Veranstaltungsreihe

"Marksteine deutscher Geschichte aus rheinischer Perspektive: 1919, 1939, 1949 und 1989"

in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen

Die Ausrufung und Etablierung einer Republik auf deutschen Boden im November 1918 als Folge des Ersten Weltkrieges führte 1919 zur Erarbeitung einer demokratischen Verfassung für Deutschland durch die Nationalversammlung in Weimar, welche das Leben und die Rechte der Menschen in Deutschland fundamental veränderte. Nur zwanzig Jahre später führte das nationalsozialistische Deutschland nach dem Scheitern der Weimarer Republik Europa und die Welt im September 1939 in einen erneuten Weltkrieg, an dessen Ende die bedingungslose Kapitulation der Verlust der staatlichen Souveränität stand. 30 Jahre nach der Erarbeitung einer Verfassung in Weimar und 100 Jahre nach der ersten verfassungsgebenden Nationalversammlung in Frankfurt wurde in Bonn im Parlamentarischen Rat das Grundgesetz für einen westdeutschen Teilstaat auf Basis der beiden ersten Verfassungen erarbeitet. Wiederum vierzig Jahre später, im Herbst 1989, erstritten sich die Bürger Ostdeutschlands die Freiheit und erzwangen durch ihre Proteste den Fall der Mauer. Seit dem 3. Oktober 1990 gilt das Grundgesetz für alle Deutschen. Was bedeuteten diese Ereignisse für die Menschen und Strukturen im Rheinland? Drei Vorträge und eine nur in Leverkusen stattfindende Podiumsdiskussion mit ausgewiesenen Experten als Referenten beleuchten diese „Marksteine deutscher Geschichte" aus einer dezidiert regionalen -sprich rheinischen- Perspektive.
 

7. August 2019: Vortrag "1919: Zwischen Demokratie und Besatzungsregime: Der Beginn der Weimarer Republik im Rheinland"

Referent: Georg Mölich

Der nach dem Ort des Zusammentritts der verfassungsgebenden Nationalversammlung im Frühjahr 1919 im Nachhinein als „Weimarer Republik“ bezeichnete demokratische Neuanfang nach dem Ende des Weltkrieges vollzog sich besonders im Rheinland unter spezifischen Rahmenbedingungen. So stellten die Besatzung des linksrheinischen Rheinlandes und später des Ruhrgebietes durch die Alliierten und die massiven wirtschaftlichen Einschnitte durch die Hochinflation enorme Herausforderungen dar. Gleichwohl boten neue Perspektiven des Wahlrechts auch für Frauen, gesellschaftliche Veränderungsprozesse und kulturelle Aufbrüche auch enorme Chancen für die erste Demokratie in Deutschland. Der häufig gewählte ausschließliche Blick auf „Weimars Ende“ versperrt eine historische Analyse der Vielfalt der neuen Republik, deren Anfänge in diesem Vortrag aus regionalhistorischer Perspektive beschrieben werden.


Mittwoch, 07. August 2019
, 18:30 Uhr, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte – Leverkusen (in der Reihe „Geschichte am Kamin")
Mittwoch, 24. April 2019, 19:30 Uhr, Schlosskapelle Jülich (in der Reihe „Mittwochsclub")
 

4. September 2019: Vortrag "1939: Der Beginn des Zweiten Weltkriegs: Wahrnehmungen und Erleben im Rheinland"

Referent: Michael D. Gutbier M.A.

„Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!“
Dieser Satz ist einer der bekanntesten der deutschen Geschichte. Gesprochen wurde er von Adolf Hitler im Berliner Reichstag am Vormittag des 1. September 1939. Der Tag gilt heute als Beginn des von Deutschland ausgelösten Zweiten Weltkriegs. Tatsächlich überfiel an diesem Morgen die deutsche Wehrmacht ohne Kriegserklärung Polen. Es begann ein Krieg, der bald weite Teile der Welt erfasste. Er sollte sechs Jahre lang dauern und fast 60 Millionen Menschen das Leben kosten. Wie erlebten die Menschen im Rheinland den Ausbruch des Krieges? Welche Folgen und Veränderungen brachte der Kriegsausbruch mit sich? Waren die Rheinländer auf diesen Krieg vorbereitet? Nur einige Fragen, die im Rahmen des Vortrags angesprochen werden. 

Mittwoch, 04. September 2019, 18:30 Uhr, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte – Leverkusen (in der Reihe „Geschichte am Kamin")
Mittwoch, 25. September 2019, 19:30 Uhr, Schlosskapelle Jülich (in der Reihe „Mittwochsclub") 
 

2. Oktober 2019: Vortrag "1949: Die Bonner Republik – eine rheinische Demokratie?"

Referent: Prof. Dr. Jost Dülffer

Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland und die damit verbundenen, entscheidenden Abstimmungen des Parlamentarischen Rates und des Deutschen Bundestages 1949 führten zu einer weitreichenden Veränderung in und um Bonn herum: die Stadt wurde „Regierungssitz“ der gerade erst gegründeten Bundesrepublik. Die Entscheidung war, so war man sich zunächst einig, ein ‚Provisorium‘ und wurde, bekanntermaßen, ein ‚Provisorium in Permanenz‘, erst seit dem Bonn-Vertrag von 1970 durfte die Stadt sich überhaupt als Bundeshauptstadt bezeichnen. Die Narrative dieser Entwicklungen prägen das Bild der ‚Bonner Republik‘ bis in die aktuelle Öffentlichkeit.
Inhalt des Vortrages sind die Auswirkungen dieser Entscheidung auf die politische und gesellschaftliche Entwicklung sowie das Selbstverständnis der Bundesrepublik Deutschland. Ein besonderer Fokus der Betrachtung liegt auf dem Einfluss der Region auf die Entwicklungen, somit auf der Relevanz des ‚Rheinischen‘.

Mittwoch, 02. Oktober 2019, 18:30 Uhr, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte – Leverkusen (in der Reihe „Geschichte am Kamin")
Mittwoch, 30. Oktober 2019, 19:30 Uhr, Schlosskapelle Jülich (in der Reihe „Mittwochsclub")
 

6. November 2019: Podiumsdiskussion "1989: Abschied von der Macht? Der Mauerfall und die Folgen für das Rheinland"

Moderation: N.N.
Gäste: Andreas Salz, Claus J. Duisberg, u.a.

Der Mauerfall am 9. November 1989 und die darauffolgende Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 veränderte die politische Landschaft der Bundesrepublik Deutschland mit ihrem Machzentrum im Rheinland nachhaltig. Die Debatte um Parlaments- und Regierungssitz im Deutschen Bundestag und die Folgen der Entscheidung für das Gesetz zur Umsetzung des Beschlusses des Deutschen Bundestages vom 20. Juni 1991 zur Vollendung der Einheit Deutschlands für Bonn und das Rheinland sind Gegenstand einer Podiumsdiskussion.


Mittwoch, 6. November 2019
, 18:30 Uhr, Forum Leverkusen, Vortragssaal, Am Büchelter Hof 9, 51373 Leverkusen (in der Reihe „Geschichte am Kamin")
 


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