Lokale Geschichtsarbeit weiterdenken: Erste Ideen aus der OGV-Ideenwerkstatt

Wie muss lokale Geschichtsarbeit heute und in Zukunft aussehen? Wie erreichen wir neue Zielgruppen, stärken ehrenamtliches Engagement und werden in der gesamten Stadt sichtbarer? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Ideenwerkstatt des Opladener Geschichtsvereins in der GeschichtsGalerie. Sie ist Teil eines längerfristigen Prozesses, mit dem der OGV seine Arbeit gemeinsam mit Mitgliedern, Partnern und anderen Geschichtsvereinen weiterentwickeln möchte.

Am 25. Juli wurde die GeschichtsGalerie in Wiesdorf zur Ideenwerkstatt. Aufbauend auf der vorausgegangenen Zukunftswerkstatt diskutierten Mitglieder und Interessierte über Perspektiven für die zukünftige Arbeit des Opladener Geschichtsvereins. Im Mittelpunkt standen die drei Themenfelder Zielgruppen, Öffentlichkeitsarbeit sowie Formate und Angebote.

Dabei geht es um mehr als einzelne neue Veranstaltungen. Der OGV möchte grundsätzlich darüber nachdenken, welche Rolle lokale Geschichtsarbeit in einer sich verändernden Stadtgesellschaft spielen kann und soll. Wie können historische Themen neue Zielgruppen erreichen? Wie lassen sich Mitglieder stärker einbinden und neue Ehrenamtliche gewinnen? Und wie gelingt es, Stadtgeschichte vor Ort mit gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und europäischen Perspektiven zu verbinden?

Die Ideenwerkstatt lieferte dafür eine breite Stoffsammlung. Zu den Anregungen gehören eine stärkere Präsenz in allen 13 Leverkusener Stadtteilen, neue Angebote für Mitglieder, der Ausbau von Kooperationen und Netzwerken sowie eine moderne Öffentlichkeitsarbeit über unterschiedliche Kommunikationskanäle. Bewährte Formate wie „Geschichte am Kamin“, „Geschichte vor Ort“, Bürgerdialoge und das Geschichtsfest sollen erhalten und weiterentwickelt werden.

Daneben wurden neue, niedrigschwellige Angebote diskutiert: historische Spaziergänge und Fahrradtouren, Filmabende, offene Gesprächsformate sowie digitale und hybride Veranstaltungen. Die Villa Römer als Haus der Stadtgeschichte soll dabei das identitätsstiftende Zentrum bleiben – verbunden mit einer stärkeren Präsenz des Vereins in der gesamten Stadt.

Die Ideenwerkstatt ist dabei ausdrücklich kein Abschluss, sondern ein weiterer Schritt in einem längerfristigen Entwicklungsprozess. Die gesammelten Vorschläge sind keine Beschlüsse, sondern sollen nun in Vorstand, Wissenschaftlichem Beirat und weiteren Vereinsgremien diskutiert, ergänzt und konkretisiert werden.

Gleichzeitig wollen wir die Diskussion über die Zukunft lokaler Geschichtsarbeit auch über den eigenen Verein hinaus führen. Ein nächster Baustein wird die gemeinsame Vorstandssitzung des OGV mit dem Jülicher Geschichtsverein im Oktober 2026 sein. Dort soll der Austausch über Erfahrungen, Herausforderungen und mögliche gemeinsame Perspektiven der lokalen Geschichtsarbeit fortgesetzt werden.

Auch die Ideenwerkstatt selbst soll kein einmaliges Format bleiben. Wir wollen den begonnenen Dialog fortführen und möglichst unterschiedliche Perspektiven einbeziehen.

Deshalb gilt: Mitdenken ausdrücklich erwünscht! Wer Ideen für die zukünftige Arbeit des OGV oder grundsätzlich für eine zeitgemäße lokale Geschichtsarbeit hat, ist herzlich eingeladen, sich einzubringen.

Stadtgeschichte lokal verankert – gemeinsam weitergedacht.