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Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen
Aktuell
Ausgabe 7 / 2016

Editorial von Georg Mölich, LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, Bonn

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freunde des OGV,

traditionell gehört zu den Aufgaben des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) im Bereich der landschaftlichen Kulturpflege auch die Betreuung und Förderung von Geschichts- und Heimatvereinen im Rheinland. Diese Aufgabe wird vom in Bonn ansässigen LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte wahrgenommen. Auch das diesjährige Großprojekt des Jülicher Geschichtsvereins 1923 e.V. und des Opladener Geschichtsvereins von 1979 e.V. wurde so vom LVR fachlich beraten und betreut.

Es freut mich nun sehr, dass nach einigen Jahren der Vorbereitung das regionale Geschichtsprojekt „Das preußische Jahrhundert. Jülich, Opladen und das Rheinland zwischen 1815 und 1914“ Anfang Juli 2016 in die Realisierungsphase eintritt. Das ambitionierte Unterfangen einer „genauen Inspektion und Dokumentation“ dieser Periode der Stadt- und Regionalgeschichte zeigt eindrücklich, welche Potentiale im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements auf Vereinsebene organisiert und aktiviert werden können. Neben die lokale Erforschung tritt hier die Vermittlung durch eine Doppelausstellung, durch ein umfangreiches Begleitprogramm und durch eine voluminöse Buchpublikation, mit der die Ergebnisse des Gesamtprojektes nachhaltig dokumentiert werden.

Die vielfältigen Prägungen des Rheinlands in der Zeit der preußischen Herrschaft am Rhein seit 1815 sind im runden Erinnerungsjahr 2015 breit thematisiert und problematisiert worden. Dass nun mit einem stadthistorischen Vergleich die Thematik nochmals umfassend angegangen wurde, ist sehr verdienstvoll und bietet erneut eine weitere Perspektive auf das Spannungsverhältnis von Integration und Konflikt im „preußischen Jahrhundert“ zwischen „Besitzergreifung“ und Erstem Weltkrieg.

Es ist den Projektverantwortlichen in beiden Geschichtsvereinen hoch anzurechnen, dass sie sich dieser organisatorischen, finanziellen und inhaltlichen Kraftanstrengung zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern erfolgreich gestellt haben. Es ist nun zu hoffen, dass viele Menschen die jetzt präsentierten Ergebnisse und die vielfältigen Angebote mit Interesse aufnehmen. Ich wünsche daher den Ausstellungen, den Begleitprogrammen und der Publikation nachhaltigen Erfolg!

Viel Spaß bei der historischen Spurensuche vor Ort!

 

Georg Mölich


A K T U E L L E S

Das preußische Jahrhundert beginnt am 03. Juli 2016 in Leverkusen-Opladen

Das Projekt wird wird vom Land Nordrhein-Westfalen, dem Landschaftsverband Rheinland und der NRW-Stiftung Natur – Heimat – Kultur sowie lokalen Sponsoren gefördert.

Christina Kampmann, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen kommentiert das Projekt: "Die beiden Ausstellungen „Preußen im Rheinland“ zeigen, wie sich eine Kultur unter fremden Einflüssen verändert und weiterentwickelt, welche Chancen in dem Austausch von Kulturen liegen. Damit haben sie eine hohe Aktualität. Die Konzepte der Ausstellungsmacher haben uns überzeugt. Deshalb fördern wir diese Kooperation zwischen Jülich und Leverkusen-Opladen im Rahmen der Regionalen Kulturpolitik sehr gern."

Ausstellung DAS PREUSSISCHE JAHRHUNDERT. Jülich, Opladen und das Rheinland zwischen 1815 und 1914.

Foto: Michael Greve
Foto: Michael Greve
Die Projektleitung präsentiert die Ausstellung der Presse (Foto: Michael Greve)

02.07. - 18.12.2016, Museum Zitadelle Jülich (Eröffnung: 02.07.2016, 16 Uhr)
03.07. - 18.12.2016, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte Leverkusen (Eröffnung: 03.07.2016, 11 Uhr)

Die Preußen und das Rheinland – der geschichts- und folgenträchtigen Wechselbeziehung widmet sich die Doppel-Ausstellung „Das preußische Jahrhundert – Jülich, Opladen und das Rheinland zwischen 1815 und 1914”. Was war und bedeutete das „preußische Jahrhundert“ für das Rheinland konkret? Welche Folgen hatte der viel gescholtene preußische Militarismus? Welche Auswirkungen hatten die Industrialisierung, der Kulturkampf und die Revolution von 1848/49 für die Menschen des Rheinlands? Die Entwicklung einer Stadt, einer Region oder auch einer ganzen Nation erschließt sich häufig nur, wenn man in die Vergangenheit blickt. So entsteht Verständnis für Besonderheiten genauso wie für Gemeinsamkeiten verschiedener Landstriche und der Menschen, die dort leben.

Das Forschungs- und Ausstellungsprojekt, das vom Land NRW, dem Landschaftsverband Rheinland und der NRW-Stiftung gefördert wird, widmet sich mit Jülich und Opladen zwei Städten, die repräsentativ für das Rheinland die verschiedenen Entwicklungen des Jahrhunderts aufzeigen. Während Jülich bereits 1794 an das revolutionäre Frankreich fiel, wo nun Verwaltung und Gesellschaft schrittweise „modernisiert“ wurden, blieb Opladen als Teil des Herzogtums Berg im ancien regime verhaftet. Mit der Gründung des Großherzogtums Berg unter napoleonischer Protektion hielt 1805 auch hier das französische Verwaltungssystem Einzug. Nach dem Sturz Napoleons sprach der Wiener Kongress 1815 die Gebiete auf beiden Seiten des Rheins von Koblenz bis Emmerich dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. zu – somit standen Jülich und Opladen wieder unter gemeinsamer Herrschaft.

Die Integration der neuen Provinzen gestaltete sich vor allem in administrativer Hinsicht für Preußen wie die Rheinländer gleichermaßen schwierig: Im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen die Menschen sowie die damals entstehenden Probleme der Industrialisierung und ihrer Auswirkungen auf die Natur: Die strategisch wichtige Festungsstadt Jülich war der Sitz einer Garnison und lag verkehrsgünstig an einer viel benutzten Transitstrecke von Köln in Richtung Niederlande. Opladen war eine kleine Ackerbürgerstadt von zunächst lokaler Bedeutung, die aber, als sie zum Knotenpunkt dreier wichtiger Eisenbahnlinien wurde, im Laufe des 19. Jahrhunderts einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte, während Jülich nach und nach den Anschluss verlor.

Die Ausstellungen „Das preußische Jahrhundert“ werden vom 2./3. Juli bis 18. Dezember 2016 parallel im Museum Zitadelle Jülich und in der Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte Leverkusen zu sehen sein.

Das Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Das preußische Jahrhundert“, das unter der Schirmherrschaft der Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken steht, wird vom Land Nordrhein-Westfalen, dem Landschaftsverband Rheinland und der NRW-Stiftung Natur – Heimat – Kultur sowie lokalen Sponsoren gefördert. Die Zusammenarbeit des Jülicher und des Opladener Geschichtsvereins darf Pilotcharakter für sich beanspruchen.

Weitere Informationen: www.preussisches-jahrhundert.de.

Ein umfangreiches Begleitprogramm wird an beiden Ausstellungsstandorten angeboten.

Ausstellungseröffnungen

Eröffnung der Ausstellung in Jülich
Samstag, 2. Juli 2016 | 16.00 Uhr | Schlosskapelle der Zitadelle Jülich

Eröffnung der Ausstellung in Leverkusen-Opladen
Sonntag, 3. Juli | 11.00 Uhr | Kaminzimmer Villa Römer

Anlässlich der Ausstellungseröffnungen wird Dr. Martin Klöffler an beiden Orten historische Vermessungstechniken vorführen:

Jülich: Wie die preußische Festung Jülich kunstgerecht zu verteidigen ist – Ingenieurmajor Louis Blesson Anno 1815
Jülich war mit dem Wiener Kongress 1815 zur Grenzfestung gegen Frankreich geworden. Doch wie war eine Festung im Ernstfall tatsächlich zu verteidigen? Ingenieurmajor Blesson gibt ihnen erste Einblicke in die Maßnahmen, die einen tiefen Einschnitt in das militärische und zivile Leben der Stadt Jülich und ihr Umland bedeutet hätten. Anhand von Modellen und Plänen bekommen sie ein anschauliches Bild von einer Belagerung.

Opladen: Steuern für den preußischen Staat oder wie ein Kataster entsteht – Landmesser Wilhelm Frobenius Anno 1910
Basierend auf historischen Lehrbüchern des 19. Jahrhunderts werden fast vergessenen Techniken der Landvermessung mit originalen oder rekonstruierten Instrumenten gezeigt. Auf unterhaltsame Weise wird praktische Geometrie näher gebracht und Geschichten aus dem Alltag der Landmesser erzählt.

Kostenloser Bustransfer nach Jülich und Leverkusen-Opladen

Ein kostenloser Bustransfer zu den Ausstellungseröffnungen wird durchgeführt:

Samstag, 02. Juli 2016, 14:00 Uhr, Abfahrt Villa Römer Leverkusen-Opladen (Rückkehr gegen 19:30 Uhr)

Sonntag, 03. Juli 2016, 09:00 Uhr Abfahrt Jülich Walramplatz, 09:05 Uhr Busbahnhof Jülich (Rückkehr gegen 15:00 Uhr)

Eine kurzentschlossene Nutzung dieses Angebots ist möglich.


Ein herzogliches Geburtstagskonzert

Der Overbacher Kammerchor jubilierte auf Einladung des OGV zum 500. Geburtstag Herzog Wilhelms V. von Jülich-Kleve-Berg (1516–1592) am 25. Juni 2016 in der Bielertkirche in Leverkusen-Opladen vor über 60 Gästen.

Die Besitzer der damaligen Burg Overbach im 16. Jahrhundert – ein Adelsgeschlecht mit Namen „von Reuschenberg“ – gehörten zu den einflussreichsten Familien des Jülicher Landadels. Es ist daher zu vermuten, dass diese Adelsfamilie als Gäste bei Hofzeremonien Herzog Wilhelms V. zugegen war.

500 Jahre später waren wieder Overbacher bei einer großen Geburtstagsfeier von Herzog Wilhelm V. dabei. Zwar waren die Geladenen diesmal nicht adelig, haben dafür jedoch viel Gold in der Kehle: Der Overbacher Kammerchor zelebrierte ein Konzert zum 500. Geburtstag Herzog Wilhelms V. Damit Ohr und Herz des Regenten auch recht geschmeichelt werden, erklangen Werke seines Hofkomponisten, Martin Peudargent, die dieser anlässlich der prächtigen Taufzeremonien für die erste Tochter sowie den Thronfolger des Herzogs komponierte. Sollte sie ihm zu Ohren gekommen sein, wird Wilhelm V. als gebildeter Landesherr sicherlich auch die Musik von Zeitgenossen wie Giovanni Gabrieli, Jan Pieterszoon Sweelink, Giovanni Bassano oder Johannes Eccard zu schätzen gewusst haben. Für die Overbacher Grund genug, mit Werken dieser Komponisten dem Jubilar ein feierliches Ständchen zu singen. Als Geburtstagsgäste waren mit dabei: Renaissancespezialisten auf alt-historischen Instrumenten wie Violine, Bratsche, Gamba, Zink und Barockposaune.


T E R M I N H I N W E I S E

Anmeldungen zu den Fahrten des OGV können hier erfolgen!


PREUSSISCHE SPUREN IN OPLADEN

Im Jahr 2016 findet mit der Doppelausstellung und dem Kataloghandbuch "Das preußische Jahrhundert. Jülich, Opladen und das Rheinland zwischen 1815 und 1914" sowie zahlreichen weiteren Aktionen das gleichnamige Projekt des Opladener und Jülicher Geschichtsvereins seinen Höhepunkt und Abschluss.

Dies ist Anlass und Grund monatlich in unserem Newsletter in 2016 jeweils Fotos mit "preußischen Spuren in Opladen" zu präsentieren und vorzustellen. Sie dienen als "Appetit-Macher" und sollen Neugierde für das Projekt wecken.

Historisches Bauschild

Foto: Michael Greve

Unter Landrat Adolf Lucas wurde 1914 das preußische Landratsamt von Solingen nach Opladen verlegt. Der Neubau nach Plänen von Prof. Klotzbach wurde im Jahr des Kriegsausbruchs zum Ersten Weltkrieg im wesentlich durch ortsansässige Firmen realisiert.

Hiervon zeugt das restaurierte Bauschild, welches in der Opladener Ausstellung zu sehen ist.

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Herausgeber:
Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen
Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte, Haus-Vorster Str. 6, 51379 Leverkusen (Opladen)
www.ogv-leverkusen.de

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