Veranstaltungsreihe

„500 Jahre Vereinigte Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg“

in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen

Am 15. März 1521 verstarb Herzog Johann II. von Kleve und sein Sohn Johann III. folgte ihm. Damit waren die Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg sowie die Grafschaften Mark und Ravensberg miteinander vereinigt, hatte doch Johann III. 1510 die jülich-bergische Erbtochter Maria geheiratet. Herzog Wilhelm IV. von Jülich-Berg war 1511 verstorben, sodass das junge Paar bereits zehn Jahre zuvor dessen Territorien übernommen hatte. Der Zusammenschluss der bedeutenden Länder im Rheinland und in Westfalen war von langer Hand vorbereitet worden. Maria und Johann waren gerade einmal fünf und sechs Jahre alt gewesen, als man sie 1496 auf Schloss Burg an der Wupper miteinander verlobte. Das „Land im Mittelpunkt der Mächte“ erlebte in den folgenden Jahrzehnten einen bedeutenden Aufstieg, vor allem unter Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg, dem man später den Beinamen „der Reiche“ gab. Und doch zeichnete sich schon seit den 1560er Jahren ab, dass die Zukunft des Territorienverbundes äußerst fragil war. Der Herzog erlitt mehrere Schlaganfälle, von denen er sich gesundheitlich bis zu seinem Tod 1592 nicht mehr erholte, der spanisch-niederländische Krieg wirkte sich negativ auf die Länder am Rhein aus und 1575 verstarb der Erbprinz Karl Friedrich knapp zwanzigjährig in Rom. So wurde sein jüngerer Bruder Johann Wilhelm I. Nachfolger seines Vaters. Geistig krank, blieben seine beiden Ehen jedoch kinderlos, sodass mit seinem Tod 1609 der jülich-klevische Erbfolgestreit ausbrach, in dessen Folge die vereinigten Herzogtümer wieder zerfielen. Was bleibt, ist die Erinnerung an ein Land, „dem zum Königreich nur noch der Name fehlte“ und in dem „zur Freude der Untertanen Gerechtigkeit (Iustitia), Frömmigkeit (Pietas) und Frieden (Pax) herrschten“.

2. Juni 2021: Vortrag "Die Schaffung der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg. Das Jahr 1521 und seine Folgen für die niederrheinisch-westfälische Geschichte"

Wappen der Vereinigten Länder – Darstellung um 1540: Zu sehen sind die beiden Löwen der Territorien Jülich und Berg, die Lilienhaspel des Herzogtums Kleve, das Schachbrettmuster der Grafschaft Mark und die Sparren der Grafschaft Ravensberg.Kurzzeitig gehörten auch das Herzogtum Geldern und die Grafschaft Zutphen, ebenfalls mit Löwen im Wappen, zum Verbund.

Referent: Ralf-Peter Fuchs

2021 ist das Jubiläumsjahr der Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen. Zugleich ist es das Jahr des 500-jährigen Jubiläums der Vereinigung der rheinischen Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg wie auch der westfälischen Grafschaften Mark und Ravensberg. Dieser niederrheinisch-westfälische Territorienverbund huldigte seit 1521 einem gemeinsamen Landesherrn. Ab 1609/1614 vollzog sich wieder eine Trennung in mehreren Stufen, die jedoch keineswegs zum vollständigen Abbruch der Verbindungen führte. Im Vortrag soll der Überlegung des Historikers Heinz Finger, dass das Jahr 1521 „durchaus dauerhafte Folgen gehabt" hat, nachgegangen werden. Wir werden ausführlich einer sich gegenseitig durchdringenden Herrschaft von Brandenburg-Preußen und Pfalz-Neuburg in diesen Ländern vor 1806 nachgehen und einen kurzen Blick auf die weiteren Entwicklungen im 19. Jahrhundert werfen.

Mittwoch, 2. Juni 2021, 18:30 Uhr, Agamsaal, Forum Leverkusen, Am Büchelter Hof 9, 51373 Leverkusen-Wiesdorf (in der Reihe „Geschichte am Kamin") 

Aufgrund der gültigen Covid19-Hygienerichtlinien ist die verbindliche Anmeldung hier oder telefonisch unter 02171-47843 zwingend notwendig!

Über den Referenten:

Prof. Dr. Ralf-Peter Fuchs

Professor für Landesgeschichte der Rhein-Maas-Region an der Universität Duisburg Essen, Direktor des Instituts für niederrheinische Kulturgeschichte und 1. Vorsitzender der Niederrhein-Akademie/Academie Nederrijn (NAAN).

12. Juni 2021: Die Grafschaft Mark und ihre Residenzburg Altena

1521 starb Johann II. von Kleve-Mark, und sein Sohn Johann, seit 1511 Herzog von Jülich-Berg, trat auch die Nachfolge in Kleve-Mark an. Er bildete damit die Vereinigten Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg, wodurch er zum mächtigsten Fürsten im deutschen Westen wurde.

Eines der Teilterritorien des neuen Verbundes bildete die Grafschaft Mark mit ihrer Stammburg in Altena. In den Jahren 1160/61 spalteten sich die Grafen von Altena von den Grafen von Berg ab. Die so entstandene Grafschaft Altena wurde ab 1180 in einer erneuten Erbteilung zwischen den Söhnen des Grafen von Altena aufgeteilt. Adolf III. von der Mark, der Sohn Adolfs II. von der Mark und Margaretes von Kleve, erwarb 1368 die Grafschaft Kleve. Dieser Verbund von Kleve-Mark wurde 1521 mit Jülich-Berg zusammengefügt und somit auch Berg und Mark nach 360 Jahren „wiedervereinigt“.

Ziel unserer Exkursion ist die ehemalige Residenzburg Altena, die sich auf einem Bergsporn des Klusenbergs in der Stadt Altena an der Lenne im Märkischen Kreis befindet. Die Spornburg wurde der Legende nach Anfang des 12. Jahrhunderts von den Grafen von Berg errichtet. Nach dem Erwerb des Oberhofs Mark bei Hamm im Jahr 1198 nahmen die Grafen von Altena ihren Hauptwohnsitz in der dortigen Burg Mark und nannten sich später „Grafen von der Mark“. Die Stammburg Altena wurde von ihnen nur noch zeitweise bewohnt, ab 1392 war sie lediglich Amtmannssitz. In brandenburgisch-preußischer Zeit wurde die Burg Garnison, Armen- und Arbeitshaus, Kriminalgericht nebst Gefängnis sowie Krankenhaus. Im Jahr 1914 richtete Richard Schirrmann auf der Burg die erste ständige Jugendherberge der Welt ein. Die Originalräume sind heute ein Museum.

In den Gebäuden der Burg sind unterschiedlichste Ausstellungen zu besichtigen. Das Museum der Grafschaft Mark, das Museum Weltjugendherberge, das Märkische Schmiedemuseum und das Deutsche Wandermuseum schlossen sich zu den Museen Burg Altena zusammen, welche wir neben der Stadt Altena besuchen werden.

Kostenbeitrag € 70,-- (Mitgliederermäßigung: € 5,--)

Samstag, 12. Juni 2021
07:45 Uhr Jülich, Bahnhof
09:00 Uhr Opladen, Villa Römer