StadtRäume in Berlin: Demokratiegeschichte im Stadtraum neu gedacht
Am 19. März 2026 fand in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung ein Fachtag zum Thema „StadtRäume und Demokratiegeschichte in der Zwischenkriegszeit“ statt. Die Veranstaltung war Teil des Projekts StadtRäume / UrbanSpaces und brachte Lehrkräfte, Multiplikator:innen sowie historisch Interessierte zusammen.
Im Mittelpunkt standen zentrale Fragen der historisch-politischen Bildung: Wie kann Demokratiegeschichte im lokalen und urbanen Kontext erfahrbar gemacht werden? Welche Perspektiven eröffnet ein europäischer Vergleich? Und wie lassen sich Lernende aktiv in die Auseinandersetzung mit Geschichte einbeziehen?
Das Projekt StadtRäume / UrbanSpaces, vorgestellt von Prof. Dr. Wolfgang Hasberg (Universität zu Köln), verbindet acht europäische Partnerstädte. Gemeinsam werden regionale Quellen erschlossen und innovative Vermittlungsformate entwickelt. Ein besonderer Ansatz ist ein digitaler Filmbaukasten, der es ermöglicht, eigene historische Narrative zu entwickeln und zugleich kritisch zu reflektieren.
Im Austausch mit den Teilnehmenden wurden Fragen der praktischen Umsetzung, der internationalen Zusammenarbeit und der Einbindung von Lernenden intensiv diskutiert. Auch Projektpartner, unter anderem aus Schwedt, brachten ihre Erfahrungen ein und gaben Einblicke in die konkrete Arbeit vor Ort.
Ergänzt wurde das Programm durch die Vorstellung eines schulischen Ausstellungsprojekts zu Walther Rathenau, das beispielhaft zeigt, wie historische Themen in Bildungsprozesse integriert werden können.
Am Nachmittag wurde der fachliche Austausch durch eine Exkursion zum Friedhof der Märzgefallenen im Volkspark Friedrichshain vertieft. Als bedeutender Erinnerungsort verbindet er unterschiedliche Phasen der Demokratiegeschichte – von der Revolution 1848/49 über die Weimarer Republik bis in die Gegenwart.
Der Fachtag machte deutlich: Lernen in, über und an historischen Stadträumen eröffnet neue Perspektiven auf Demokratiegeschichte und kann einen wichtigen Beitrag zu einer reflektierten historisch-politischen Bildung leisten.
Die Veranstaltung war zugleich ein Beitrag zum bundesweiten „Tag der Demokratiegeschichte“ 2026 und wurde gefördert durch die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte.
