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| Ausgabe 3 / 2026 |
Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde und Interessierte des OGV,
wir alle können uns nun hoffentlich von dem - gefühlt viel zu langen - Winter verabschieden und die Freude über die wärmende Frühlingssonne mit der Vorfreude auf die bevorstehenden Veranstaltungen verbinden. Vielleicht haben Sie schon in unserem gedruckten Programm gestöbert, ansonsten laden wir Sie nochmals gerne ein, den gemeinsamen Online-Kalender des Jülicher und des Opladener Geschichtsvereins unter https://jgvogv.de/kalender zu nutzen.
Schon am Mittwoch, dem 4. März erwartet uns um 18:30 Uhr im Vortragssaal des Forums ein spannender Vortrag aus der Reihe "Geschichte am Kamin". Stefan Karl, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung der Stadt Leverkusen und unser Vorsitzender Michael D. Gutbier zeigen in Zusammenarbeit mit der VHS Leverkusen die Wandlung unserer Stadt seit 1945 und die Kontinuitäten und Brüche, welche die Stadtentwicklung prägten. In einem Ausblick stellen sie die Schlussfolgerungen dar, die sich daraus für die Zukunft ziehen lassen.
Am Sonntag darauf, dem 8. März, lohnt es sich ab 11:00 Uhr in zweifacher Hinsicht, den Frankenberg in Opladen zu besuchen. Am bundesweiten Tag der Archive öffnet das Stadtarchiv seine Pforten im ehemaligen Landratsamt und lädt von 11:00 bis 17:00 Uhr unter dem Motto "Alte Heimat - neue Heimat" zu einem Überblick über die Migrationsgeschichte des Leverkusener Raums ein sowie zu einem kleinen Bücherflohmarkt und Führungen durchs Haus. Parallel dazu eröffnet der OGV in der Villa Römer letztmalig die Möglichkeit zur Besichtigung seiner Ausstellung "Leverkusener Gesichter", die eigens zu diesem Anlass verlängert wurde. Um 12:00 Uhr und 15:00 können Sie sich von Bert Gerhards durch diese hochinteressante Galerie mit Porträts und Zitaten von Leverkusener Persönlichkeiten führen lassen und natürlich auch die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte besuchen. Der Eintritt ist an diesem Tag frei.
Am Donnerstag, dem 19. März findet unter Beteiligung des OGV in Berlin im Rahmen des europäischen Kooperationsprojekts StadtRäume / UrbanSpaces ein Fachtag zur Demokratiegeschichte in der Zwischenkriegszeit statt. Die Veranstaltung bildet den Auftakt der StadtRäume-Aktivitäten im Jahr 2026. Für diejenigen, die in der Heimat bleiben, bietet sich am Tag darauf die Gelegenheit, im Rahmen von "StadtRäume unterwegs" das LVR-Landesmuseum in Bonn zu besuchen. Dort erhalten Sie eine Führung der Kurator:innen Dr. Alexandra Käss und Dr. Christoph Schmälzle durch die Ausstellung „Schöne neue Arbeitswelt. Traum und Trauma der Moderne“. Treffpunkt am Freitag, dem 20. März ist um 15:15 Uhr im Foyer des Bonner Landesmuseums.
In der vorletzten Märzwoche veranstalten wir eine Exkursion an den Niederrhein. Am Samstag, dem 28. März, also noch bevor die Uhren umgestellt werden, geht es um 08:40 Uhr von der Villa Römer aus mit dem Bus nach Wesel. Neben einem ausführlichen Rundgang durch das historische Zentrum steht eine Führung durch die im Frühjahr 2025 wiedereröffnete Dauerausstellung des LVR-Niederrheinmuseums in der ehemaligen Zitadelle von Wesel auf dem Programm.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und wünschen einen angenehmen Start in den Frühling.
Herzlichst, Ihr Ralph Junker
Beisitzer des Vorstandes
4. März 2026: Vortrag "Stadtentwicklung Leverkusens nach 1945"
Die Entwicklung Leverkusens nach 1945 war geprägt von tiefgreifenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und städtebaulichen Veränderungen. Der Wiederaufbau, die Integration von Geflüchteten und Vertriebenen, der wirtschaftliche Strukturwandel sowie Veränderungen der Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur stellten Stadt und Region vor erhebliche Herausforderungen. Mit der kommunalen Neugliederung 1975 und dem Zusammenschluss zur Stadt Leverkusen ergaben sich zusätzliche planerische, organisatorische und stadtstrukturelle Aufgaben, die die weitere Stadtentwicklung entscheidend beeinflussten.
Im Vortrag beleuchten Michael D. Gutbier und Stefan Karl diese Entwicklungen aus zwei sich ergänzenden Perspektiven:
- Michael D. Gutbier stellt die historischen Rahmenbedingungen dar: Wiederaufbauprozesse, Migration und Bevölkerungszuwachs, wirtschaftliche Veränderungen, infrastrukturelle Herausforderungen sowie die Bedeutung der kommunalen Neugliederung für die Stadtstruktur und das Selbstverständnis Leverkusens.
- Stefan Karl, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung der Stadt Leverkusen, erläutert die planerische Perspektive: die Leitbilder der Stadtplanung seit den 1950er Jahren, ihre Umsetzung in Leverkusen an Beispielen, die Folgen der Neugliederung 1975 sowie die aktuellen planerischen Herausforderungen der Stadtplanung und -entwicklung.
Gemeinsam zeigen beide Referenten, wie sich Leverkusen seit 1945 gewandelt hat, welche Kontinuitäten und Brüche die Stadtentwicklung prägten – und welche Schlussfolgerungen sich daraus für die Zukunft ziehen lassen.
Mittwoch, 4. März 2025, 18:30 Uhr Vortragssaal im Forum Leverkusen (in der Reihe Geschichte am Kamin)
Eintritt frei!
in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen
"Tag der Archive" in Leverkusen: Ausstellungen in der Villa Römer am 8.3.2026 geöffnet
Am Sonntag, den 8. März findet der bundesweite Tag der Archive statt, der alle zwei Jahre begangen wird. Gerne weisen wir auf das vielfältige Programm des Stadtarchivs Leverkusen hin.
Unter dem Motto „Alte Heimat – Neue Heimat“ öffnet das Stadtarchiv Leverkusen am Sonntag, dem 8. März von 11 Uhr bis 17 Uhr seine Türen anlässlich des bundesweiten Tages der Archive. Auf unserem Programm stehen:
- Allgemeine Führungen durchs Stadtarchiv (11:15 Uhr und 14:15 Uhr) - Spezialführungen (Fotosammlung 16:00 Uhr) - Vorträge und Präsentationen (13:00 Uhr: "Der Heimatkreis Treuburg stellt sich vor", 16:00 Uhr: Vortrag "Flucht und Migration")
- Ab 11:15 Uhr sammeln wir Ihre Flucht- und Migrationsgeschichten. Geben Sie uns ein Interview zur Dokumentation Ihrer Geschichte. - Ab 14:00 Uhr öffnen wir unseren Showroom mit schönen und kuriosen Exemplaren unserer gegenständlichen Sammlung. - Nach der Begrüßung um 11:00 Uhr durch den Leiter des Stadtarchivs, Dr. Julius Leonhard, findet ganztägig ein Bücherflohmarkt mit regionaler Literatur statt.
Parallel zum Tag der Archive kann von 11 Uhr bis 16 Uhr die Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte kostenlos besucht werden. Es besteht letztmalig die Gelegenheit, die Ausstellung „Leverkusener Gesichter“ des Opladener Geschichtsvereins mit Führungen um 12 Uhr und 15 Uhr zu besichtigen. Ebenfalls ist die Dauerausstellung "ZeitRäume Leverkusen" geöffnet.
Der Eintritt ist jeweils frei, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
LIVING MEMORIALS: Europäische Erinnerungskultur digital erleben
Am Lise-Meitner-Gymnasium in Leverkusen wurde das internationale Bildungsprojekt LIVING MEMORIALS vorgestellt. Initiiert wurde die Veranstaltung von Christian Drach, Geschichtslehrer am Gymnasium und zugleich Geschichtswart des Opladener Geschichtsvereins von 1979 e.V. Leverkusen (OGV). Als Referenten begrüßte die Schule André Bossuroy (Foto links), Koordinator des Projekts, sowie Roman Kroke (rechts), pädagogischer Leiter. Die Veranstaltung machte deutlich: Erinnerungskultur ist nicht nur Rückblick – sie ist ein zentraler Baustein aktiver Demokratiebildung.
Film und App als neue Zugänge zur Geschichte
Im Mittelpunkt standen sowohl der Projektfilm als auch die neue mobile Anwendung LIVING MEMORIALS, die ab sofort im App Store und im Google Play Store verfügbar ist:
Hier der Link: https://www.livingmemorials.app/
Die App ermöglicht es Nutzerinnen und Nutzern, historische Orte und Erinnerungsräume interaktiv zu erkunden. Dabei verbindet sie lokale Geschichte mit europäischen Bezügen und schafft neue, digitale Zugänge zur Erinnerungskultur. Geschichte wird hier nicht abstrakt vermittelt, sondern konkret erfahrbar: durch Orte, Biografien, Geschichten und digitale Interaktion. Gerade für junge Menschen entsteht so ein direkter Zugang zu historischen Fragestellungen – und zu den Grundlagen unserer demokratischen Gesellschaft.
Internationale Kooperation – Europäische Verantwortung
LIVING MEMORIALS ist ein europäisches Kooperationsprojekt zwischen dem Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen (OGV), der Société Historique de Villeneuve d’Ascq (Frankreich), sowie dem gemeinnützigen Verein Médiel (Belgien). Diese Partnerschaft steht exemplarisch für gelebte europäische Zusammenarbeit im Bereich historisch-politischer Bildung. Sie verbindet lokale Erinnerungsorte mit einer gemeinsamen europäischen Perspektive und zeigt, dass Geschichte nicht an nationalen Grenzen endet. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Herausforderungen gewinnt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Fragen von Erinnerung, Demokratie und historischer Verantwortung besondere Bedeutung.
Die Rolle des OGV: Lokal verankert, europäisch vernetzt
Der Opladener Geschichtsverein bringt in dieses Projekt seine langjährige Erfahrung in der lokalen Geschichtsarbeit ein. Als Träger der Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte – engagiert sich der OGV seit Jahrzehnten für die Bewahrung, Erforschung und Vermittlung der Stadtgeschichte Leverkusens. Mit LIVING MEMORIALS erweitert der Verein diese Arbeit um eine digitale und europäische Dimension: Lokale Geschichte wird in einen größeren Zusammenhang gestellt, demokratische Werte werden historisch fundiert vermittelt, und junge Menschen werden zur aktiven Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart eingeladen.
Erinnerungskultur im digitalen Zeitalter
Das Projekt steht beispielhaft für eine moderne, partizipative Geschichtsvermittlung. Es verbindet analoge Orte mit digitalen Formaten, lokale Perspektiven mit europäischen Netzwerken und historische Forschung mit demokratischer Bildungsarbeit. Der OGV freut sich, Teil dieses internationalen Projekts zu sein und damit einen Beitrag zur europäischen Erinnerungskultur und zur Stärkung demokratischer Werte zu leisten.
StadtRäume 2026: Fachtag in Berlin als Auftakt
Das europäische Kooperationsprojekt StadtRäume / UrbanSpaces ist für die Jahr 2026/27 mit mehreren Workshop-Formaten konzipiert, die sich mit Demokratiegeschichte und urbanen Räumen in der Zwischenkriegszeit befassen. Ursprünglich vorgesehen waren drei größere Projektbausteine: ein gemeinsamer Workshop in Berlin und Schwedt/Oder, ein Workshop in Leverkusen und Jülich sowie ein internationaler Workshop in Oulu (Finnland).
Im Zuge der weiteren Projektplanung hat sich gezeigt, dass dieses ursprünglich geplante Format in dieser Form im Jahr 2026 nicht vollständig realisiert werden kann. Der gemeinsame Workshop Berlin/Schwedt wird daher auf das kommende Jahr verschoben; der Projektanteil Schwedt/Oder findet 2026 nicht statt.
Fachtag in Berlin am 19. März 2026
Als inhaltlicher Auftakt wird stattdessen am 19. März 2026 ein Fachtag in Berlin durchgeführt. Dieser findet in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung statt, die das Thema „StadtRäume und Demokratiegeschichte in der Zwischenkriegszeit“ im Rahmen ihres eigenen Veranstaltungsprogramms aufgreift und damit einen professionellen Rahmen für den fachlichen Austausch bietet.
Der Fachtag richtet sich insbesondere an Multiplikator:innen der historisch-politischen Bildung, Lehrkräfte sowie historisch Interessierte. Vorgestellt werden das Projekt StadtRäume / UrbanSpaces, pädagogische und digitale Vermittlungsformate sowie Praxisbeispiele zur Arbeit mit Stadträumen als Orten demokratischer Erinnerung. Ein fester Bestandteil des Programms ist zudem eine Exkursion zum Friedhof der Märzgefallenen im Volkspark Friedrichshain. Das detaillierte Programm finden Sie hier.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Anmeldung über die Berliner Landeszentrale für politische Bildung erfolgt hier!
Der Berliner Fachtag wird finanziell gefördert durch die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte.
Die Teilnahme von Mitgliedern des Projekts StadtRäume aus Leverkusen sowie aus den weiteren Projektstätten ist ausdrücklich erwünscht. Für Fragen zur individuellen Reiseplanung steht unterstützend das DERPART Reisebüro Leverkusen (Frau Esgen) zur Verfügung.
Zu Gast im... LVR-Landesmuseum Bonn zur Besichtigung der Ausstellung „Schöne neue Arbeitswelt. Traum und Trauma der Moderne“
StadtRäume unterwegs: Am 20. März um 15:30 Uhr besuchen wir das LVR-LandesMuseum Bonn und nehmen an einer exklusiven Führung durch die Ausstellung „Schöne neue Arbeitswelt. Traum und Trauma der Moderne“ teil. Wie formt Arbeit unsere Städte? Welche Spuren industrieller Moderne prägen Leverkusen bis heute? Gemeinsam gehen wir diesen Fragen nach – und sammeln Impulse für unser Projekt StadtRäume 2.0.
Die Ausstellung beleuchtet die industrielle und gesellschaftliche Transformation zwischen 1890 und 1940 – eine Phase, in der sich nicht nur Arbeitsprozesse, sondern auch urbane Strukturen grundlegend veränderten. Industrialisierung bedeutete neue Produktionsformen, neue soziale Realitäten und neue räumliche Ordnungen. Städte wuchsen, verdichteten sich, differenzierten sich sozial aus. Fabriken wurden zu prägenden Landmarken, Wohnsiedlungen strukturierten Lebenswelten, Verkehrsnetze verbanden Stadt und Region.
Für Leverkusen als Industriestadt ergeben sich daraus unmittelbare Anknüpfungspunkte. Die Exkursion dient daher nicht nur dem Ausstellungsbesuch, sondern ausdrücklich auch der inhaltlichen Weiterentwicklung von StadtRäume 2.0. In einem gemeinsamen Austausch nach der Führung sollen historische Perspektiven, gegenwärtige Stadtentwicklung und europäische Vergleichsmöglichkeiten miteinander ins Gespräch gebracht werden. Mit „StadtRäume unterwegs“ verbindet der OGV wissenschaftliche Impulse, historische Reflexion und projektbezogene Diskussion. Wir freuen uns auf einen spannenden Besuch und neue Perspektiven auf Arbeit, Stadt und Moderne.
Termin: Freitag, 20. März 2026, 15:30 Uhr Treffpunkt: 15:15 Uhr im Foyer des Museums (Selbstanreise, Eintritt ins Museum frei!)
Die Führung durch die Ausstellung „Schöne neue Arbeitswelt. Traum und Trauma der Moderne“ übernehmen die Kurator:innen Dr. Alexandra Käss und Dr. Christoph Schmälzle.
LVR-Landesmuseum Bonn Rheinisches Landesmuseum für Archäologie, Kunst- und Kulturgeschichte Colmantstr. 14–16 53115 Bonn
Anmeldung bis 18.03.2026 unter: https://jgvogv.de/anmeldungen/anmeldung-zu-aktivitaeten-in-leverkusen
Noch Plätze frei: Tagesfahrt nach Wesel am 28. März 2026
Die Hansestadt Wesel war im 16. Jahrhundert eine der prosperierendsten Gemeinwesen am Niederrhein. Der Handel über Rhein und Lippe, vor allem mit Tuchen, hatte die Stadt wohlhabend und gegenüber dem klevischen Landesherren eigenständig gemacht. Mit dem Ausbruch des spanisch-niederländischen Krieges 1568 wurde Wesel ein wichtiger Zufluchtsort für Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden. „Vesalia hospitalis“ – das gastfreundliche Wesel – profitierte von der wirtschaftlichen Potenz der Neuankömmlinge, geriet aber immer mehr in den Strudel der Kriege des 17. Jahrhunderts. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges verlor Wesel seine Unabhängigkeit vom Landesherrn und wurde in der Folgezeit zu einer der größten Festungen am Niederrhein ausgebaut. Neben einem ausführlichen Rundgang durch das historische Zentrum von Wesel mit dem spätmittelalterlichen Wilibrordidom und der jüngst erst rekonstruierten Fassade des Rathauses am Markt, steht eine Führung durch die im Frühjahr 2025 wiedereröffnete Dauerausstellung des LVR-Niederrheinmuseums in der ehemaligen Zitadelle von Wesel mit Geschichten rund um das Leben am Wasser –modern, medial und emotional – auf dem Programm.
Kostenbeitrag € 75,-- (inkl. Eintritt und Führung sowie Kaffeepause) (Mitgliederermäßigung: € 5,--)
Samstag, 28. März 2026 07:30 Uhr Jülich, Bahnhof 08:40 Uhr Opladen, Villa Römer
Anmeldung unter: https://jgvogv.de/programm/anmeldung-zu-fahrten
Mitreisen von 23. bis 26. Mai 2026: Studienreise „Mainfranken“
Die Würzburger Fürstbischöfe und der Deutsche Orden prägten die Region Mainfranken, die heute insbesondere auch für ihren Wein bekannt ist. Bauwerke und Kunstwerke aller Epochen und Stilrichtungen kann man in dieser Kulturregion auf Schritt und Tritt erleben. Neben intensiven Stadtführungen, Besichtigungen und Museumsbesuchen ist auch eine Weinprobe im Exkursionsprogramm vorgesehen.
1. Tag Bad Mergentheim
Bad Mergentheim wurde im Jahr 1058 erstmals erwähnt und war von 1526 bis 1809 Sitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens. Das Deutschordensmuseum im Deutschordensschloss präsentiert die Geschichte des Deutschen Ordens, die Geschichte Bad Mergentheims, das Mörike-Kabinett, die Abteilung Jungsteinzeit im Taubertal, eine Puppenstubensammlung und die Adelsheim‘sche Altertumssammlung. In der Sammlung des Museums befindet sich auch die von Albrecht Duwe im Maßstab 1:50 rekonstruierte Burg Rehden aus dem Kulmerland. Erwähnenswert ist auch die Berwart-Treppe, eine 1574 von Blasius Berwart erbaute Wendeltreppe. Das Museum Münsterschatz im ersten Stock über der Sakristei des Münsters St. Johannes Baptist zeigt liturgische Gefäße und Geräte von der Spätgotik bis zur Gegenwart.
2. Tag Würzburg
Im Jahr 704 wurde Würzburg erstmals als Befestigungsanlage „Virteburh“ urkundlich („in castello Virteburh“) erwähnt. Bereits im Mittelalter war die Stadt ein bedeutendes wirtschaftliches, geistliches und hoheitliches Zentrum. Bis zur Industriellen Revolution blieb die überregionale Bedeutung hoch. Es entstand ein eindrucksvolles Stadtbild, vergleichbar mit herausragenden mitteleuropäischen Altstädten wie Krakau. Dieses wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, insbesondere durch den Bombenangriff am 16. März 1945. Beim Wiederaufbau wurden bedeutende Einzeldenkmäler wie die meisten Kirchen der Altstadt äußerlich rekonstruiert, jedoch nur wenige Bürgerhaus-Ensembles und Traditionsinseln. Die ebenfalls im Krieg teilweise schwer beschädigte und anschließend restaurierte Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz wurde 1981 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Eine Stadtführung nimmt die gesamte historische Innenstadt inklusive Festung Marienburg, Residenz, Schottenkirche Don Bosco, Marienkapelle und Universitätskirche in den Blick.
3. Tag Veitshöchheim und Ochsenfurt
Das Schloss Veitshöchheim ist eine ehemalige Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Würzburg, später der Könige von Bayern. Bekannt ist die Schlossanlage für den umgebenden Rokokogarten. Ochsenfurt ist eine Stadt im südlichen Maindreieck. Die historische Altstadt verfügt über eine weitgehend erhaltene mittelalterliche Befestigungsanlage mit zahlreichen Türmen und Stadttoren. Ochsenfurt gehörte früher dem Domkapitel in Würzburg. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 725, als im Auftrag von Bonifatius ein Kloster in der Stadt gegründet wurde, in dem unter anderem Thekla von Kitzingen Äbtissin war. Möglicherweise befand sich bis ins 11. Jahrhundert in Ochsenfurt ein Königshof. Die Mauern und Türme stammen aus dem 14. Jahrhundert. Seit dieser Zeit war die Stadt Teil des Fürstbistums Würzburg, das auch zum Fränkischen Reichskreis gehörte. Erst mit dem Bau der Brücke 1512 gewann Ochsenfurt auch wirtschaftliche Bedeutung. 1525 kam es während der Bauernkriege zu Aufständen. Das neue Rathaus wurde bereits 1497 fertiggestellt. Die St.-Andreas-Kirche wurde 1288 geweiht.
4. Tag Seligenstadt
Seligenstadt ist eine am Main gelegene Stadt und war in karolingischer Zeit von großer Bedeutung. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung Seligenstadts, damals als Obermühlheim, geht auf die Schenkung Ludwigs I. an Einhard in Michelstadt zurück und datierte, laut einer Abschrift der Schenkungsurkunde im Codex Laureshamensis, vom 11. Januar 815. Die Stadt wurde von Einhard, dem Biographen Karls des Großen, gegründet. Nachdem er das fränkische Domanialgut Obermulinheim 815 von Ludwig dem Frommen als Schenkung erhalten hatte, begründete er hier ein Benediktinerkloster. Bedeutendster Bau Seligenstadts ist die Einhard-Basilika St. Marcellinus und Petrus mit Reliquien der Heiligen Marcellinus und Petrus. Obwohl der Bau im Laufe der Jahrhunderte stark verändert wurde, handelt es sich dennoch um eine der eindrucksvollsten Basiliken mit karolingischer Bausubstanz nördlich der Alpen. Die südlich angrenzende, 1803 aufgehobene Benediktiner-Klosteranlage mit barocken Flügelbauten und großflächigen Hof- und Gartenanlagen wurde in vollem Umfang restauriert.
Kostenbeitrag € 670,-- p. Person im DZ, Einzelzimmerzuschlag € 120,-- (Akzent Hotel Grüner Baum in Dettelbach inkl. Frühstück, Abendessen, Eintritte und Führungsgebühren) (Mitgliederermäßigung: € 20,--)
Samstag, 23. Mai bis Dienstag, 26. Mai 2026 06:45 Uhr Leverkusen-Opladen, Villa Römer 08:00 Uhr Jülich, Bahnhof
Anmeldung unter https://jgvogv.de/programm/anmeldung-zu-fahrten
Studienreise zur Partnerstadt Oulu (Finnland) - Europäische Kulturhauptstadt 2026
Der Opladener Geschichtsverein von 1979 e. V. Leverkusen (OGV) lädt zu einer 8-tägigen Studienreise in die finnische Partnerstadt Oulu ein. Die Reise findet vom 30. August bis 6. September 2026 statt und steht im Zeichen von Stadtgeschichte, Demokratiegeschichte, Kultur und europäischem Austausch. Oulu ist im Jahr 2026 Europäische Kulturhauptstadt und bietet damit einen besonders spannenden Rahmen für diese Studienreise.
Die Reise wird fachlich begleitet und koordiniert von Bernhard Marewski und findet in Kooperation mit der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Leverkusen statt. Der OGV verantwortet die inhaltliche Ausrichtung, während die Tobit-Reisen GmbH als Reiseveranstalter für Organisation, Buchung und Zahlungsverkehr zuständig ist.
Die Anreise erfolgt per Flug ab Düsseldorf nach Helsinki mit einem Tagesaufenthalt in der finnischen Hauptstadt. Von dort geht es mit dem Nachtreisezug der finnischen Bahn weiter nach Oulu – eine besondere Reiseform, die Finnland auch infrastrukturell erlebbar macht.
Der Aufenthalt in Oulu und Umgebung verbindet historische, kulturelle und landschaftliche Perspektiven. Auf dem Programm stehen unter anderem der Besuch des Freilichtmuseums Turkansaari am Oulufluss, Ausflüge auf die Insel Hailuoto, ein Tagesausflug nach Rovaniemi mit Überquerung des Polarkreises sowie der Besuch des Museums- und Wissenschaftszentrums Arktikum. Weitere Programmpunkte sind das Kierikki Stone Age Centre, Naturerlebnisse an den Stromschnellen von Koitelinkoski sowie Zeit zur freien Verfügung, etwa im Rahmen des traditionellen Kulturfestivals „Oulu Days“.
Der Reisepreis beträgt 1.690 € pro Person im Doppelzimmer. Im Preis enthalten sind unter anderem die Linienflüge mit Finnair, der Nachtzug von Helsinki nach Oulu, alle Hotelübernachtungen, Transfers, Eintritte sowie die Verpflegung gemäß Reiseverlauf. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 21 Personen.
Das ausführliche Reiseprogramm mit Reisehinweisen sowie das Anmeldeformular finden Sie online hier: www.tobit-reisen.de/oulu2026-leverkusen
Die Anmeldung zur Studienreise erfolgt ausschließlich über die Tobit-Reisen GmbH, Limburg. Für Rückfragen zum inhaltlichen Reiseprogramm steht Bernhard Marewski zur Verfügung (bm@ogv-leverkusen.de).
Das Bayer-Kreuz - Leverkusens leuchtendes Wahrzeichen
Das Bayer-Kreuz wird derzeit umfassend restauriert – mit dem Ziel, seine Standsicherheit und Strahlkraft für die kommenden Jahrzehnte zu sichern. Seit 1933 prägt die weltweit größte freihängende Leuchtreklame das Stadtbild und steht wie kein anderes Bauwerk für Leverkusens industrielle Identität. Der Opladener Geschichtsverein begleitet die Maßnahmen konstruktiv und regt mit Blick auf das Stadtjubiläum 2030 eine formale denkmalrechtliche Anerkennung an. Ein eigener Filmbeitrag ergänzt die historische Einordnung.
Aktueller Stand der Restaurierung
Aktuell wird das Bayer-Kreuz in Leverkusen einer umfassenden Instandsetzung unterzogen. Die Rostschutzarbeiten an den inneren Stahlpylonen sind bereits abgeschlossen; in den kommenden Monaten folgen die Arbeiten an den äußeren Halterungen der Leuchtanlage. Ziel ist es, die Standsicherheit und den technischen Zustand des Bauwerks langfristig zu sichern und seine Sichtbarkeit für die nächsten Jahrzehnte zu gewährleisten.
Historische Bedeutung und technische Daten
Das Bayer-Kreuz ging erstmals im Jahr 1933 am damaligen Bayerwerk Leverkusen als Teil der IG-Farben, dem heutigen Chempark Leverkusen, in Betrieb und musste kriegsbedingt demontiert werden. Das heutige Bayer-Kreuz wurde 1958 installiert. Es besteht aus zwei rund 118 Meter hohen Stahlpylonen, zwischen denen eine Kreuzstruktur mit einer Spannweite von etwa 72 Metern gespannt ist. Damit gilt es bis heute als die größte freihängende Leuchtreklame der Welt. Über die Jahrzehnte wurde das Bayer-Kreuz mehrfach modernisiert und technisch weiterentwickelt. Seine weithin sichtbare Lage – insbesondere entlang der B8 – machte es zu einem prägenden Orientierungspunkt und zu einem der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Leverkusen.
Politische und denkmalpflegerische Debatten
Das Bayer-Kreuz war in der Vergangenheit wiederholt Gegenstand politischer und denkmalpflegerischer Diskussionen. Bereits 2004 wurde zwischen der Stadt Leverkusen, der Bayer AG und Agfa Gevaert in Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege ein öffentlich-rechtlicher Vertrag geschlossen, der den Erhalt historischer Bauwerke im Bereich des damaligen Bayerwerks regelte. Auch wenn Eigentumsfragen – insbesondere nach dem Übergang auf Lanxess – immer wieder diskutiert wurden, bestand weitgehend Konsens darüber, dass das Bayer-Kreuz faktisch wie ein Denkmal behandelt werden sollte. 2007 hat sich die Fanszene von Bayer 04 Leverkusen mit Demonstrationen und Unterschriftensammlungen erfolgreich für den Erhalt des Bayer-Kreuzes stark gemacht.
Position des Opladener Geschichtsvereins
Der Opladener Geschichtsverein von 1979 e. V. Leverkusen (OGV) begrüßt die aktuellen Erhaltungs- und Restaurierungsmaßnahmen ausdrücklich. Sie unterstreichen die Bedeutung des Bayer-Kreuzes als zentrales Zeugnis der industriellen und stadtgeschichtlichen Entwicklung Leverkusens. Mit Blick auf das 100-jährige Stadtjubiläum Leverkusens im Jahr 2030 halten wir es für sinnvoll, die Frage einer formalen denkmalrechtlichen Einstufung erneut aufzugreifen. Eine solche Anerkennung würde den langfristigen Schutz des Bauwerks stärken und seine Bedeutung für die Stadtidentität sichtbar unterstreichen.
Ausblick
Das Bayer-Kreuz ist weit mehr als ein technisches Werbeelement. Es steht für die industrielle Geschichte der Stadt, für Wandel und Kontinuität und für ein starkes identitätsstiftendes Symbol im Stadtraum. Der OGV wird den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und den Dialog mit Politik, Verwaltung, Denkmalpflege und Zivilgesellschaft fortsetzen.
Film zum Bayer-Kreuz
Der OGV hat einen eigenen Film zum Bayer-Kreuz, der die historische Entwicklung, die technische Dimension und die Bedeutung des Bauwerks für Leverkusen anschaulich dokumentiert, im Rahmen des europäischen StadtRäume-Projektes erstellt. Dieser Film ergänzt den Textbeitrag um eine visuelle Perspektive.Wir bedanken uns herzlich bei der Bayer AG, Abt. Heritage Communications, für die Unterstützung bei der Recherche und die Bereitstellung der historischen Fotos aus dem Bestand des Bayer-Archivs.
Foto-Credit: Bayer AG, Heritage Communications, BAL 6060.31_001
Mitmachen beim OGV – Geschichte gemeinsam gestalten
Du interessierst dich für Geschichte und willst etwas bewegen?
Der Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen bietet viele spannende Möglichkeiten, aktiv zu werden – ob im kleinen Rahmen oder mit vollem Einsatz. Jede und jeder ist willkommen!
Aktuelle Mitmachmöglichkeiten: - >LEV< – Stadtgeschichte mit Zukunft: Dialoge, Ausstellungen und neue Formen historischer Vermittlung bis zum 100-jährigen Stadtjubiläum 2030.
lev(at)ogv-leverkusen.de - StadtRäume 2.0 / UrbanSpaces: Europäisches Netzwerkprojekt zu Stadtentwicklung, Geschichte und Erinnerungskultur.
stadtraeume(at)ogv-leverkusen.de - Leverkusener Geschichtswege: Reale und digitale Rundwege durch die Stadtgeschichte – für alle Altersgruppen.
geschichtswege(at)ogv-leverkusen.de - Arbeitsgruppe Geschichtsfest: Kreative Ideen, neue Formate und Organisation des großen Geschichtsfests.
geschichtsfest(at)ogv-leverkusen.de - Archivteam & Ausstellungsteam: Mitarbeit bei Sammlungen oder Aufsichten in der Villa Römer.
archivteam(at)ogv-leverkusen.de · aufsichten(at)ogv-leverkusen.de So einfach geht’s: Eintragen, informiert bleiben, mitgestalten.
Trage dich über den nachstehenden Link in der Liste der aktuellen Projekte ein und du erhältst Informationen über unsere Termine und Treffen. Unverbindlich – aber mit Wirkung!
Online-Formular öffnen
Gemeinsam gestalten wir Geschichte – lebendig, offen und mit Blick auf die Zukunft!
Sie können noch mehr tun: Werden Sie Mitglied im OGV!
Werde Mitglied im Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen und gestalte die Zukunft unserer Stadtgeschichte mit! Seit 1979 fördert der OGV Bildung und Erziehung im Bereich der Regional- und Lokalgeschichte. Als Mitglied kannst du dich aktiv einbringen und gemeinsam mit engagierten Menschen die Geschichte unserer Stadt lebendig halten. Du kannst deine spezifischen Erfahrungen und Hintergründe einbringen und so die Stadtgeschichte aktiv mitgestalten.
Doch auch als passives Mitglied kannst du einen wertvollen Beitrag leisten: Dein Mitgliedsbeitrag unterstützt das ehrenamtliche Engagement der aktiven Mitglieder und trägt dazu bei, dass der Verein in der Stadtgesellschaft wirksam ist. So oder so leistest du einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung und Vermittlung unserer Geschichte und wirst Teil einer lebendigen Gemeinschaft.
Werde Teil unseres Vereins und gestalte mit!
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Herausgeber:
Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen
Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte, Haus-Vorster Str. 6, 51379 Leverkusen (Opladen)
www.ogv-leverkusen.de
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