Geschichte vor Ort - Studienreisen und Exkursionen

Die nachfolgenden Studienreisen und Exkursionen werden gemeinsam vom OGV mit dem Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V. durch die Firma Reisebüro Herweg GmbH & Co. KG in Leverkusen-Opladen angeboten.

Hier finden Sie auch die gemeinsamen Reiseangebote auf der Webseite von Reisebüro Herweg.

23. Oktober 2021: Jüdisches Leben auf dem Land

Leben auf dem Land: Normalität für die meisten deutschen Juden bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. In der preußischen Rheinprovinz lebten zwei Drittel der Juden in den Dörfern. Doch die Geschichte der Landjuden wurde lange vernachlässigt. Die (Zeit-)Reise durch rheinische Landsynagogen will ihre Alltagsgeschichte sinnlich erfahrbar machen. Per Bus geht es auf die Reise zu den ehemaligen Synagogen in Hülchrath (1876), Stommeln (1882) und Rödingen (1841). Diese drei ehemaligen Synagogen gehören zu den ganz wenigen baulichen Zeugnissen, die heute noch an das reiche jüdische Kulturerbe im Rheinland erinnern.

Das LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen gibt tiefe Einblicke in das jüdische Leben auf dem Lande. Im ehemaligen Wohnhaus der Familie Ullmann zeigt eine Dauerausstellung zahlreiche Aspekte der jüdischen Geschichte und Kultur. Im Jahr 1841 erhielt die jüdische Gemeinde Rödingen die Genehmigung zum Bau einer Synagoge. Das Gebäude wurde auf dem Grundstück von Issak Ullmann, der auch der Vorsteher der Gemeinde war, im Hof seines Wohnhauses errichtet.

Die jüdische Gemeinde Stommeln besaß ab 1831 ein erstes Bethaus. 1832 konnte eine erste Synagoge errichtet werden. Da die Gemeinde wuchs, ihre höchste Mitgliederzahl erreichte sie 1861 mit 78 Personen, musste eine größere Synagoge an gleicher Stelle gebaut werden. Sie wurde am 11. August 1882 feierlich eingeweiht. Im Zuge der Liberalisierung zogen viele Mitglieder in die Städte. Vermutlich 1926 übersiedelte der letzte Gemeindevorsteher nach Köln. Zu dieser Zeit konnten wohl schon keine Gottesdienste mehr gefeiert werden, da die Mindestzahl von zehn religionsmündigen Männern (Minjan) nicht mehr zustande kam. 1979 kaufte die Gemeinde Pulheim das ehemalige Synagogengebäude und ließ es bis 1983 umfassend renovieren. 1990/91 entwickelte der Künstler W. Gies zusammen mit dem damaligen Kulturdezernenten Gerhard Dornseifer das Ausstellungsprojekt „Synagoge Stommeln“. Seitdem finden dort außergewöhnliche Ausstellungen bedeutender Gegenwartskünstler statt, die die allgegenwärtige Geschichte des Ortes reflektieren.

Die Synagoge von Hülchrath befindet sich im historischen Ortskern von Hülchrath. Die Synagoge wurde von der jüdischen Gemeinde 1875 errichtet und 1876 eingeweiht. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Gebäude an eine Metzgerei verkauft. Die Stadt Grevenbroich erwarb 1994 das Gebäude. Nach einer Restaurierung wurde es am 9. November 1998 als Gedenk- und Begegnungsstätte eingeweiht.

Kostenbeitrag € 70,-- (Mitgliederermäßigung: € 5,--)

Samstag, 23. Oktober 2021
07:45 Uhr Opladen, Villa Römer
09:00 Uhr Jülich, Bahnhof

13. November 2021: Bundesstadt Bonn – Kirchen, Klöster und Rheinromantik

Schwarzrheindorf zählt zu den ältesten keltischen Siedlungen im Rheintal. Der Name stammt von der schwarzen Tracht der Nonnen im Schwarzrheindorfer Kloster – im Gegensatz zu den Ordensschwestern auf der anderen Rheinseite, die Grau trugen – daher dort „Graurheindorf“.

Die Doppelkirche in Schwarzrheindorf, unser erstes Exkursionsziel, gilt als romanisches Kleinod. Ihre Wandmalereien aus dem 12. Jahrhundert in Unter- und Oberkirche gehören zu den besterhaltenen ihrer Zeit. Dabei illustrieren die Zyklen nicht einfach nur Erzählungen aus dem Alten Testament, vielmehr treffen die Kirchenbesucher auf ein ausgeklügeltes System von Bezügen der Bildfelder untereinander. In ihrer Anordnung entsteht mehr Bedeutung als in der Summe der einzelnen Bilder. Die Kirche wurde am 25. April 1151 vom Kölner Erzbischof Arnold von Wied im Beisein des Königs Konrad III. geweiht.

Ramersdorf wird urkundlich das erste Mal im 9. Jahrhundert erwähnt. Um 1230 wurde die Kommende Ramersdorf des Deutschen Ordens gestiftet. Heute befindet sich in den Gebäuden ein Hotel, welches wir auf der Weiterfahrt besuchen.

Das Siebengebirgsmuseum, das dritte Ziel unserer Fahrt, ist ein Regionalmuseum und Fachmuseum für Rheinromantik in Königswinter. Durch die dauerhafte Kooperation mit der privaten Bonner Sammlung RheinRomantik ist dieses Thema seither ein markant aufgewerteter Schwerpunkt der Museumsarbeit. Das Museum befindet sich in einem vom Steinhauermeister und Gerichtsschöffen Johann Peter Meurer (auch Mäurer) 1732 erbauten barocken Bürgerhaus sowie mehreren Erweiterungsbauten.

Kostenbeitrag € 70,-- (Mitgliederermäßigung: € 5,--)

Samstag, 13. November 2021
07:45 Uhr Jülich, Bahnhof
09:00 Uhr Opladen, Villa Römer