Eine Sitzmadonna aus Schlebuschrath: Leverkusener Kunstgeschichte auf Schloss Burg
Ein besonderer Moment der gemeinsamen Tagesfahrt des Opladener Geschichtsvereins und des Jülicher Geschichtsvereins nach Solingen war die Begegnung mit einem mittelalterlichen Kunstwerk aus Leverkusen: der Sitzmadonna aus Schlebuschrath. Tobias Millard, museumspädagogischer Leiter von Schloss Burg, stellte die Figur den 19 Teilnehmenden eigens vor.
Die vollrund aus Eichenholz geschnitzte Madonna wird vermutlich um 1300 datiert und ist 55,5 Zentimeter hoch. Sie sitzt auf einer schlichten, lehnenlosen Bank und blickt frontal nach vorn. Ihr gegürteter, fußlanger Mantel fällt in weich gerundeten Falten; zwischen den Knien bildet sich eine markante Spitze. Mit der linken Hand umfasst Maria das Kind, das auf ihrem linken Knie sitzt und den Kopf leicht zur Seite neigt. Die Rückseite der Skulptur ist bis auf das angedeutete Kopftuch glatt gearbeitet.
Die Figur stammt aus der Pfarrkirche zu Schlebuschrath, die 1828 abgebrochen wurde. Sie war früher in der Dauerausstellung auf Schloss Burg zu sehen, hat in der neu gestalteten Ausstellung jedoch keinen Platz mehr gefunden. Umso eindrucksvoller war es, das Werk im Rahmen der Führung aus nächster Nähe kennenzulernen und mehr über seine Gestaltung und Herkunft zu erfahren.
Die Präsentation machte deutlich, wie eng die Geschichte Schloss Burgs auch mit der Kunst- und Kirchengeschichte Leverkusens verbunden ist. Für die Teilnehmenden war die Sitzmadonna ein besonderes Zeugnis der gemeinsamen regionalen Vergangenheit.
