Europa vor Ort: 30 Teilnehmende aus zehn Städten gestalten gemeinsames Netzwerk

Vom 10. bis 14. September 2026 kamen rund 30 jüngere und ältere Teilnehmende aus zehn europäischen Städten und acht Ländern in Leverkusen und Jülich zusammen. Im Mittelpunkt standen Stadtentwicklung, Demokratie, Erinnerungskultur und die Weiterentwicklung des Netzwerks „StadtRäume / UrbanSpaces". Mit der gemeinsam von Jung und Alt erarbeiteten Leverkusener Erklärung verpflichten sich die Partner, junge Menschen künftig verbindlich in die europäische Projektarbeit einzubeziehen. Gefördert wurde der Workshop durch einen Europa-Scheck des Landes Nordrhein-Westfalen.

Europa lebt von persönlichen Begegnungen und der Zusammenarbeit vor Ort. Dies zeigte der europäische Workshop „Europa vor Ort – Stadtentwicklung, Demokratie und Erinnerungskultur in europäischen Städten", den der Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen und der Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V. vom 10. bis 14. September 2026 in Leverkusen und Jülich veranstalteten.

Rund 30 jüngere und ältere Teilnehmende aus zehn Städten und acht Ländern kamen zusammen. Vertreten waren Leverkusen, Jülich, Oulu, Racibórz, Schwedt/Oder, Villeneuve d'Ascq, Battipaglia, Bracknell, Delphi und Gabrovo. Der generationenübergreifende und internationale Austausch prägte alle Programmpunkte.

Zum Auftakt wurde in Opladen der neue Sammelband „StadtRäume zwischen den Kriegen" vorgestellt. Im Rahmen der offiziellen Eröffnung begrüßte Oberbürgermeister Stefan Hebbel die internationalen Gäste. Ein besonderes Zeichen der weiteren Vernetzung war die Unterzeichnung einer Partnerschaftsurkunde zwischen dem Opladener Geschichtsverein und dem Schwedter GeschichtsVerein.

Der zweite Workshoptag führte die Teilnehmenden nach Jülich. Nach einer Stadtrundfahrt arbeiteten die Projektverantwortlichen an gemeinsamen Zielen, guten Praxisbeispielen und der nächsten Generation europäischer Projekte. Parallel beschäftigte sich das Youth Media Lab mit den beteiligten Städten, führte Recherchen und Interviews durch und entwickelte eigene Medienbeiträge. Eine europäische Keynote von PD Dr. Markus J. Prutsch vom Europäischen Parlament stellte die Verbindung zwischen Europa, Demokratie und Erinnerungskultur her. Eine weitere Buchvorstellung und ein europäischer Abend in der Zitadelle rundeten den Tag ab.

In Leverkusen standen anschließend die Neue Bahnstadt Opladen, die Eröffnung der Jahresausstellung „Gewachsen. Geplant. Gelungen? – Stadtentwicklung in Leverkusen" und die Zukunft des Netzwerks im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden diskutierten, wie die Zusammenarbeit verstetigt, junge Menschen dauerhaft beteiligt und neue gemeinsame Projekte entwickelt werden können.

Eine zentrale Rolle spielte der Jugendworkshop. Die jungen Europäerinnen und Europäer entwickelten eigene Perspektiven auf Stadtentwicklung, Geschichte und Demokratie und setzten ihre Ideen in Medienbeiträge um. Ihre Ergebnisse präsentierten sie öffentlich beim 23. Leverkusener Geschichtsfest in der Villa Römer.

Die jungen Teilnehmenden waren jedoch nicht nur für einen eigenen Programmteil verantwortlich. Sie wirkten auch an der Erarbeitung der Leverkusener Erklärung 2026 mit und brachten ihre Sichtweisen, Themen und Erwartungen unmittelbar in das gemeinsame Arbeitsergebnis ein. Die Erklärung ist damit ein generationenübergreifend entwickeltes Fundament für die weitere Zusammenarbeit im Netzwerk „StadtRäume / UrbanSpaces".

Mit der Erklärung verpflichten sich die Partner, junge Menschen bei künftigen Planungen und Projekten von Beginn an verbindlich einzubeziehen und ihnen eigene Verantwortung zu übertragen. Dabei soll keine Trennung zwischen einer Jugendgruppe auf der einen und den älteren Projektbeteiligten auf der anderen Seite entstehen. Das gemeinsame Arbeiten der Generationen bildet vielmehr einen Grundgedanken des Netzwerks. Jüngere und ältere Menschen sollen ihre unterschiedlichen Erfahrungen, Kenntnisse, Sichtweisen und Fähigkeiten einbringen und voneinander lernen.

Die Leverkusener Erklärung soll den inhaltlichen und organisatorischen Rahmen für die weitere Zusammenarbeit bis 2030 bilden. Zu ihren Schwerpunkten gehören die dauerhafte Vernetzung der Partner, die verbindliche Beteiligung junger Menschen sowie die Verbindung von lokaler Geschichte, europäischem Vergleich und demokratischer Bildungsarbeit. Über die Erklärung, ihre Grundsätze und das vereinbarte Arbeitsprogramm wird in einem eigenen Newsbeitrag ausführlich berichtet.

Das fünftägige Programm verband intensive Arbeitsphasen mit Exkursionen, Ausstellungen, Buchvorstellungen, Konzerten und zahlreichen persönlichen Begegnungen. Der Workshop machte deutlich, welches Potenzial in der Zusammenarbeit historischer Vereine, Kommunen, Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie verschiedener Generationen liegt.

Der Workshop wurde durch einen Europa-Scheck des Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Stadtgeschichte lokal verankert – europäisch vernetzt: Unter diesem Leitgedanken soll die beim Workshop gestärkte Zusammenarbeit in den kommenden Jahren fortgeführt und weiter ausgebaut werden.