Bayer-Kreuz – Leverkusens leuchtendes Wahrzeichen

Das Bayer-Kreuz wird derzeit umfassend restauriert – mit dem Ziel, seine Standsicherheit und Strahlkraft für die kommenden Jahrzehnte zu sichern. Seit 1933 prägt die weltweit größte freihängende Leuchtreklame das Stadtbild und steht wie kein anderes Bauwerk für Leverkusens industrielle Identität.

Der Opladener Geschichtsverein begleitet die Maßnahmen konstruktiv und regt mit Blick auf das Stadtjubiläum 2030 eine formale denkmalrechtliche Anerkennung an. Ein eigener Filmbeitrag ergänzt die historische Einordnung.

Aktueller Stand der Restaurierung
Aktuell wird das Bayer-Kreuz in Leverkusen einer umfassenden Instandsetzung unterzogen. Die Rostschutzarbeiten an den inneren Stahlpylonen sind bereits abgeschlossen; in den kommenden Monaten folgen die Arbeiten an den äußeren Halterungen der Leuchtanlage. Ziel ist es, die Standsicherheit und den technischen Zustand des Bauwerks langfristig zu sichern und seine Sichtbarkeit für die nächsten Jahrzehnte zu gewährleisten.

Historische Bedeutung und technische Daten
Das Bayer-Kreuz ging erstmals im Jahr 1933 am damaligen Bayerwerk Leverkusen als Teil der IG-Farben, dem heutigen Chempark Leverkusen, in Betrieb. Es besteht aus zwei rund 118 Meter hohen Stahlpylonen, zwischen denen eine Kreuzstruktur mit einer Spannweite von etwa 72 Metern gespannt ist. Damit gilt es bis heute als die größte freihängende Leuchtreklame der Welt.
Über die Jahrzehnte wurde das Bayer-Kreuz mehrfach modernisiert und technisch weiterentwickelt. Seine weithin sichtbare Lage – insbesondere entlang der B8 – machte es zu einem prägenden Orientierungspunkt und zu einem der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Leverkusen.

Politische und denkmalpflegerische Debatten
Das Bayer-Kreuz war in der Vergangenheit wiederholt Gegenstand politischer und denkmalpflegerischer Diskussionen. Bereits 2004 wurde zwischen der Stadt Leverkusen, der Bayer AG und Agfa Gevaert in Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege ein öffentlich-rechtlicher Vertrag geschlossen, der den Erhalt historischer Bauwerke im Bereich des damaligen Bayerwerks regelte. Auch wenn Eigentumsfragen – insbesondere nach dem Übergang auf Lanxess – immer wieder diskutiert wurden, bestand weitgehend Konsens darüber, dass das Bayer-Kreuz faktisch wie ein Denkmal behandelt werden sollte.

Position des Opladener Geschichtsvereins
Der Opladener Geschichtsverein von 1979 e. V. Leverkusen (OGV) begrüßt die aktuellen Erhaltungs- und Restaurierungsmaßnahmen ausdrücklich. Sie unterstreichen die Bedeutung des Bayer-Kreuzes als zentrales Zeugnis der industriellen und stadtgeschichtlichen Entwicklung Leverkusens.
Mit Blick auf das 100-jährige Stadtjubiläum Leverkusens im Jahr 2030 halten wir es für sinnvoll, die Frage einer formalen denkmalrechtlichen Einstufung erneut aufzugreifen. Eine solche Anerkennung würde den langfristigen Schutz des Bauwerks stärken und seine Bedeutung für die Stadtidentität sichtbar unterstreichen.

Ausblick
Das Bayer-Kreuz ist weit mehr als ein technisches Werbeelement. Es steht für die industrielle Geschichte der Stadt, für Wandel und Kontinuität und für ein starkes identitätsstiftendes Symbol im Stadtraum. Der OGV wird den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und den Dialog mit Politik, Verwaltung, Denkmalpflege und Zivilgesellschaft fortsetzen.

Film zum Bayer-Kreuz
Der OGV hat einen eigenen Film zum Bayer-Kreuz, der die historische Entwicklung, die technische Dimension und die Bedeutung des Bauwerks für Leverkusen anschaulich dokumentiert, im Rahmen des europäischen StadtRäume-Projektes erstellt. Dieser Film ergänzt den Textbeitrag um eine visuelle Perspektive.Wir bedanken uns herzlich bei der Bayer AG, Abt. Heritage Communications, für die Unterstützung bei der Recherche und die Bereitstellung der historischen Fotos aus dem Bestand des Bayer-Archivs.