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Ausgabe 12 / 2021

Editorial des 1. Vorsitzenden Michael D. Gutier M.A.

Liebe Mitglieder des Opladener Geschichtsvereins,
liebe Freunde und Förderer,

Die Reform der Stadtgeschichte – eine „Herausforderung“

Der OGV hat sich viel vorgenommen in diesem nun zu Ende gehenden Jahr und darüber hinaus. „Stadtgeschichte mit Zukunft“ heißt das Projekt, das uns seit 2020, dem 90. Jubiläumsjahr der Stadt Leverkusen, umtreibt und auf Trab hält. Das ist wahrlich eine „Herausforderung“, um einmal den fast schon inflationär gebrauchten Begriff zu verwenden, denn wir wollen die stadtgeschichtliche Arbeit reformieren, nicht nur, weil uns die Geschichte unserer Stadt interessiert und gefällt, sondern weil sie unseres Erachtens von Bedeutung ist für unsere Stadt und ihre Zukunft.

Es geht darum, nicht nur zu wissen was war, sondern auch warum.

Und nicht nur wir, der OGV und die anderen Geschichtsvereine, sondern auch die Bürger/innen und Kommunalpolitiker/innen, zu deren Pflicht es gehören sollte, sich mit der Vergangenheit und dem „Werdegang“ ihrer Stadt zu befassen, müssen wissen und sich erinnern, wie unsere Stadt entstanden ist und wie sie sich entwickelt hat. Nur so können sie entscheiden, was aus ihr werden soll und kann.

Dabei müssen wir die Bürger/innen mitnehmen, besser noch ermuntern, aber auch die Stadtpolitik und -Verwaltung, die Vereine und Unternehmen, die Bildungs- und Kultureinrichtungen, sowie die zahlreichen gesellschaftlichen Organisationen. Sie alle gestalten die Zukunft unserer Stadt. Sie alle können es besser im Bewusstsein der eigenen Geschichte. Die Bewusstmachung ist die Voraussetzung für eine Vorstellung, um nicht zu sagen einer Vision, über die Zukunft unserer Stadt. Damit beschäftigt sich gemeinhin die „Stadtentwicklungspolitik“, die einen Bezug hat zur Stadtgeschichte. Die „Neue Bahnstadt Opladen“ (nbso) ist ein gutes Beispiel für diesen Zusammenhang.

Der OGV hat deshalb einen Reformprozess in Gang gesetzt, mit dem wir bis 2030, zum 100-jährigen Geburtstag Leverkusens, mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Dialogen, mit den unterschiedlichsten Formaten und Formen der Kommunikation, die Reichweite unserer Arbeit erweitern und das Interesse der Bürgerinnen und Bürger für die Geschichte ihrer Stadt/ihrer Städte wecken wollen. Dafür müssen auch die materiellen, organisatorischen und fachlichen Voraussetzungen geschaffen bzw. erweitert werden, will sagen, das geht auch nicht ohne Geld, Räume und Personal.

Unsere Vision ist ein „stadtgeschichtliches Institut“ in der Verantwortung der Stadt, vergleichbar mit entsprechenden Einrichtungen in anderen Städten. Das Ehrenamt, von dem die stadtgeschichtliche Arbeit in Leverkusen derzeit weitgehend getragen wird, bedarf der professionellen Unterstützung.

Im „Verwaltungsstandortkonzept“, das vom Rat der Stadt am 22.2.2021 verabschiedet wurde, heißt es: „Der Frankenberg in Opladen mit seinen historischen Gebäuden (Friedenberger Hof, Villa Römer, Alte Landwirtschaftsschule und Landratsamtsgebäude mit Stadtarchiv), soll zu einem historischen Mittelpunkt der Stadt Leverkusen weiterentwickelt werden.“

Nun fehlen nur noch ein Konzept und die Pläne, in denen diese vom Rat verabschiedeten Visionen konkretisiert werden, unter Beteiligung der Kommunalpolitik, der Stadtverwaltung und den Geschichtsvereinen.

Dass der OGV auch in diesem Jahr recht fleißig war, können Sie dem Newsletter und OGV-Kurier entnehmen.

Bitte begleiten Sie unsere Arbeit auch im kommenden Jahr mit Interesse, Sympathie und Diskussionsfreude.

Wir wünschen Ihnen alles Gute, unseren Leser/innen und Mitgliedern ein schönes Fest, alles Gute für das kommende Jahr und, wie könnte es in diesen Zeiten anders sein, vor allem Gesundheit.

Ihr

Ernst Küchler

 


A K T U E L L E S

„Kriegserinnerungen in Europäischen Heimaten“ – OGV und JGV bringen Buch über die Erinnerungskulturen zum Ersten Weltkrieg in Europa heraus

von Philipp Schaefer

„Kriegserinnerungen in Europäischen Heimaten“ – OGV und JGV bringen Buch über die Erinnerungskulturen zum Ersten Weltkrieg in Europa heraus

In den letzten Jahren hatte die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg angesichts verschiedener 100. Jahrestage Hochkonjunktur. Auch in Leverkusen ist der Erste Weltkrieg zuletzt wieder in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Ausgehend von der vielbeachteten Ausstellung „Kriegsenden in europäischen Heimaten“, die der Opladener Geschichtsverein (OGV) gemeinsam mit dem Jülicher Geschichtsverein (JGV) und internationalen Partnervereinen 2018/2019 zeigte, veröffentlichten die Vereine nun einen Sammelband mit Beiträgen zu den vielfältigen Erinnerungskulturen zum Ersten Weltkrieg in Europa.

Ein Beispiel für einen bemerkenswerten und umstrittenen Ort der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Leverkusen ist das 1939 eingeweihte Kriegerdenkmal an der Wupper in Rheindorf. Es wurde zu einer Zeit errichtet, als in Deutschland bei der Erinnerung an die Gefallenen der Aufruf zu Rache und Wiedergutmachung der Niederlage von 1918 selbstverständlich war. Als "unbequemes Denkmal" steht es immer wieder im Mittelpunkt von Diskussionen. Doch welche Erinnerungsorte gibt es in den anderen am Ersten Weltkrieg beteiligten Ländern, und was zeichnet heute die Erinnerungskultur in Frankreich, Großbritannien oder Polen aus? Was ist überhaupt ein Erinnerungsort und welche Funktionen nehmen sie in den verschiedenen Ländern Europas ein? Sind wir im Jahr 2021 nicht längst auf dem Weg zu einer gemeinsamen europäischen Erinnerungskultur an den Ersten Weltkrieg?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich der von OGV und JGV gemeinsam herausgegebene Sammelband „Kriegserinnerungen in europäischen Heimaten“, der kürzlich erschienen ist. Neben den beiden Vorsitzenden der Geschichtsvereine in Jülich und Opladen, Guido von Büren und Michael D. Gutbier, fungierte Prof. Dr. Wolfgang Hasberg von der Universität zu Köln als Herausgeber und Autor mehrerer Beiträge. Die 15 von renommierten Historikerinnen und Historikern verfassten Aufsätze des Bandes ziehen einen Bogen von methodischen Annäherungen an das Thema „Erinnern“, über Einzelbetrachtungen von Erinnerungskulturen an den Ersten Weltkrieg in verschiedenen Ländern sowie Darstellungen über Kriegserinnerungen in Kunst und Literatur bis hin zum Diskurs über das wiederholt mutwillig zerstörte Erinnerungsmal in Leverkusen-Rheindorf.

Der Band wurde von der Landeszentrale für politische Bildung NRW gefördert und erschien in der Schriftenreihe „Montanus“ des OGV. Er umfasst 272 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und ist entweder direkt über den OGV (Kontaktformular auf der Webseite: www.ogv-leverkusen.de) oder in den Leverkusener Buchhandlungen Gottschalk und Noworzyn zum Preis von 24,80 Euro erhältlich.


Geschichte am Kamin: „Doch keine ungebliebte Zwangsehe?“ Historiker Hitze über die Gründung Nordrhein-Westfalens 1946

von Asya Köse

Nordrhein-Westfalen – das ist doch ein Kunstprodukt, dass nur wegen der britischen Besatzung geschaffen worden ist! Oder etwa nicht?

Auf Einladung von OGV und Volkshochschule sprach der Historiker und Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen Guido Hitze im Leverkusener Forum über die Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen. In der historischen Forschung wurde die Zusammenführung der preußischen Provinzen Rheinland und Westfalen im Jahr 1946 durch die britischen Besatzungsmächte lange Zeit allein als willkürliches Produkt der Nachkriegszeit betrachtet. Hitze zeigte in seinem Vortrag, dass der Mythos des „ungeliebten Kindes NRW“ und der „Zwangsehe“ so aber nicht stimmt…

„Wenn die Briten nicht gekommen wären und die Deutschen nach 1945 frei hätten entscheiden können, würden sie heute noch diskutieren“, sagte Hitze. Damit betonte der Historiker, dass die Zusammenführung der beiden Provinzen keineswegs eine voreilig getroffene Entscheidung der Besatzungsmächte war. Vielmehr lassen sich die Anfänge einer Vereinigungsdebatte bis in die Weimarer Republik zurückverfolgen.

Der Historiker zeigte, wie mit der Verabschiedung der Weimarer Reichsverfassung 1919 zunehmend über eine territoriale Neugliederung der Länder diskutiert wurde. Einer der ersten Entwürfe stammt von dem Staatsrechtler Hugo Preuß, der anstelle der preußischen Provinzen eine Reihe neuer schaffen wollte. Weitere Entwürfe wie die von Hans Baumann 1922 folgten dem Ansatz, die Länder in Wirtschaftsgebiete aufzuteilen. Im Westen des Entwurfs hätte sich dann ein Gebiet befunden, dass er als „Rhein-Westfalen“ mit der Hauptstadt Köln betitelte und das die Landgrenzen des heutigen Nordrhein-Westfalens umfasste. Als Grund für die administrative Zusammenführung der beiden von ihm als „Kraftzentren“ bezeichneten Gebiete Rheinland und Westfalen nannte Baumann die Bedeutung des Ruhrgebiets als Industrie- und Produktionszentrum sowie der Rheinischen Braunkohle für die Energieversorgung.

Hitze führte aus, dass solche wirtschaftlichen Überlegungen für Entwürfe und Debatten der frühen Zwischenkriegszeit sehr wichtig waren. So setzten sich Vertreter der Ruhrindustrie oder auch damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer für einen neuen „Weststaat“ ein. Für Hitze beweisen die zahlreichen Entwürfe während der Weimarer Republik, dass die Gründung Nordrhein-Westfalens kein zufälliges Produkt der Besatzungsmächte nach 1945 war, sondern an frühere Entwürfe und Pläne anknüpfte. Erst nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 und der Gleichschaltung der Länder brach diese Debatte ab.

Als sich der Krieg 1944 dem Ende näherte, entwarf der US-Amerikaner James K. Pollock ein Konzept für die Aufteilung der künftigen Besatzungszonen der Siegermächte. Dessen Plan sah schon zu diesem Zeitpunkt eine Trennung der preußischen Rheinprovinz entlang der heutigen Südgrenze NRWs vor.

Ein Indiz für den Ursprung der Vereinigung beider Provinzen Rheinland und Westfalen in Plänen der Zwischenkriegszeit ist für Hitze eine Weihnachtskarte der britischen Streitkräfte aus dem Jahr 1945. Die Karte zeigt ein Besatzungsgebiet, dass dem heutigen Nordrhein-Westfalen entspricht. Das britische Militär hatte dem Historiker zufolge exakte Vorstellungen zu den Grenzen der Besatzungszonen. Vom Krieg unbelastete Politiker und Oberbürgermeister wie Hermann Pünder, Karl Zuhorn und der Oberpräsident der Nordrhein-Provinz Robert Lehr berieten mit Konzepten und Ideen aus der Weimarer Republik die britische Besatzung in der frühen Nachkriegszeit. Die vom Krieg geschwächte Region hatte bei einer Vereinigung das größte Potential, sich zu erholen, sodass im Jahr 1946 die Entscheidung einer Vereinigung der beiden Provinzen durch die britische Besatzungsmacht getroffen wurde.

Für den Historiker Guido Hitze war die Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen demzufolge weder ein willkürliches Produkt der Nachkriegszeit noch eine bloße „Zwangsvereinigung“ beider Provinzen. Der Entschluss der Briten war für Hitze ein Produkt der Vernunft und auch das Ergebnis jahrzehntelanger Debatten, die ihren Anfang im Jahr 1919 mit der Weimarer Republik nahmen. Mit seinem Vortrag zur Gründung Nordrhein-Westfalens ermöglichte er einen vielschichtigen und neuen Blick auf die Ursprünge des Landes.


Jahresabschlussfahrt nach Bonn am 13. November 2021

von Maria Lorenz

Über Jahre hinweg hat sich im OGV/JGV die Tradition verfestigt, dass die Jahres-Auftakt-Tagesfahrt nach Bonn führte. Nachdem in 2020 coronabedingt überhaupt nur eine Fahrt stattfinden konnte, waren die Organisatoren in diesem Jahr schon froh, ihren Mitgliedern und Interessierten fünf Fahrten anbieten zu können. Von diesen kamen dann tatsächlich vier zustande und eine führte wiederum nach Bonn – diesmal die letzte.

Die Wettervorhersage für diesen Tag war nicht besonders, was aber der Stimmung unter den Reisenden keinen Abbruch tat. Aus Jülich kommend wurden die Leverkusener um 9.00 Uhr fröhlich mit an Bord des Rather-Busses genommen und weiter ging’s nach Bonn-Ramersdorf zur Besichtigung der dortigen ehemaligen Kommende des Deutschen Ordens. Während der Fahrt bekamen wir vom Reiseleiter Guido von Büren eine kurzweilige, aber intensive Unterweisung über die Entstehung, Entwicklung und den Niedergang des Deutschen Ritterordens. Besonders hingewiesen wurde dabei auf die Zugehörigkeit der Kommende Ramersdorf zur Ballei Alden Biesen, die bereits bei einer der vorhergehenden Fahrten besucht wurde.

Vor Ort angekommen, wurden wir durch Außenanlagen und Gebäude geführt und mit weiteren Details der Geschichte bekannt gemacht: Die Kommende Ramersdorf entstand um das Jahr 1230. Diese hatte wirtschaftliche Leistungen für den Orden zu erbringen und für "Nachwuchsförderung" aus den Reihen junger Adliger zu sorgen. Sie wurden hier über mehrere Jahre - in einer Art Internat - in der Führung eines entsprechenden Lebensstils unterwiesen, um anschließend zum Ritter geschlagen zu werden. Zahlreiche Schenkungen und Stiftungen, die urkundlich belegt sind, zeugen von der wirtschaftlichen Größe der Kommende im 13. Jahrhundert. Nach Beendigung der Kreuzzüge verlor die Kommende nach und nach ihre Bedeutung und wurde zum Adelssitz. Der Konvent wurde aufgelöst und lediglich ein Komtur als Vertreter des Ordens verwaltete die Besitzungen. Im 18. Jahrhundert hatte der Richter des Amtes Löwenburg dort seinen Amtssitz. Nach der Säkularisation 1804 wurde die Kommende Eigentum des Herzogtums Berg, danach haben wechselnde Besitzer die Anlage immer weiter an- und ausgebaut, bis sie 1861 in etwa das heutige schlossartige Aussehen bekam.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Deutsche Bundesbahn bis ins Jahr 1973 dort eine Schulungsstätte betrieben. Wegen des zunehmenden Verfalls und wegen des Anschlusses der Autobahn A 562 an die A 59 sollten die Gebäude abgerissen werden. Auf Betreiben einer Bürgerinitiative aus Ramersdorf wurden diese Pläne aufgegeben. 1978 wurde das Anwesen von einem Antiquitätenhändler gekauft, umfassend renoviert und zu einem Antiquitätengeschäft samt Ausstellung, Restaurant und Café umfunktioniert. 2017 erwarb eine Investorengemeinschaft aus Köln die Gebäude, renoviert erneut und etabliert nun ein Hotel und eine hochpreisige Gastronomie. Auch Trauungen werden hier an ausgewählten Terminen durchgeführt.

In den verschiedenen Gebäudetrakten konnten wir einige der Entwicklungen in Augenschein nehmen. Von der ursprünglichen Anlage aus dem 13. Jahrhundert sind nur die Doppeltoranlage mit Durchfahrt und einige Mauerreste im Innern erhalten. Die in vielen Räumen vollständig erhaltenen Deckenbemalungen, Wandvertäfelungen und Türrahmen sind die Original-Ausstattung aus der Zeit des Historismus. Dazu gehören auch die zahlreichen Türmchen, Gesimse und Ausschmückungen an der Fassade, welche sich am Äußeren der Drachenburg orientieren.

Der Starkregen im Juli diesen Jahres hat auch dort seine Spuren hinterlassen: ein Hang oberhalb des sog. „englischen Flügels“ ist abgerutscht und das Mauerwerk sowie der Innenhof stark beschädigt, Renovierungsarbeiten sind im Gange.

Nach dieser ausgiebigen „geistigen Mahlzeit“ war ein Mittagessen im „Alten Fährhaus“ in Königswinter eingeplant, welches allen vorzüglich mundete. Danach begaben wir uns – in zwei Gruppen aufgeteilt – zu Fuß ins benachbarte Siebengebirgsmuseum. Zunächst beeindruckte uns dort ein wandhohes Foto-Panorama, an dem viele Details - zum besseren Einordnen der Geographie und Geologie dieser Region - zu sehen sind. Außer der Dauerausstellung mit Schwerpunkten Steinabbau, Flößerei, Rheinromantik, Tourismus und Entstehung des Landschaftsschutzes wurde uns eine Sonderausstellung zum weniger bekannten Thema „Über Tage – unter Tage. Der Ofenkaulberg im Siebengebirge“ präsentiert.

In der Nähe von Königswinter verbirgt sich nämlich im Inneren der Hügel Trachyt-Tuff, ein Stein von besonderer Qualität, der sich hervorragend zum Bau von großen Natursteinöfen eignet. Er lässt sich gut durch Feuer erhitzen und gibt die Wärme, nach Entfernung der Glut, besonders gleichmäßig ab. Diese Eigenschaften des Gesteins führten im 19. Jahrhundert zu Entstehung eines eigenen, exportorientierten Gewerbes: des Ofenbauers. Der sog. „Königswinterer Ofen“ galt damals in Bäcker-Fachkreisen als besonders geschätztes Objekt. Nachdem die Steine unter Tage in den sog. Ofenkaulen in besonderer Technik gebrochen wurden, wurden sie zunächst auf dem Wasserweg, später per Eisenbahn zu ihren Bestimmungsorten transportiert. Schwerpunkt war hier der westfälische Raum, aber auch in Belgien und Nordfrankreich waren diese Öfen gefragt. Kleinbetriebe mit ca. 5 bis 10 Mitarbeitern, meistens auf familiärer Basis, bauten dann vor Ort diese Backöfen auf. In der Blütezeit gab es in Königswinter bis zu 30 solcher Firmen. Dem technischen Fortschritt geschuldet (Einführung von Dampf- und Elektroöfen) wurde dieses Gewerbe zum Auslaufmodell und die Produktion der Natursteinöfen allmählich eingestellt. Als Relikt dieses besonderen Handwerks blieben im Ofenkaulberg (zwischen Hirschberg, Petersberg und Wolkenburg gelegen) die unterirdischen Stollen. In diesen lagerten im Sommer 1944 Rüstungsfirmen aus dem Kölner Raum ihre Produktion aus. Ca. 400 Zwangsarbeiter verschiedener Nationalitäten waren dort beschäftigt. Am Ende des Krieges fanden die Bewohner von Königswinter über mehrere Wochen in den verlassenen Stollen einen Zufluchtsort vor dem intensiven Beschuss beider Kriegsparteien.

Das gesamte Areal der ehemaligen Ofenkaulen steht heute als Bodendenkmal unter Schutz, ist öffentlich nicht mehr zugänglich, dient allerdings verschiedenen Arten von Fledermäusen als Winterquartier. Im Nebengebäude des Museums wurde ein traditioneller Natursteinofen aufgebaut. Das dort an einigen Tagen der Woche gebackene Steinofenbrot erfreut sich großer Beliebtheit.

Das Programm der Tagesfahrt endete mit einem gemütlichen Kaffeetrinken samt leckeren Käsekuchen im Café Wagner in Bonn-Beuel. Allen, die - trotz widriger Umstände - am Zustandekommen dieser entspannten, aber sehr interessanten Exkursion mitgewirkt haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt!


Der Leverkusener Denkmalkalender 2022 ist ab sofort erhältlich

von Michael D. Gutbier

Unser Leverkusener Denkmalkalender 2022 "Sein & Schein in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege" im neuen Design ist zum Preis von 7,50 € in der Geschäftsstelle des OGV, in der Geschäftsstelle Opladen der VR Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen, und im Reisebüro Herweg erhältlich.

Im neuen Gewand präsentiert der Kalender 13 Leverkusener Denkmäler, die die Leverkusener Denkmalpfleger Gregor Schier und Jochen Simon unter dem Thema "Sein & Schein in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege" ausgewählt haben. Neben historischen Fotos zeigt der Kalender die Denkmäler in ihrer heutigen Gestalt. Die aktuellen Bilder stammen vom Leverkusener Fotographen Willy Borgfeldt. Die von Gregor Schier und Jochen Simon verfassten Texte ordnen die (Bau-)Denkmäler in ihren historischen Kontext ein und vermitteln wissenswerte und wenig bekannte Details zur Geschichte unserer Stadt.

Der Leverkusener Denkmalkalender ist das ideale Neujahrs-Präsent für Ihre Freunde. Sichern Sie sich noch heute unseren Kalender, in der Geschäftsstelle des OGV in der Villa Römer, oder über das Kontaktformular auf unserer Webseite www.ogv-leverkusen.de.


Stadtgeschichte gestalten – Mitarbeit in den Arbeitsgruppen des OGV

von Michael D. Gutbier

Trotz pandemiebedingter Einschränkungen seit einem Jahr hat der OGV seine Aktivitäten unter veränderten Rahmenbedingungen fortgesetzt und insbesondere die inhaltliche Arbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen, die auch virtuell zusammenkommen, ausgebaut und verstärkt. Somit besteht die Möglichkeit, gemeinsam für die Geschichte unserer Stadt aktiv zu sein und gemeinschaftlich und individuell inhaltlich zu arbeiten und sich auszutauschen.

Gerne möchten wir nachfolgend die derzeit aktiven Arbeitsgruppen des OGV kurz vorstellen, zur Mitwirkung einladen und alle Interessenten bitten, Ihr Interesse (auch nur sporadisch oder punktuell) dem entsprechenden Verantwortlichen per eMail mitzuteilen. Darüber hinaus ist ein „Hineinschnuppern“ in die einzelnen AGs jederzeit möglich und erwünscht, zumal alle Arbeitsgruppentreffen hybrid stattfinden.

Nachfolgende Arbeitsgruppen tagen regelmäßig:


>LEV< LEVERKUSEN - STADTGESCHICHTE MIT ZUKUNFT
Aufgaben / Ziel:
- Projektzeitraum 2020 – 2030
- Entwicklung, Diskussion und Bewerbung einer Zukunft für die Stadtgeschichte mit dem Ziel der Schaffung eines Stadtgeschichtlichen Zentrums (Institut für Stadtgeschichte) 2030
- Koordinierung und Diskussion von Angeboten und neuen Formaten zur Stadtgeschichte unter besonderer Berücksichtigung einer Geschichte von unten (Bürgerinnen und Bürger schreiben und erzählen die Geschichte ihrer Stadt)
- Erarbeitung von Beiträgen und Angeboten zum 50- und 100-jährigen Stadtjubiläum Leverkusens 2025 und 2030 (insbesondere Aufarbeitung der Geschichte der kommunalen Neugliederung)
- Durchführung von Bürgerdialogen
- Begleitung und Entwicklung von Teilprojekten zur Stadtgeschichte
Leitung:
Wolfgang Hasberg, wh(at)ogv-leverkusen.de 
Termin:
Die AG tagt bei Bedarf auf Einladung der Wissenschaftlichen Kommission im Besprechungsraum 2. OG der Villa Römer und via https://zoom.us/j/98734110904?pwd=Vjgxc1FRWmZzSnJiemdWYy8wRVdVQT09 (Meeting-ID: 987 3411 0904, Kenncode: 657503)


SEiZiE - StadRäume in der Zwischenkriegszeit
Aufgaben / Ziel:
- Projektzeitraum: 2021-2023
- Forschungs- und Veranstaltungsprojekt zur Stadtentwicklung in der Zwischenkriegszeit mi dem regionalen Fokus: 1923 - Wendejahr im Westen
- lokaler, regionaler und europäischer Vergleich mit 54 Partnern in 8 Städten und 6 Ländern
- Erarbeitung eines variablen, multilingualen Filmbaukasten für die Schul- und Erwachsenenbildung
- Konzeption und Realisierung einer Doppelausstellung in Jülich und Leverkusen 2023 und Herausgabe von zwei Publikationen 2023
- Erarbeitung und Realisierung eines kulturellen Veranstaltungsprogramms in der Rheinschiene
Leitung:
Michael D. Gutbier, mg(at)ogv-leverkusen.de, Wolfgang Hasberg, wh(at)ogv-leverkusen.de 
Termin:
Die AG tagt jeden ersten Freitag des Monats um 18:30 Uhr im Besprechungsraum 2. OG der Villa Römer und via https://zoom.us/j/96017860314?pwd=MnFHWmxKSEVFcmFCR0MzQTd1WFZjdz09 (Meeting-ID: 960 1786 0314, Kenncode: 729118)


RUNDGÄNGE / BESCHILDERUNGEN LEVERKUSEN
Aufgaben / Ziel:
- Entwicklung und Realisierung von thematischen Rundgängen zur Stadtgeschichte im Stadtgebiet;
nächste Themen: Industrieroute, Sportroute, Stadtzentrum Opladen, …
- Recherche und Erstellung von Texten für Beschilderung, Flyer und online-Dokumentation
- Virtuelle Bereitstellung der Rundgänge auf der Plattform http://www.izi.travel
Oliver Willutzki, ow(at)ogv-leverkusen.de, Renate Blum, rb(at)ogv-leverkusen.de 
Termin:
Die AG tagt jeden zweiten Mittwoch des Monats um 18:30 Uhr im Besprechungsraum 2. OG der Villa Römer und via https://zoom.us/j/93778327082?pwd=d3VCS3Q5QjcvT0lUS2NPTG5yVWhRUT09 (Meeting-ID: 937 7832 7082, Kenncode: 828921) 


GESCHICHTSFEST
Aufgaben / Ziel:
- Vorbereitung und Durchführung des jährlichen Geschichtsfestes am Tag des offenen Denkmals
- Erarbeitung der jeweiligen thematischen europäischen Ausstellung und des Denkmal-Kalenders für das Folgejahr
Leitung:
Maria Lorenz, mlo(at)ogv-leverkusen.de 
Termin:
Die AG tagt jeden dritten Freitag des Monats um 14 Uhr im Besprechungsraum 2. OG der Villa Römer und via https://zoom.us/j/97264346806?pwd=NHNCSW1wcnJoZENwbXA2OHFEcXd4dz09 (Meeting-ID: 972 6434 6806, Kenncode: 630769)


KOMMUNIKATION
Aufgaben / Ziel:
- Entwicklung, Planung und Steuerung der Öffentlichkeitsarbeit des OGV
- Konzeption und Weiterentwicklung des virtuellen Auftritts des OGV (Webseiten, Newsletter und soziale Medien)
- Betreuung der Präsenzen des OGV in den sozialen Medien
Leitung:
Jörn Wenge, jw(at)ogv-leverkusen.de 
Termin:
Die AG tagt jeden dritten Samstag des Monats um 10:30 Uhr im Besprechungsraum 2. OG der Villa Römer und via https://zoom.us/j/97455865210?pwd=ZnNlcVhzeEJRL3FFV0dndit0cVQyUT09 (Meeting-ID: 974 5586 5210, Kenncode: 861133)


Die nachfolgenden Arbeitsgruppen sind in Absprache mit den Verantwortlichen vielfältig aktiv:


ARCHIV
Aufgaben / Ziel:
- Betreuung und Bearbeitung der Sammlung des OGV (u.a. Bibliothek, Fotoarchiv, ...)
Leitung:
Christian Drach, cd(at)ogv-leverkusen.de 
Termin:
Die AG tagt jeden Donnerstag um 14 Uhr in der OGV-Geschäftsstelle inder Villa Römer


AUFSICHTEN
Aufgaben / Ziel:
- Durchführung von Aufsichten bei Ausstellungen in der Villa Römer
Leitung:
Maria Lorenz, mlo(at)ogv-leverkusen.de 
Termin:
nach Vereinbarung


QUIZ / SPIEL STADTGESCHICHTE
Aufgaben / Ziel:
- Erarbeitung von neuen innovativen Zugängen zur Thematik Stadtgeschichte
Leitung:
Marvin Halfmann, mha(at)ogv-leverkusen.de 
Termin:
nach Vereinbarung


REDAKTION PUBLIKATIONEN
Aufgaben / Ziel:
- Redaktion, Lektorat und Schriftleitung der Publikationen OGV-Kurier und MONTANUS 
Leitung:
Philipp Schaefer, ps(at)ogv-leverkusen.de 
Termin:
nach Vereinbarung


Wir freuen uns über jede aktive Rückmeldung und auf eine spannende Mitarbeit in unserem Verein.


T E R M I N H I N W E I S E

Programm 2022 erscheint in Kürze

Auch 2022 bietet der OGV zahlreiche Veranstaltungen, Vorträge, Exkursionen und Reisen an. Das Programmheft 2022 befindet sich im Druck und wird im Januar 2022 allen Mitglieder per Post zugesandt sowie an zahlreichen öffentlichen Orten ausgelegt. Darüber hinaus wird das Programm am 01. Januar 2022 auf der Webseite des OGV unter www.ogv-leverkusen.de/programm/ veröffentlicht.


Machen Sie mit! Werden Sie Mitglied! Werben Sie Mitglieder! Leverkusener Bürger für eine Stadtgeschichte mit Zukunft!

„Wie hätte die Stadt Leverkusen den 90. Geburtstag gefeiert, wenn es den Geschichtsverein nicht gäbe?“

(Leverkusens Erster Bürgermeister Bernhard Marewski im Rahmen der Festveranstaltung ‚90 Jahre Leverkusen‘ am 29. Oktober 2020)

Unterstützen Sie die Arbeit des Geschichtsvereins! Werden Sie Mitglied und werben Sie Mitglieder! Gemeinsam eine Stadtgeschichte mit Zukunft gestalten!


Sie haben Interesse, unsere Vereinsarbeit zu bereichern?


Für einen Jahresbeitrag ab € 48.-- sind Sie dabei. (Ermäßigungen sind möglich)

Es geht ganz einfach:

Füllen Sie die downloadbare Beitrittserklärung online aus.

Unterscheiben Sie diese digital und senden Sie diese per eMail an geschaeftsstelle(at)ogv-leverkusen.de
oder drucken Sie das Dokument aus und faxen sie es uns unterschrieben an die Fax-Nummer: 02171 - 2315

Natürlich können Sie die Beitrittserklärung auch per Post an die folgende Anschrift schicken:
Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen
Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte –
Haus-Vorster Str. 6 51379 Leverkusen (Opladen)

Bei Fragen und Anregungen zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Jahresbeitrag:
Erwachsene € 48,00, Jugendliche € 24,00,
Familien € 72,00, juristische Personen € 100,00.

Eine Fördermitgliedschaft (ab € 100,00) ist auch möglich!

Spenden sind jederzeit willkommen!

Spendenkonto: VR Bank eG
IBAN: DE23 3056 0548 3104 0180 24, BIC: GENODED1NLD

Hier finden Sie die aktuelle Satzung und Beitragsordnung.

Sie erhalten diese E-Mail als Abonnent unseres Newsletters. Wenn Sie den OGV-Newsletter mit der nächsten Ausgabe nicht mehr erhalten möchten, klicken Sie bitte hier: Newsletter abbestellen

Herausgeber:
Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen
Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte, Haus-Vorster Str. 6, 51379 Leverkusen (Opladen)
www.ogv-leverkusen.de

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