Fünf Fragen an den neuen Leiter der Leverkusener Volkshochschule Dr. Günter Hinken

Am 01. April 2021 hat Dr. Günter Hinken die Nachfolge von Gerd Struwe als Leiter der Volkshochschule Leverkusen angetreten. Anhand von fünf Fragen wollen wir den neuen VHS-Leiter unseren Lesern, Mitgliedern und Geschichtsinteressierten etwas näher vorstellen.

1. Was hat Ihr Interesse an Geschichte geweckt?

Das Aufkommen und die verstärkte Etablierung historisch-kritischer Dokumentationen und Berichte in Radio, Fernsehen und Zeitungen in den 1970er-Jahren bewirkte bei mir bereits als kleiner Junge eine starke Sensibilisierung für geschichtliche Personen, Ereignisse und Entwicklungen. Dabei spielte insbesondere die NDR-Dokumentationsreihe „Vor 40 Jahren“ eine beeindruckende Rolle, in der in Bild und Ton auf die nationalsozialistischen Wochenschauen vor 40 Jahren zurückgeblickt wurde, anschließend die geschichtlichen Ereignisse kommentiert und in eine historische Perspektive gestellt wurden. Diese filmischen Propaganda-Dokumente mit den nachfolgenden kritischen Einordnungen haben mich ungemein fasziniert und mir den weiteren Zugang zu geschichtlichen Phänomenen geebnet.

2. Hand aufs Herz - was haben Sie vor Antritt der Stelle mit Leverkusen verbunden? Und was sind Ihre Eindrücke von der Stadt nach den ersten Wochen im Amt?

„Bayer“ in jeglicher Form: Als Pillen, als Fußball-Verein, als „Kreuz“ an der Autobahn. Aber zudem lernte ich über die Zusammenarbeit im Landesverband der Volkshochschulen bereits vor Jahren eine sehr nette Kollegin der VHS Leverkusen kennen – und dieser Eindruck von sehr freundlichen und zugewandten Mitarbeitenden an der hiesigen Volkshochschule bestätigte sich glücklicherweise auch in meinen ersten Wochen als neuer VHS-Leiter…und erleichtern mir die Eingewöhnung in der für mich neuen Stadt ungemein.

3. Welche Schwerpunkte wollen Sie in Ihrer Arbeit als Leiter der Volkhochschule setzen?

Neben vielen anderen Aspekten liegen mir insbesondere folgende Punkte sehr am Herzen:

  • Sicherstellung einer auskömmlichen Finanzierung und Ausstattung der Volkshochschule.
  • Etablierung einer digitalen Entwicklung der VHS mit dem Ziel, die hoffentlich bald wieder stattfindenden analogen Kurs- und Veranstaltungsangebote mit passenden digitalen Hilfsmitteln zu bereichern. Analoge und digitale Anteile müssen in der richtigen Balance zueinander gestaltet werden.
  • Entwicklung interdisziplinärer Programmangebote aus verschiedenen thematischen Bereichen, die auch das Thema ressourcenschonender „Nachhaltigkeit“ in den Blick nehmen sollten.

4 . Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit mit den Geschichtsvereinen vor?

An der Volkshochschule Leverkusen existiert bereits seit langer Zeit eine fruchtbare Kooperation mit vielen Geschichtsvereinen. Das von mir verfolgte Konzept einer „VHS als Forum stadtgesellschaftlichen Dialogs“ umfasst den Ausbau eines Netzwerkes verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen für Leverkusen, in dem die Geschichtsvereine eine große Bedeutung haben.

5. Wenn Sie sich nicht gerade mit Geschichte beschäftigen, dann...

…beschäftige ich mich als Politikwissenschaftler häufig mit politischen und philosophischen Fragestellungen: Wie entwickelt sich unsere (Stadt-)Gesellschaft in einer komplexer werdenden Welt weiter? Wie finden wir den passenden gesellschaftlichen Austausch, um unsere freiheitlich-demokratische Ordnung zu verteidigen und weiterzuentwickeln? Wie gelingt es uns besser, unser (wirtschaftliches) Handeln im Einklang mit Natur und gesellschaftlicher Einheit zu gestalten? Dabei helfen natürlich auch Rückblicke in die Vergangenheit…und manchmal auch notwendige Denkpausen, die ich gern mit viel Sport in unterschiedlichen Disziplinen begehe.