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OGV-Newsletter Ausgabe 4 / 2026
Editorial
Liebe Freunde der Geschichte Leverkusens und der Region,
die Tage werden wieder länger und das macht auch wieder Lust auf die Teilnahme an Veranstaltungen und Exkursionen. Mit zwei erfolgreichen Tagesfahrten sind wir gut in unser diesjähriges Fahrtenprogramm gestartet. Über Pfingsten findet unsere viertägige Studienreise nach Würzburg und Umgebung statt. Es liegt schon eine erfreuliche Anzahl von Buchungen vor, es könnten aber noch mehr sein. Gehen Sie doch einfach auf die neue gemeinsame Programm-Homepage von Jülicher und Opladener Geschichtsverein und melden sich hierzu oder zu einer anderen Aktivität an!
Nicht nur wir spüren es: Die Vereinslandschaft ändert sich zusehends. Am 11. und 12. April möchten wir auf unserer Zukunftswerkstatt danach fragen, wie die zukünftige Arbeit unserer Geschichtsvereine ausgerichtet und aufgestellt sein sollte. Diskutieren Sie persönlich mit oder lassen uns vorab wissen, was Sie bewegt und welche Vorschläge Sie für unsere Vereinsarbeit haben.
Der Zugang zur Vergangenheit kann auf sehr unterschiedliche Weise erfolgen. Historische Musik kann dabei helfen, in vergangene Zeiten einzutauchen. Vor etwas mehr als 450 Jahren ist der jülich-klevische Erbprinz Karl Friedrich auf seiner Kavalierstour in Rom an den Pocken verstorben. Über seinen Lebens- und Reiseweg sind wir gut informiert, da sein Erzieher, Stephanus Winandus Pighius, hierüber ein mehr als 600-seitiges Buch geschrieben hat. Bemerkenswert ist, dass sich die Noten für die beiden Motetten anlässlich seiner Geburt im Jahr 1555 ebenso erhalten haben, wie die zur pompösen Trauerfeier in Rom 1575. Insoweit ist es ein spannendes Unterfangen, das Leben Karl Friedrichs musikalisch nachzuvollziehen. Mit einem hochkarätig besetzten Ensemble von 15 Musikerinnen und Musikern werden wir dies mit dem Konzert „Der ersehnte Fürst ist da!“ am 24. und 25. April umsetzen. Sie sind herzlich in den Spiegelsaal von Schloss Morsbroich und den Altenberger Dom zu unserer musikalischen Reise in das 16. Jahrhundert u.a. mit Werken von Martin Peudargent und Johannes de Cleve eingeladen.
Wir sehen und hören uns!
Mit den besten Grüßen und Wünschen für die Ostertage Ihr
Guido von Büren Vorsitzender des Jülicher Geschichtsvereins und stellvertretender Vorsitzender der wissenschaftlichen Kommission des Opladener Geschichtsvereins
Zum Download des Ablaufplans bitte auf das Bild klicken!
Wie können Geschichtsvereine in einer sich wandelnden Gesellschaft ihre Rolle weiterentwickeln? Welche Themen und Formate sind künftig relevant, wie lassen sich neue Zielgruppen erreichen und welche Rolle spielen digitale Möglichkeiten – bis hin zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz – für die historische Arbeit? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Zukunftswerkstatt „Quo vadis?“, zu der der Opladener Geschichtsverein von 1979 e. V. Leverkusen (OGV) gemeinsam mit dem Jülicher Geschichtsverein 1923 e. V. (JGV) am 11. und 12. April 2026 nach Leverkusen-Opladen einlädt.
Die Veranstaltung findet in der VHS-Außenstelle Schusterinsel (Brückenstraße 18–20, 51379 Leverkusen-Opladen) statt und wird moderiert von Dr. Keywan Klaus Münster (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte).
Geschichtsarbeit im Wandel der Gesellschaft
Die Zukunftswerkstatt versteht sich als offener Arbeits- und Dialograum für Aktive aus Geschichtsvereinen, Geschichtswerkstätten, Kulturinstitutionen sowie für Interessierte aus Stadtgesellschaft, Bildung und Kultur. Im Mittelpunkt stehen zentrale Fragen zur Zukunft historischer Vereinsarbeit:
Welche Rolle spielen Geschichtsvereine heute für Stadtgesellschaft und Demokratie?
Welche Erwartungen haben Politik, Verwaltung, Schulen oder Verbände an die Geschichtsarbeit vor Ort?
Wie können neue Zielgruppen erreicht und langfristig eingebunden werden?
Welche neuen Vermittlungsformate sind denkbar?
Welche Chancen bieten Digitalisierung, digitale Archive, Online-Kommunikation und Künstliche Intelligenz für die historische Arbeit?
Impulse aus Wissenschaft und Praxis
Die Zukunftswerkstatt wird durch mehrere Impulsbeiträge aus Wissenschaft und Praxis eröffnet. Zu Beginn spricht Prof. Dr. Jürgen Mittag über die Ergebnisse des 6. Deutschen Freiwilligensurveys und die aktuelle Lage von Engagement und Ehrenamt in Deutschland. Michael D. Gutbier stellt anschließend die Ergebnisse der bisherigen „Quo vadis“-Workshops der Jahre 2024 und 2025 vor und skizziert zentrale Herausforderungen und Perspektiven historischer Vereinsarbeit. Ein weiterer Impuls kommt von Bettina Miserius (Stadt Leverkusen), die aus der Perspektive kommunaler Öffentlichkeitsarbeit über Social Media, Online-Kommunikation und digitale Sichtbarkeit von Vereinen spricht.
Austausch, Diskussion und Perspektiven
Die Zukunftswerkstatt verbindet Impulsvorträge, moderierte Diskussionen und Arbeitsphasen in Kleingruppen. Dabei geht es unter anderem um:
Zielgruppen und gesellschaftliche Erwartungen
neue Formate historischer Vermittlung
Kooperationen mit Schulen, Kulturinstitutionen und Verwaltung
Möglichkeiten digitaler Vermittlung
den Einsatz von digitalen Werkzeugen und KI in der historischen Arbeit
Zukunftsperspektiven der Zusammenarbeit von Geschichtsvereinen.
Zum Abschluss der Zukunftswerkstatt werden zentrale Ergebnisse zusammengeführt und mögliche nächste Schritte für die weitere Zusammenarbeit formuliert.
Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Anmeldung hier bis spätestens 4. April 2026. Das detaillierte Programm steht als Downloadzur Verfügung.
Foto: https://levi.immo/projekte/corner82/
21. April 2026: BürgerDialog LEV: "Zukunft für Wiesdorf - wie gestalten wir unsere Stadtmitte?"
Wie sieht die Innenstadt aus, in der wir uns morgen treffen, wo wir einkaufen oder wohnen – und uns einfach gerne aufhalten? Wiesdorf steht vor großen Veränderungen. Drei zentrale Projekte sollen neue Impulse setzen: die City C, das Bahnhofsquartier und das neue Leben im Corner 82. Im BürgerDialog LEV zeigt die Leverkusener Immobiliengesellschaft mbH (LEVI), wie aus Ideen konkrete Orte werden sollen: Orte, die Aufenthaltsqualität schaffen, Handel und Kultur stärken und die Innenstadt zu einem lebendigen Treffpunkt und Wohnort für alle machen. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten auf dem Podium diskutieren wir Chancen, Herausforderungen und Ihre Erwartungen an unsere Stadtmitte. Bringen Sie Ihre Perspektive ein – denn Wiesdorfs Zukunft entsteht im Dialog.
Moderation: Dr. Günter Hinken, Leiter der VHS Leverkusen
Dienstag, 21. April 2026, 19:00 Uhr Vortragssaal im Forum Leverkusen (in der Reihe Geschichte im Stadtgebiet)
Eintritt frei!
In Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen und der Leverkusener Immobiliengesellschaft mbH (LEVI)
Zum Download des Programmheftes bitte auf das Bild klicken!
Renaissance-Konzert folgt den Spuren des Erbprinzen Karl Friedrich von Jülich-Kleve-Berg
Mit dem Konzertprogramm „Der ersehnte Fürst ist da!“ wird ein außergewöhnliches Kapitel der rheinischen Geschichte musikalisch lebendig. Im Mittelpunkt steht der Erbprinz Karl Friedrich von Jülich-Kleve-Berg (1555–1575). Sein früher Tod in Rom im Alter von nur zwanzig Jahren hatte weitreichende Folgen: Er löste Entwicklungen aus, die schließlich zum Jülich-Klevischen Erbfolgestreit führten – einem Konflikt, der die politische Geschichte des Rheinlandes nachhaltig prägte.
Das Konzert folgt Karl Friedrich auf seiner Reise durch Europa: vom Rheinland über die Höfe Süddeutschlands und den Hof Kaiser Maximilians II. in Wien bis nach Rom im Heiligen Jahr 1575. Die Musik des Programms spiegelt diese Reise wider. Werke von Roland de Lassus, Heinrich Isaac, Ludwig Senfl, Alessandro Striggio, Jacobus Vaet und Maddalena Casulana führen durch die faszinierende Klangwelt der Renaissance.
Die Aufführung übernehmen internationale Spezialisten für Alte Musik aus den Ensembles Ad Mosam, MVSICHE VARIE und Rubens Rosa. Gemeinsam bringen sie ein farbenreiches Instrumentarium der Renaissance zum Klingen – darunter Renaissance-Violine, Laute, Harfe, Gambe, Zinken und Posaunen.
Konzerttermine
Freitag, 24.4.2026, 19.00 Uhr, Spiegelsaal im Schloss Morsbroich (Eintritt: € 20,00 / ermäßigt € 15,00) Samstag, 25.4.2026, 13.30 Uhr, Altenberger Dom (Eintritt frei. Spende erbeten!) Sonntag, 26.4.2026, 18.00 Uhr, Schlosskapelle in der Zitadelle Jülich
Anmeldung
Für die Konzerte in Leverkusen und Odenthal bitten wir hier um Anmeldung.
6. Mai 2026: Zu Gast... im Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA)
Das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsarchiv (RWWA) in Köln bewahrt einzigartige Zeugnisse der Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte des Rheinlandes. Im Rahmen einer Halbtagesexkursion erhalten die Teilnehmenden einen exklusiven Einblick in die Arbeit des Archivs und in ausgewählte Bestände, die die Entwicklung rheinischer Wirtschaftsräume dokumentieren.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere Archivmaterialien, Nachlässe und Dokumentationen zu Unternehmen aus Leverkusen und Jülich, die spannende Einblicke in die wirtschaftliche und gesellschaftliche Geschichte der Region geben. Die Führung übernimmt Philipp Schaefer M.A., stellvertretender Vorsitzender des OGV und Mitarbeiter des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchivs, der zugleich Hintergründe zur Entstehung, Bedeutung und Nutzung solcher Sammlungen erläutert. Eine Veranstaltung für alle, die sich für Unternehmensgeschichte, Archivarbeit und die wirtschaftlichen Wurzeln unserer Region interessieren.
Hinweis: Da die Unterlagen des RWWA in Magazinen außerhalb der Kölner Innenstadt aufbewahrt werden, beinhaltet die Veranstaltung keine Magazinführung! Nach einem ca. 45-minütigen Bildvortrag werden verschiedene Quellenarten erläutert und es besteht die Möglichkeit, ausgewählte Archivalien mit Bezug zur Wirtschaftsgeschichte insbesondere Leverkusens und Jülichs selbst in Augenschein zu nehmen. Die Veranstaltung dauert insgesamt ca. 90 Minuten.
Mittwoch, 6. Mai 2026, 15 Uhr Treffpunkt (Selbstanreise): Gereonstr. 5 – 11, 50670 Köln, ca. 10 Minuten Fußweg von Köln Hbf, alternativ ca. 5 Minuten Fußweg von der KVB-Haltestelle Appellhofplatz (Linie 3, 4, 5, 16, 18)
Führung: Philipp Schaefer M.A., wiss. Mitarbeiter in der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln
Eine Anmeldung ist aufgrund der begrenzten Kapazität des Lesesaals hier erforderlich!
Zum Download des Programmflyers bitte auf das Bild klicken!
Europa im Dialog: Städte, Kultur und Geschichte im Freudenthaler Sensenhammer
Anlässlich des Europatages 2026 lädt der Opladener Geschichtsverein von 1979 e. V. Leverkusen gemeinsam mit seinen Partnern zu einem Europäischen Frühschoppen ein. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 10. Mai 2026 um 11:00 Uhr im Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer in Leverkusen-Schlebusch statt.
Gemeinsam mit dem Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer, der Volkshochschule Leverkusen, der EuropaUnion Leverkusen sowie dem Jülicher Geschichtsverein 1923 e. V. möchte der Opladener Geschichtsverein den Europatag zum Anlass nehmen, um über Europa, Kultur und Stadtentwicklung ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt steht das europäische Projekt StadtRäume / UrbanSpaces, das den Austausch zwischen europäischen Städten und ihren historischen Erfahrungen fördert. Die Veranstaltung versteht sich als offenes Forum für Bürgerinnen und Bürger, Kulturakteure, Wissenschaft und Bildungseinrichtungen.
Ein besonderer Bezug ergibt sich daraus, dass die finnische Partnerstadt Oulu im Jahr 2026 Europäische Kulturhauptstadt ist. Dadurch erhält das Thema europäischer Kulturpolitik und städtischer Entwicklung eine besondere Aktualität für Leverkusen und seine Städtepartnerschaften.Der Freudenthaler Sensenhammer als Ort industrieller Geschichte bietet dafür einen besonders passenden Rahmen. Das historische Industriemuseum steht exemplarisch für die Verbindung von Stadtgeschichte, wirtschaftlicher Entwicklung und kultureller Transformation.
Der Europäische Frühschoppen verbindet wissenschaftliche Impulse, kulturelle Beiträge und Möglichkeiten zum persönlichen Austausch. Geplant sind unter anderem eine musikalische Eröffnung und Begleitung, die Begrüßung durch Vertreter der Stadt Leverkusen, eine Einführung durch den Opladener Geschichtsverein, die Präsentation eines Kurzfilms zum Projekt StadtRäume mit Videogrußbotschaften aus europäischen Partnerstädten sowie ein Festvortrag von Prof. Dr. Jürgen Mittag: „Die Idee der europäischen Kulturhauptstadt – Entstehung, Entwicklung und Etablierung eines europäischen Erfolgsmodells“. Der Vortrag beleuchtet die Entwicklung der Initiative der Europäischen Kulturhauptstädte, die sich seit den 1980er Jahren zu einem der sichtbarsten Kulturprogramme der Europäischen Union entwickelt hat und heute eng mit Fragen der europäischen Integration, kulturellen Identität und Stadtentwicklung verbunden ist. Im Anschluss besteht Gelegenheit zum persönlichen Austausch bei einem kleinen Empfang.
Mitreisen von 23. bis 26. Mai 2026: Studienreise „Mainfranken“
Die Würzburger Fürstbischöfe und der Deutsche Orden prägten die Region Mainfranken, die heute insbesondere auch für ihren Wein bekannt ist. Bauwerke und Kunstwerke aller Epochen und Stilrichtungen kann man in dieser Kulturregion auf Schritt und Tritt erleben. Neben intensiven Stadtführungen, Besichtigungen und Museumsbesuchen ist auch eine Weinprobe im Exkursionsprogramm vorgesehen.
1. Tag Bad Mergentheim
Bad Mergentheim wurde im Jahr 1058 erstmals erwähnt und war von 1526 bis 1809 Sitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens. Das Deutschordensmuseum im Deutschordensschloss präsentiert die Geschichte des Deutschen Ordens, die Geschichte Bad Mergentheims, das Mörike-Kabinett, die Abteilung Jungsteinzeit im Taubertal, eine Puppenstubensammlung und die Adelsheim‘sche Altertumssammlung. In der Sammlung des Museums befindet sich auch die von Albrecht Duwe im Maßstab 1:50 rekonstruierte Burg Rehden aus dem Kulmerland. Erwähnenswert ist auch die Berwart-Treppe, eine 1574 von Blasius Berwart erbaute Wendeltreppe. Das Museum Münsterschatz im ersten Stock über der Sakristei des Münsters St. Johannes Baptist zeigt liturgische Gefäße und Geräte von der Spätgotik bis zur Gegenwart.
2. Tag Würzburg
Im Jahr 704 wurde Würzburg erstmals als Befestigungsanlage „Virteburh“ urkundlich („in castello Virteburh“) erwähnt. Bereits im Mittelalter war die Stadt ein bedeutendes wirtschaftliches, geistliches und hoheitliches Zentrum. Bis zur Industriellen Revolution blieb die überregionale Bedeutung hoch. Es entstand ein eindrucksvolles Stadtbild, vergleichbar mit herausragenden mitteleuropäischen Altstädten wie Krakau. Dieses wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, insbesondere durch den Bombenangriff am 16. März 1945. Beim Wiederaufbau wurden bedeutende Einzeldenkmäler wie die meisten Kirchen der Altstadt äußerlich rekonstruiert, jedoch nur wenige Bürgerhaus-Ensembles und Traditionsinseln. Die ebenfalls im Krieg teilweise schwer beschädigte und anschließend restaurierte Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz wurde 1981 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Eine Stadtführung nimmt die gesamte historische Innenstadt inklusive Festung Marienburg, Residenz, Schottenkirche Don Bosco, Marienkapelle und Universitätskirche in den Blick.
3. Tag Veitshöchheim und Ochsenfurt
Das Schloss Veitshöchheim ist eine ehemalige Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Würzburg, später der Könige von Bayern. Bekannt ist die Schlossanlage für den umgebenden Rokokogarten. Ochsenfurt ist eine Stadt im südlichen Maindreieck. Die historische Altstadt verfügt über eine weitgehend erhaltene mittelalterliche Befestigungsanlage mit zahlreichen Türmen und Stadttoren. Ochsenfurt gehörte früher dem Domkapitel in Würzburg. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 725, als im Auftrag von Bonifatius ein Kloster in der Stadt gegründet wurde, in dem unter anderem Thekla von Kitzingen Äbtissin war. Möglicherweise befand sich bis ins 11. Jahrhundert in Ochsenfurt ein Königshof. Die Mauern und Türme stammen aus dem 14. Jahrhundert. Seit dieser Zeit war die Stadt Teil des Fürstbistums Würzburg, das auch zum Fränkischen Reichskreis gehörte. Erst mit dem Bau der Brücke 1512 gewann Ochsenfurt auch wirtschaftliche Bedeutung. 1525 kam es während der Bauernkriege zu Aufständen. Das neue Rathaus wurde bereits 1497 fertiggestellt. Die St.-Andreas-Kirche wurde 1288 geweiht.
4. Tag Seligenstadt
Seligenstadt ist eine am Main gelegene Stadt und war in karolingischer Zeit von großer Bedeutung. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung Seligenstadts, damals als Obermühlheim, geht auf die Schenkung Ludwigs I. an Einhard in Michelstadt zurück und datierte, laut einer Abschrift der Schenkungsurkunde im Codex Laureshamensis, vom 11. Januar 815. Die Stadt wurde von Einhard, dem Biographen Karls des Großen, gegründet. Nachdem er das fränkische Domanialgut Obermulinheim 815 von Ludwig dem Frommen als Schenkung erhalten hatte, begründete er hier ein Benediktinerkloster. Bedeutendster Bau Seligenstadts ist die Einhard-Basilika St. Marcellinus und Petrus mit Reliquien der Heiligen Marcellinus und Petrus. Obwohl der Bau im Laufe der Jahrhunderte stark verändert wurde, handelt es sich dennoch um eine der eindrucksvollsten Basiliken mit karolingischer Bausubstanz nördlich der Alpen. Die südlich angrenzende, 1803 aufgehobene Benediktiner-Klosteranlage mit barocken Flügelbauten und großflächigen Hof- und Gartenanlagen wurde in vollem Umfang restauriert.
Kostenbeitrag € 670,-- p. Person im DZ, Einzelzimmerzuschlag € 120,-- (Akzent Hotel Grüner Baum in Dettelbach inkl. Frühstück, Abendessen, Eintritte und Führungsgebühren) (Mitgliederermäßigung: € 20,--)
Samstag, 23. Mai bis Dienstag, 26. Mai 2026 06:45 Uhr Leverkusen-Opladen, Villa Römer 08:00 Uhr Jülich, Bahnhof
Rückblick: StadtRäume in Berlin - Demokratiegeschichte im Stadtraum neu gedacht
von John David Haack
Am 19. März 2026 fand in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung ein Fachtag zum Thema „StadtRäume und Demokratiegeschichte in der Zwischenkriegszeit“ statt. Die Veranstaltung war Teil des Projekts StadtRäume / UrbanSpaces und brachte Lehrkräfte, Multiplikator:innen sowie historisch Interessierte zusammen. Im Mittelpunkt standen zentrale Fragen der historisch-politischen Bildung: Wie kann Demokratiegeschichte im lokalen und urbanen Kontext erfahrbar gemacht werden? Welche Perspektiven eröffnet ein europäischer Vergleich? Und wie lassen sich Lernende aktiv in die Auseinandersetzung mit Geschichte einbeziehen?
Das Projekt StadtRäume / UrbanSpaces, vorgestellt von Prof. Dr. Wolfgang Hasberg (Universität zu Köln), verbindet acht europäische Partnerstädte. Gemeinsam werden regionale Quellen erschlossen und innovative Vermittlungsformate entwickelt. Ein besonderer Ansatz ist ein digitaler Filmbaukasten, der es ermöglicht, eigene historische Narrative zu entwickeln und zugleich kritisch zu reflektieren. Im Austausch mit den Teilnehmenden wurden Fragen der praktischen Umsetzung, der internationalen Zusammenarbeit und der Einbindung von Lernenden intensiv diskutiert. Auch Projektpartner, unter anderem aus Schwedt, brachten ihre Erfahrungen ein und gaben Einblicke in die konkrete Arbeit vor Ort. Ergänzt wurde das Programm durch die Vorstellung eines schulischen Ausstellungsprojekts zu Walther Rathenau, das beispielhaft zeigt, wie historische Themen in Bildungsprozesse integriert werden können.
Am Nachmittag wurde der fachliche Austausch durch eine Exkursion zum Friedhof der Märzgefallenen im Volkspark Friedrichshain vertieft. Als bedeutender Erinnerungsort verbindet er unterschiedliche Phasen der Demokratiegeschichte – von der Revolution 1848/49 über die Weimarer Republik bis in die Gegenwart. Der Fachtag machte deutlich: Lernen in, über und an historischen Stadträumen eröffnet neue Perspektiven auf Demokratiegeschichte und kann einen wichtigen Beitrag zu einer reflektierten historisch-politischen Bildung leisten. Die Veranstaltung war zugleich ein Beitrag zum bundesweiten „Tag der Demokratiegeschichte“ 2026 und wurde gefördert durch die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte.
Stadtgeschichte auf YouTube – der OGV-JGV-Channel mit neuen Filmen zu „50 Jahre Leverkusen
Der Opladener Geschichtsverein von 1979 e. V. Leverkusen und der Jülicher Geschichtsverein 1923 e. V. bauen ihre digitalen Angebote weiter aus: Mit dem OGV-JGV-YouTube-Channel gibt es nun eine zusätzliche Möglichkeit, sich bequem online mit Stadtgeschichte zu beschäftigen. Auf dem Kanal werden regelmäßig Vorträge, Veranstaltungen und Dokumentationen aus der Arbeit unserer Geschichtsvereine veröffentlicht. Damit entsteht Schritt für Schritt eine digitale Mediathek zur Geschichte von Leverkusen, Jülich und der Region.
Besonders neu sind aktuell mehrere Filme aus dem Jubiläumsjahr „50 Jahre Leverkusen“. Dazu gehören unter anderem:
die Bürgerrunden zur Stadtgeschichte,
die Festveranstaltung zum Stadtjubiläum,
der Vortrag zur Stadtentwicklung,
sowie der Beitrag zum Siegerprojekt des Wettbewerbs.
Diese Filme dokumentieren wichtige Diskussionen und Perspektiven zur Entwicklung unserer Stadt und machen sie dauerhaft zugänglich. Der YouTube-Channel ist damit eine weitere Möglichkeit, Geschichte lebendig zu erleben, Diskussionen nachzuverfolgen und sich intensiver mit der Entwicklung unserer Stadt auseinanderzusetzen – ganz unabhängig von Ort und Zeit. Schauen Sie gerne vorbei, abonnieren Sie den Kanal und entdecken Sie Leverkusener Stadtgeschichte im Videoformat.
Mitmachen beim OGV – Geschichte gemeinsam gestalten
Du interessierst dich für Geschichte und willst etwas bewegen?
Der Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen bietet viele spannende Möglichkeiten, aktiv zu werden – ob im kleinen Rahmen oder mit vollem Einsatz. Jede und jeder ist willkommen!
Aktuelle Mitmachmöglichkeiten:
>LEV< – Stadtgeschichte mit Zukunft: Dialoge, Ausstellungen und neue Formen historischer Vermittlung bis zum 100-jährigen Stadtjubiläum 2030. lev(at)ogv-leverkusen.de
StadtRäume 2.0 / UrbanSpaces: Europäisches Netzwerkprojekt zu Stadtentwicklung, Geschichte und Erinnerungskultur. stadtraeume(at)ogv-leverkusen.de
Leverkusener Geschichtswege: Reale und digitale Rundwege durch die Stadtgeschichte – für alle Altersgruppen. geschichtswege(at)ogv-leverkusen.de
Arbeitsgruppe Geschichtsfest: Kreative Ideen, neue Formate und Organisation des großen Geschichtsfests. geschichtsfest(at)ogv-leverkusen.de
Archivteam & Ausstellungsteam: Mitarbeit bei Sammlungen oder Aufsichten in der Villa Römer. archivteam(at)ogv-leverkusen.de · aufsichten(at)ogv-leverkusen.de
So einfach geht’s: Eintragen, informiert bleiben, mitgestalten.
Trage dich über den nachstehenden Link in der Liste der aktuellen Projekte ein und du erhältst Informationen über unsere Termine und Treffen. Unverbindlich – aber mit Wirkung!
Gemeinsam gestalten wir Geschichte – lebendig, offen und mit Blick auf die Zukunft!
Sie können noch mehr tun: Werden Sie Mitglied im OGV!
Werde Mitglied im Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen und gestalte die Zukunft unserer Stadtgeschichte mit! Seit 1979 fördert der OGV Bildung und Erziehung im Bereich der Regional- und Lokalgeschichte. Als Mitglied kannst du dich aktiv einbringen und gemeinsam mit engagierten Menschen die Geschichte unserer Stadt lebendig halten. Du kannst deine spezifischen Erfahrungen und Hintergründe einbringen und so die Stadtgeschichte aktiv mitgestalten.
Doch auch als passives Mitglied kannst du einen wertvollen Beitrag leisten: Dein Mitgliedsbeitrag unterstützt das ehrenamtliche Engagement der aktiven Mitglieder und trägt dazu bei, dass der Verein in der Stadtgesellschaft wirksam ist. So oder so leistest du einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung und Vermittlung unserer Geschichte und wirst Teil einer lebendigen Gemeinschaft.
Werde Teil unseres Vereins und gestalte mit!
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Herausgeber:
Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen
Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte, Haus-Vorster Str. 6, 51379 Leverkusen (Opladen)
www.ogv-leverkusen.de
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