Veranstaltungsreihe

KRIEGSENDEN in europäischen Heimaten

Bracknell, Haubourdin, Jülich, Leverkusen, Ljubljana, Raciborz, Schwedt, Villeneuve d’Ascq

in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen

... Leverkusen, Jülich, Bracknell, Haubourdin, Ljubljana, Raciborz, Schwedt und Villeneuve d’Ascq sind Heimatstädte von Menschen, die 1914 auf verschiedenen Seiten der Front standen. Der Krieg hatte das Leben in den unterschiedlichen Heimaten erheblichen Veränderungen unterworfen. Nun galt es wieder nach vorne zu blicken: Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur mussten neu organisiert werden. Das Kriegsende erforderte einen Neuanfang Die Euphorie, die zu Beginn des Krieges auf deutscher Seite geherrscht hatte, war vielerorts der Ungewissheit gewichen. Wie sollte es weitergehen? Welche Bedeutung spielte der Erste Weltkrieg in der Erinnerung in den verschiedenen Heimaten? Diese Fragen stellten sich in allen europäischen Heimaten. Aber alle standen sie vor unterschiedlichen Herausforderungen. Deshalb haben die Menschen den Krieg, sein Ende und den Neuanfang ganz unterschiedlich empfunden. Die Die Ausstellung, ein umfangreiches Begleitprogramm und die Publikation, die zum Ende der aktuellen Ausstellung am 10. Februar 2019 erscheint, umfassen das spannende europäische Ausstellungs-, Forschungs- und Publikationsprojektprojekt „EuphDer erste Weltkrieg - Euphorie und Neuanfang - Entwicklungen und Wahrnehmungen in europäischen Städten 1914 und 1918".

bis 10. Februar 2019: Ausstellung

Ziel der Ausstellung ist es, die Bedeutung und Nachwirkungen von Krieg allgemein und des Ersten Weltkrieges im Besonderen auf lokaler Ebene im europäischen aber auch im nationalen Vergleich anhand der Städte Bracknell, Haubourdin, Jülich, Leverkusen, Ljubljana, Ratibor, Schwedt und Villeneuve d’Ascq darzustellen.
Hierbei sind das Zusammendenken von Anfang und Ende des Kriegs wie auch die Wahrnehmung von Krieg „vor Ort" bestimmende Merkmale. Besondere Bearbeitungsschwerpunkte stellen das Kriegsende als schleichender Übergang und die Heimat als soziale Kategorie dar.
Thematisiert werden
          + Kriegsende / Neuanfang
          + Kriegserleben
          + Kriegserinnerung
in europäischen Heimaten.
Die Fragen nach dem Endpunkt des Krieges bzw. nach dem Neuanfang und dessen Zeitpunkt wie auch die Erfahrungen von Krieg vor Ort erklären unterschiedliche Formen der Erinnerung und der Bedeutung von Krieg in unterschiedlichen europäischen Heimaten bis heute.
Die Leitfrage der Ausstellung lautet: KRIEGSENDE: ENDE ODER NEUANFANG?
Im Osten wurde zwar bereits 1917 in Brest-Litowsk Frieden geschlossen, nachdem das Zarenreich in der Russischen Revolution durch die Sowjetrepublik ersetzt worden war. Auf dem Balkan aber, wo die Habsburgermonarchie im Zerfallen begriffen war und neue Grenzen gezogen werden mussten, zog auch der Krieg sich dahin. Und auch anderorts bedeutete die Unterzeichnung des Waffenstillstands von 1918 noch längst nicht die Rückkehr zum normalen Leben.
In Villeneuve d’Ascq atmeten die Leute zwar auf, weil die deutsche Besatzung bereits im Frühjahr 1918 hatte weichen müssen. Doch Lebensmittelkarten und Bezugsscheine prägten weiterhin den Alltag, und im Rheinland blieb die Besatzung der alliierten Truppen bis weit in die 1920er Jahre bestehen. Von alledem erfuhren die Menschen in Bracknell allenfalls durch die Zeitung.
Der Erste Weltkrieg ging weder auf einen Schlag zu Ende, noch war das Ende für alle gleich. Das Ende war ganz verschieden für diejenigen, die zu den Siegern, und diejenigen, die zu den Verlierern gehörten, für Männer und Frauen, für Kinder und Alte, für Verwundete und Gesunde, für Leverkusener und Menschen, die in anderen europäischen Heimaten lebten.
Wie alle diese Menschen im Krieg lebten und wie ganz unterschiedlich sie dessen Ende erlebten – davon erzählt die Ausstellung.

08. September 2018 bis 10. Februar 2019, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte - Leverkusen
24. Februar 2019 bis 03. November 2019, Museum Zitadelle Jülich

19. Januar 2019: Studientag

in Kooperation mit der Thomas-Morus-Akademie, dem Katholischen Bildungswerk Leverkusen und der Volkshochschule Leverkusen 

„BLICKE AUF DEN ERSTEN WELTKRIEG"

Die Wahrnehmung des Ersten Weltkrieges wird durch zahlreiche Mythen und nationale Narrative bestimmt. Hierbei hat der Erste Weltkrieg und sein Ende für die verschiedenen Nationen höchst unterschiedliche Bedeutung. Im Rahmen eines Studientages wollen wir uns den unterschiedlichen Sichtweisen zuwenden. Vier Vorträge (zwei davon eher ereignisgeschichtlich geprägt und zwei erinnerungsgeschichtlich orientiert), eine detaillierte Ausstellungsführung und Diskussionen bieten die Möglichkeit einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit der Rezeptionsgeschichte der „Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts. Thematisiert werden Mythen des Kriegsbeginns und -endes wie der Schlieffenplan und die Gründung des Staates Polen wie auch die unterschiedliche Form des Erinnerns an den Krieg in Großbritannien wie bei den Mittelmächten. Die Abschlusspodiumsdiskussion wird nochmals die heute noch relevante europäische Dimension dieses Krieges zum Gegenstand haben. Das abwechslungsreiche Programm schließt einen Mittagsimbiss und eine Kaffeetafel ein. Nähere Informationen sind einem gesonderten Programmflyer zu entnehmen.

Kostenbeitrag: € 25,00

Samstag, 19. Januar 2019, 10:00 bis 17:00 Uhr, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte - Leverkusen

6. Februar 2019: Podiumsdiskussion

„NARRATIVE" INNERHALB DES GEDENKENS AN DEN ERSTEN WELTKRIEG

Im Jahre 2014 hat es zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen gegeben, die an den Beginn des Ersten Weltkrieges erinnert haben. 2018, zum Ende des Ersten Weltkrieges, ist die Zahl der Ausstellungen und Erinnerungsveranstaltungen deutlich geringer. Dabei erscheint das Ende eines Krieges doch viel eher ein erinnerungswürdiges Ereignis als dessen Anfang. Der OGV und seine Partner hatten sich frühzeitig dafür entschieden, an beides zu erinnern: an den Anfang und an das Ende. Die Ausstellung zu den „Kriegsenden" thematisiert das Leben im Krieg nicht an den Fronten, sondern in sieben europäischen Heimaten. Zugleich mit dem Leben im Krieg wird das Erleben von Krieg zur Sprache gebracht. Es sind also nicht die militärischen Aspekte, die im Vordergrund stehen, sondern die Veränderungen des zivilen Lebens. Ob das ein probater Weg ist, an Krieg zu erinnern, soll in einem Podiumsgespräch zunächst von Experten debattiert werden, bevor sich das Publikum in die Diskussion einmischen kann.

Leitung: Prof. Dr. Wolfgang Hasberg

Mittwoch, 6. Februar 2019, 18:30 Uhr, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte - Leverkusen

9. Februar 2019: Konzert

„MUSIK IM SPIEGEL DES ERSTEN WELTKRIEGS"

DAVID JOHNSON | GEIGE
THOMAS PALM | KLAVIER
IRMELIN SLOMAN | SOPRAN

1914 –18 die Jahre, in denen die Welt in Flammen aufging - werden zum 100-jährigen Gedenken von Historikern und Journalisten beschrieben. Unser Konzert möchte diese Zeit von einer ganz anderen Seite beleuchten und das damalige Lebensgefühl in seiner großen Vielfalt lebendig werden lassen. Die dargebotenen Kompositionen spiegeln den Zeitgeist in seinen unterschiedlichen Facetten wider. Die Musik verbindet, berührt und zuweilen regt sie zum Lächeln an. Wir möchten ein Licht anzünden und die Musik der verschiedenen Nationalitäten miteinander verbinden als Zeichen des Friedens.

Kostenbeitrag: € 5,00

Samstag, 9. Februar 2019, 15:30 Uhr, Ev. Gemeindehaus, Bielertstr. 14 in 51379 Leverkusen-Opladen
Sonntag, 24. Februar 2019
, 11 Uhr, Schlosskapelle Jülich

10. Februar 2019: Abschlussveranstaltung

mit Buchpräsentation

Zum Abschluss der Ausstellung wird die Öffnungszeit um zwei Stunden verlängert und mit vier Veranstaltungen abgerundet.
Um 10:00 Uhr findet eine Finissage als Werkstattgespräch mit dem Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Nordrhein-Westfalen Dr. Stephan Holthoff-Pförtner und musikalischer Umrahmung statt.
Um 11:00 und um 14:00 Uhr werden letztmalig Ausstellungsführungen angeboten.
Um 16:00 Uhr wird die umfangreiche Begleitpublikation in Anwesenheit des Parlamentarischen Staatssekretärs im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen Klaus Kaiser der Öffentlichkeit vorgestellt.
Ganztägig gibt es Kaffee und Kuchen in der Cafeteria.

Sonntag, 10. Februar 2019, 10:00 bis 17:00 Uhr, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte – Leverkusen


Buchpräsentation in Jülich

Zum Auftakt der Ausstellung in Jülich wird nach vormittäglichen Eröffnungskonzert die umfangreiche Begleitpublikation der Öffentlichkeit vorgestellt.

Sonntag, 24. Februar 2019, 15 Uhr, Schlosskapelle Jülich


Seite teilen: