StadtRäume

Stadtentwicklung in der Zwischenkriegszeit in Europa (1918–1939)

Bracknell, Jülich, Leverkusen, Ljubljana, Oulu, Raciborz, Schwedt, Villeneuve d’Ascq

in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen

Das europäische Kooperationsprojekt „Stadtentwicklung in der Zwischenkriegszeit in Europa (1918–1939)“ (SEiZiE) schließt an unser Projekt zur Geschichte des Ersten Weltkrieges an, in dessen Folge nunmehr die Stadtentwicklung 1918–1939 in acht europäischen Städten erforscht wird. Die konkrete historische Forschung wird von den beteiligten Geschichtsvereinen, Archiven, Museen etc. in den beteiligten Städten Bracknell (UK), Jülich (DE), Leverkusen (DE), Ljubljana (SI), Oulu (FI), Racibórz (PL), Schwedt/Oder (DE) und Villeneuve d’Ascq (FR) durchgeführt. Die Konzeption sowie die Koordination erfolgt durch den OGV in Verbindung mit dem JGV und der Universität zu Köln.

Zunächst soll in einem Workshop 2020 die Aufgabenverteilung vorgenommen werden, die sich auf die Arbeit vor Ort sowie auf die Konzeption eines digitalen Filmbaukastens bezieht, dessen Realisierung im Mittelpunkt von SEiZiE steht. Die Umsetzung dieses innovativen Vermittlungskonzepts soll unterschiedlichste Adressaten, insbesondere auch Jugendliche, ansprechen und multifunktional verwendbar sein. Neben dem Film sind Ausstellungen in den einzelnen Städten sowie eine vergleichende Publikation geplant.

Ziel von SEiZiE ist ein europäischer Vergleich der Stadtentwicklung, bei dem zum einen Gemeinsamkeiten wie Unterschiede in der äußerlichen Entwicklung, zum anderen die Entwicklung des städtischen (Geschichts-)Bewusstseins erkundet werden, um deren komplementäre Beziehung aufzudecken. Ein digitaler Filmbaukasten erscheint das geeignete Medium, um eine europäische Stadtentwicklungsgeschichte zu erarbeiten, in der Stadt- und Bewusstseinsentwicklung multikausal und -perspektivisch aufeinander bezogen werden.

Veranstaltungsreihe "Weimar in der Region"

in Zusammenarbeit mit dem Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V.,  LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte und dem Portal Rheinische Geschichte

Das Jahr 1923 war für die junge Weimarer Republik voller Herausforderungen. Diese konzentrierten sich auch auf das Rheinland bzw. bekamen hier etwa durch Besatzung und Separatismus eine zusätzliche Dimension. Der Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V. und der Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen haben mit zahlreichen Partnern aus dem In- und Ausland ein Projekt angestoßen, das dieses Krisen- und Wendejahr aus einer lokalen Perspektive behandelt, es aber in seiner überregionalen und europäischen Bedeutung reflektieren möchte. Auf diese Weise werden europäische, nationale, regionale und lokale Narrative kritisch hinterfragt und Bausteine für eine Kulturgeschichte der „Zwischenkriegszeit“ bereitgestellt. In Kooperation mit dem LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte werden in einer vierteiligen virtuellen Vortragsreihe 2021 und einem Workshop 2022 in Leverkusen einzelne thematische Aspekte in ihrer Bedeutung für das Vorhaben reflektiert.

15. Dezember 2021: Online-Vortrag "Die unternehmens- und sportpolitische Bedeutung des Betriebssports im Rheinland in der Zwischenkriegszeit am Beispiel von Bayer und Henkel"

Referent: Prof. Dr. Andreas Luh

Die Zwischenkriegszeit, zwischen Kaiserreich und NS, war eine spannungsgeladene Zeit mit sozialpolitischen Errungenschaften und materieller Not, mit wirtschaftlicher Modernisierung und strukturellen Krisenerscheinungen, mit demokratischem Aufbau und autoritären Gefährdungen.
Unter diesen spannungsgeladenen Entwicklungsbedingungen entwickelte sich der Betriebssport in Großunternehmen zu einem unternehmens-, sozial- und sportpolitisch bedeutsamen, häufig unterschätzten Phänomen, das die Alltagswelt Tausender Belegschaftsangehörige insbesondere im rheinisch-westfälischen Industrierevier prägte und die Lebensumstände der Zeit wiederspiegelte. Betriebssport wurde zu einem systematischen Bestandteil der betrieblichen Sozialpolitik in einer Zeit, die von Großkonzernbildung, Massenstreikbewegungen, Hyperinflation, Modernisierung, sozialpartnerschaftlichen Konzepten, Rationalisierungsbestrebungen und Wirtschaftskrise geprägt war. Am Beispiel der niederrheinschen Großunternehmen Bayer und Henkel soll die Entwicklung und Bedeutung des Betriebssport in dieser Zeit aufgezeigt werden.

Mittwoch, 15. Dezember 2021, 18:00 Uhr, Übertragung via Zoom (Link bitte via Anmeldung anfordern!)

Aufgrund der gültigen Covid19-Hygienerichtlinien ist die verbindliche Anmeldung hier oder telefonisch unter 02171-47843 zwingend notwendig!