Veranstaltungsreihe

"Marksteine deutscher Geschichte aus rheinischer Perspektive: 1520, 1820, 1870 und 1945"

in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen

Im Jahr 1520 wurde Karl V. in Aachen zum römisch-deutschen König gekrönt – ein wichtiger Schritt auf dem Weg des habsburgischen Herrschers zur Umsetzung seiner Idee der Universalmonarchie. Die Wiener Schlussakte von 1820 bedeutete für den auf dem Wiener Kongress 1815 geschaffenen Deutschen Bund die Vollendung seiner Verfassung. Damit wurde die staatliche Ordnung nach der Zeit vieler Umbrüche zwischen Französischer Revolution und endgültiger militärischer Niederlage Napoleons in den „Befreiungskriegen“ auf eine neue Grundlage gestellt.
Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 bildete den Schlusspunkt der später so genannten Reichseinigungskriege. Diese liefen auf die „kleindeutsche Lösung“ hinaus. Preußen setzte sich als Führungsmacht gegen Österreich-Ungarn endgültig durch.
Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg, den das nationalsozialistische Deutschland 1939 heraufbeschworen hatte. Mit aller Wucht kam der Krieg durch die Alliierten in den letzten beiden Kriegsjahren nach Deutschland zurück.

Was bedeuteten diese Ereignisse für die Menschen und Strukturen im Rheinland?

Vier Vorträge, davon einer nur in Leverkusen, mit ausgewiesenen Experten als Referenten beleuchten diese „Marksteine deutscher Geschichte“ aus einer dezidiert regionalen – sprich rheinischen – Perspektive.
 

6. März 2020: Vortrag und Gedenken "1945 – Kriegsende und Neubeginn im Rheinland"

Referent: Michael D. Gutbier

Der 8. Mai 1945 bedeutete das Ende der Kriegshandlungen in Europa und insbesondere in Deutschland. Dies nicht nur für die Soldaten an der Front sondern auch für die durch Luftangriffe und Kampfhandlungen drangsalierte Zivilbevölkerung.
Insbesondere nach dem sogenannten D-Day unterstützten die Alliierten ihren Vormarsch nach Deutschland mit vermehrten Luftangriffen und Artilleriebeschüssen. So kehrte der vom nationalsozialistischen Deutschland entfachte Krieg mit aller Wucht nach Deutschland zurück.
Das Rheinland war nicht zuletzt durch die Operationen Queen und Granada und die Luftangriffe auf die Infrastruktur und kriegswichtige Industrie im letzten Kriegsjahr besonders betroffen. Andererseits erfolgten jedoch direkt nach der Besetzung des Rheinlandes durch die Alliierten der Aufbau demokratischer Strukturen und der notwendige Neubeginn.

Dem Vortrag, der diese Thematik aufgreift, folgt ein Gedenken an die Opfer der Luftangriffe auf Opladen am 28. Dezember 1944 und 5. März 1945 auf dem Opladener Ehrenfriedhof.

Freitag, 6. März 2020, 14:00 Uhr, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte, Haus-Vorster Str. 6, Leverkusen-Opladen (in der Reihe „Geschichte am Kamin") 

Freitag, 6. März 2020, 15:30 Uhr, Ehrenfriedhof Opladen, Rennbaumstraße, Leverkusen Opladen

5. August 2020: Vortrag "1520 – Die Krönung Karls V. in Aachen und die Folgen"

Referent: Guido von Büren

Die Wahl Karls V. zum römisch-deutschen König 1519 war nur möglich geworden, da die Fugger erhebliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt hatten, um die Kurfürsten von dem jungen Habsburger zu überzeugen. Für das Haus Habsburg bedeutete diese Wahl vorerst die Vormachtstellung in Europa gegenüber dem König von Frankreich, beherrschte Karl V. mit Spanien doch auch einen Großteil des Südens Europas. Entsprechend prunkvoll wurde die Krönung Karls V. in Aachen begangen.
Das Ereignis von europäischem Format zog bedeutende Zeitgenossen in die alte Reichsstadt, darunter den Künstler Albrecht Dürer. Hiermit und durch weitere Aktionen des Königs bzw. seit 1520 gekrönten Kaisers rückte das Rheinland zeitweilig in das Zentrum der Reichspolitik.

Mittwoch, 5. August 2020, 18:30 Uhr, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte, Haus-Vorster Str. 6, Leverkusen-Opladen (in der Reihe „Geschichte am Kamin") 

7. Oktober 2020: Vortrag "1820 – Die Wiener Schlussakte und ihre Bedeutung für das Rheinland"

Referent: Mahmoud Kandil

Der Deutsche Bund wurde auf dem Wiener Kongress 1814/15 geschaffen, um nach dem Ende des Alten Reiches 1806 und dem endgültigen Machtverlust des Kaisers von Frankreich, Napoleon, eine neue Staatenordnung in der Mitte Europas zu schaffen. Im Jahr 1820 wurde durch die Wiener Schlussakte die Verfassung des Deutschen Bundes vollendet, der sich in erster Linie als ein Verteidigungsbündnis sah. Damit waren die Hoffnungen vieler, die sich in den Befreiungskriegen engagiert hatten, endgültig gestorben, dass es einen deutschen Nationalstaat geben würde. Vielmehr  setzte eine Zeit der Restauration ein, die durch die Souveränität der Fürsten, die sich im Deutschen Bund zusammengeschlossen hatten, geprägt wurde. Das Rheinland als Teil des Königreichs Preußen erlebte eine als schwierig empfundene Zeit der Anpassung an die neuen staatlichen Bedingungen. 

Mittwoch, 7. Oktober 2020, 18:30 Uhr, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte, Haus-Vorster Str. 6, Leverkusen-Opladen (in der Reihe „Geschichte am Kamin") 

2. Dezember 2020: Vortrag "1870 – Der deutsch-französische Krieg und das Rheinland"

Referent: Georg Mölich

Mit dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 kam es am 18. Januar 1871 nach drei für Preußen erfolgreichen Reichseinigungskriegen zur Gründung eines zweiten deutschen Kaiserreichs, das unter preußischer Führung stand. Anders als die Bestrebungen der Revolution von 1848/49 handelte es sich um eine Staatsgründung von oben, welche auf Grund militärischer Erfolge möglich geworden war. Diese Reichsgründung führte, obwohl sie kaum Veränderungen in den Teilstaaten mit sich brachte, zu einem wirtschaftlichen Aufschwung innerhalb des Reiches und dem Entstehen eines Nationalstaatsbewusstseins. Neben dem Militär entwickelte sich die Großindustrie mit ihrer Elite zum zweiten Standbein des Kaiserreichs. Der militärische Sieg über Frankreich und die Gründung des Reiches wirkten tief in die Gesellschaft, auch im Rheinland, das sich lange Zeit eher preußenkritisch sah, hinein.

Mittwoch, 2. Dezember 2020, 18:30 Uhr, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte, Haus-Vorster Str. 6, Leverkusen-Opladen (in der Reihe „Geschichte am Kamin")