.

Nun wünsche ich Ihnen einen guten Juli,

Ihr

Marvin Halfmann


A K T U E L L E S

Erster Bürgerdialog "Leverkusen - Stadtgeschichte mit Zukunft"

 
 

Am 18. Juli 2019 stellten OGV und Volkshochschule Leverkusen im Vortragssaal des Forum Leverkusen ca. 25 intersssierten Vertretern der Leverkusener Geschichts-, Heimat- und Verkehrsvereine, der Museen und "professionellen Geschichtsdienstleistern" die Konzeption und Idee des Projektes >LEV< "Leverkusen - Stadtgeschichte mit Zukunft" vor.

Nach einer Vorstellung durch Michael D. Gutbier und Ernst Küchler, wie es zur Idee des Projektes kam, folgte die konzeptionelle Präsentation des Projektes, welches auf über 10 Jahre angelegt ist und eine "neue Stadtgeschichte für Leverkusen" zum Ziel hat, durch Prof. Dr. Wolfgang Hasberg. Hier betonte er das Prinzips des Bürgerdialogs, sowie die Offenheit und Transparenz des Projektes, sowie die die Rolle des OGV, der sich lediglich als Initiator und Motor versteht und hofft, dass viele Beiträge, welche auch durch Vernetzung erst möglich werden, zu einem Ganzen beitragen.

Wichtig sei die Einbindung und Verantwortungsübernahme durch die Stadt Leverkusen, die durch das breite bürgerschaftliche Engagement in die Pflicht genommen werden soll, betonte Ernst Küchler. Eine spannende und kritische Diskussion über das Projekt führten zu einem äußerst fruchtbaren Austausch.

Als erstes gemeinsames Ergebnis wurde vereinbart, die nächste Sitzung der Projektgruppe >LEV< am 19. Juli 2019 als Forum für eine gemeinsame Abstimmung und Koordinierung von Aktivitäten in 2020 aus Anlass der Jubiläen 90/45 Jahre Leverkusen zu nutzen.

Wer Lust und Interesse hat mitzuwirken ist herzlich eingeladen: lev2020(at)ogv-leverkusen.de.

Die Bürgerdialoge werden forgesetzt mit den Leverkusener Schulen am 25. Juli und den Weiterbildungseinrichtungen am 3. Juli 2019 jewils um 19 Uhr im Vortragssaal des Forum Leverkusen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind zur Teilnahme eingeladen.

Praktika für Geschichtsstudentinnen/-studenten beim OGV

Der Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen bietet weiterhin Praktika für Geschichtsstudentinnen/-studenten (aber auch für Schülerinnen/Schhüler) an.

Tätigkeitsfelder:

Praktika können beim OGV im Rahmen von verschiedenen thematischen Projekten absolviert werden:

  • Leverkusen – Stadtgeschichte mit Zukunft
  • Euphorie und Neuanfang
  • Geschichtsfest

Die Mitarbeit an Projekten umfasst die Arbeit an Ausstellungskonzeptionen, Aufbau und Aufsicht, Planung und Durchführung von Führungen, Recherche, Texterstellung, Design, Gestaltung, Erstellung und Redaktion von Beiträgen für Publikationen und Webpräsenz.

Weiter bieten wir die Möglichkeit der Mitarbeit in der Geschäftsstelle und unserem Archiv.

Hier reichen die Tätigkeitsbereiche von der Planung von Studienreisen, Pflege der Webpräsenz, dem Kontakt zu Mitgliedern, Förderern, Stiftungen, Vertretern der Politik, Partnerstädten und –vereinen bis zur Akquise von Fördermitteln bzw. der Inventarisierung.

Die individuellen Tätigkeitsbereiche können je nach persönlichen Wünschen und Kompetenzen vereinbart werden. Die Arbeit in Projekten ist mit den zuständigen Projektleitern abzustimmen.

Dauer:

Wir bieten die Möglichkeit des studienbegleitenden Praktikums mit der Dauer von 8 bis 12 Wochen oder länger (Teilzeit ist möglich). Für die Absolvierung in Vollzeit ist die Mitarbeit in Geschäftsstelle und/oder Archiv sinnvoll.

[Für die Anerkennung als Pflichtpraktikum wird die vorherige Rücksprache mit den Ansprechpartnern der Hochschulen empfohlen.]

Beginn:

Der Beginn ist nicht an bestimmte Daten gebunden und kann individuell festgelegt werden.

Anforderungen:

Sie studieren Geschichte (akademisch oder auf Lehramt) oder Public History (mindestens im 4. Semester).

Sie verfügen über gute EDV-Kenntnisse, hier insbesondere in Programmen zu Textverarbeitung oder Grafik und Design bzw. Webprogrammierung und Contentmanagementsystemen.

Für die Arbeit mit den europäischen Partnern sind Fremdsprachenkenntnisse erwünscht.

Bewerbung:

Sollten Sie Interesse an einem Praktikum beim OGV haben, richten Sie bitte Ihre aussagekräftige Bewerbung (Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, Lichtbild, Zeugnisse und Studienbescheinigung) an unsere Geschäftsstelle bzw. die Ansprechpartner.

Ansprechpartner:

Manuel Klüser Dipl.-Ing. Dipl.-Gwl. (Koordinator Praktika)
mkl(at)ogv-leverkusen.de

Ca. 40 Interessierte waren "Zu Gast in ... Morsbroich"

Bei strahlenden Sonnenschein erschienen am 25. Mai 2019 ca. 40 Interessierte um an der Halbtagesexkursion des OGV "Zu Gast in … dem ehemaligen Deutschordensbesitz Morsbroich" teilzunehmen. Der OGV-Vorsitzende Michael D. Gutbier erläuterte die wechselvolle Geschichte und Baugeschichte des ehemaligen Rittersitzes.

Die Baugeschichte des Schlosses und der Vorburg, die Parkanlagen, die Grablege der Familie von Diergardt und die nahegelegene Gezelin-Kapelle waren Ziele und Gegenstand der historischen Ausführungen und der Besichtigung.

Der Leverkusener Denkmalpfleger Jochen Simon schreibt zusammenfassend über Schloss Morsbroich:

„Das heutige Schloss Morsbroich geht in seinem Ursprung auf den Typus der sog. festen Häuser zurück, die als befestigte Sitze der Lehensleute der bergischen Grafen fungierten. Schriftliche Erwäh­nung findet erstmals 1328 ein Johannes gen. Moir von dem Broiche.

In der Mitte des 15. Jahrhunderts kommt Morsbroich an die bergische Adels­familie von Zweiffel. Durch verschiedene Verkäufe geht der Besitz durch die Hände der Familien von Ossenberg, von Hall zu Ophoven und von Elverfeldt. Caspar von Elverfeldt und seine Frau Elisabeth von Hall verkaufen 1619 das Haus mit den dazugehörigen Ländereien für 20.000 Taler an den Deut­schen Orden. Landkomtur der Ballei Koblenz ist Adolf von dem Bongard zu Heyden. 1692, zur Zeit des Landkomturs Karl Goswin Adolph von  Nesselrode-Ehreshoven, werden neue Wirtschaftsgebäude im Bereich der Vor­burg angelegt. Sein Wappenstein ist dort heute noch zu sehen. 1762 nimmt der Landmesser Franz Ehmans die zu Morsbroich gehörenden Ländereien auf. Die Karte zeigt auch den Grundriss und die Ansicht der spätmittelalterlichen Burganlage. Zwischen 1772-1775 lässt Ignaz Felix von Roll das „gantz ruinöse“ Haus abreißen und als Maison de plaisance im Rokokostil neu errichten. Um diese Zeit wird auch ein englischer Garten angelegt. Besuchern zeigt der Landkontur 1788 „sein herrliches Federvieh, einen weißen Pfau, einige Silberfasanen, Goldfasanen, türkische Hühner, welche einen Turban auf dem Kopf hatten“.

Nach dem Verlust der linksrheinischen Ordensgüter ab 1801 soll Morsbroich 1804 Sitz des Landkomturs der Ballei Koblenz werden. Schon ein Jahr später verliert der Deutsche Orden allerdings auch diesen Besitz. 1806 wird das ehemalige Herzogtum Berg Teil des gleichnamigen Großherzogtums, das Napoleon I. für seinen Schwager Joachim Murat bildet. Der neue Großherzog wiederum schenkt die vor allem aus dem Besitz säkularisierter geistlicher Institutio­nen geschaffene Grafschaft Morsbroich 1807 seinem Finanzminister Jean Antoine Michel Agar.

Im Zuge der politischen Neugliederung und der Übernahme des Rheinlandes durch Preußen verkauft Agar  den Besitz 1817 an den Kölner Bankier Abraham Schaaffhausen. 1848 veräußert dessen Witwe Morsbroich an den Schaaffhausenschen Bankverein, dieser wiederum 1857 an den Kommerzienrat Friedrich Diergardt. Die Familie lässt das Hauptgebäude zwischen 1885 und 1887 durch den Kölner Architekten und Baurat Hermann Pflaume umbauen und um die seitlichen Flügel erweitern. Weiterhin werden im Umfeld des Schlosses heute nicht mehr existierende Bauten wie Forsthaus, Fasanerie und ein großes gläsernes Palmenhaus errichtet.

Nach der Einrichtung eines Museums 1951 folgt 1974 der letzte Ei­gentumswechsel, jetzt an die Stadt Leverkusen. Diese lässt das Haus zwischen 1982 und 1985 von Grund auf sanieren. Der Plan, die Vorburg durch einen Neubau zu ersetzen, wird nicht ausgeführt, stattdessen werden in den folgenden Jahren auch die alten Wirtschaftsgebäude saniert und einer neuen Nutzung zugeführt.

Heute zeigt sich das Hauptgebäude als zweigeschossiger Putzbau in neun Achsen. Den Hauptbaukörper begrenzt rechts und links ein je­weils dreiachsiger Kopfbau. Das Gebäude steht auf einem verputz­ten Sockel, das Mansarddach ist im unteren Bereich ausgebaut und wird über Dachgauben belichtet. Der achsensymmetrisch aufgebaute Grundriss wird über eine mittig liegende zweiläufige Treppe erschlos­sen. Dieser Eingangsbereich ist leicht vorgezogen und mit einem wappenverzierten Giebeldreieck überdeckt. Die Vorburg ist einge­schossiger Putzbau mit Satteldach, der sich rechts und links der Ein­gangssituation des Hauptportals entlangzieht.“

Spuren des Deutschen Ordens in der Gezelinkapelle

Im Rahmen der Halbtagesexkursion des OGV "Zu Gast in … dem ehemaligen Deutschordensbesitz Morsbroich" war auch die Gezelinkapelle ein Ziel. Die Kapelle, ihre Baugeschichte und die Geschichte des heiligen Gezelin wurden den ca. 40 Gästen durch den Küster Kaltenbach vorgestellt.

Nach der Besichtigung von Morsbroich mit Schloss, Vorburg, Parkanlagen und der Grablege der Familie von Diergardt war die nahegelegene Gezelin-Kapelle Ziel und Gegenstand der historischen Ausführungen und der Besichtigung.

Der Leverkusener Denkmalpfleger Jochen Simon schreibt zusammenfassend über die Gezelinkapelle:

„Bereits im 15.Jahrhundert ist eine Kapelle in der Nähe der Quelle erwähnt, die nach einer Legende der Altenberger Mönch Gezelinus im 12. Jahrhundert geschlagen haben soll. Nach der Zerstörung im 30jährigen Krieg wurde an der Stelle ein Heiligenhäuschen errichtet.

1659 lässt Landkomtur Heinrich von Reuschenberg eine neue Kapelle bauen, sein Wappen ist an dem heutigen Bau noch erhalten. Jobst Mauritz von Droste zu Senden fördert die Gezelin-Wallfahrt durch die Herausgabe eines Pilgerbüchleins. 1730 scheint er auch einen Altar gestiftet zu haben, dessen Vorderseite mit einem Deutsch-Ordens-Kreuz bemalt war. Den Altaraufbau schmückt heute noch sein Wappen. Aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts stammen auch die sieben Fußfallstationen, die in der Umgebung der Kapelle aufgestellt wurden und ebenfalls das Deutschordenskreuz zeigen.

1864 musste das Gebäude wegen Baufälligkeit bis auf die Bruchsteinmauern niedergelegt werden. Der Weihe des Neubaus erfolgte 1868.

Die Kapelle zeigt sich als kleiner, zweijochiger Backsteinbau mit dreiseitigem Chorabschluss im Osten. Auf einem hohen Bruchstein­sockel bauen die lisenengegliederten Ziegelsteinwände auf. Das ziegelgedeckte Satteldach ziert ein niedriger, verschieferter Dachrei­ter.“


T E R M I N H I N W E I S E

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Herausgeber:
Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen
Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte, Haus-Vorster Str. 6, 51379 Leverkusen (Opladen)
www.ogv-leverkusen.de

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