Freiheit - Stadt - Gesellschaft

in Kooperation mit dem Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V. und der Volkshochschule Leverkusen

Jahresthema 2026: Stadt – Freiheit und Gesellschaft im urbanen Wandel

In diesem Jahr steht unser fortlaufender Zyklus „Freiheit – Stadt – Gesellschaft“ ganz im Zeichen der Stadt. Nachdem wir im letzten Jahr die Freiheit in den Vordergrund gerückt haben, wenden wir uns nun der Stadt als Ort zu, an dem sich Gesellschaft formiert und Freiheit gelebt oder auch herausgefordert wird.

Die Stadt ist mehr als nur ein geografischer Raum – sie ist eine Bühne der Geschichte, ein Schauplatz politischer, sozialer und kultureller Entwicklungen. In einer Reihe von Veranstaltungen – von Vorträgen und Workshops über Exkursionen bis hin zu Ausstellungen – erkunden wir die verschiedenen Facetten der Stadt.

Ein besonderer Höhepunkt ist die neu eingeführte Leverkusener Geschichtsmatinée, die in einem feierlichen Rahmen zentrale Themen unseres Jahresschwerpunkts beleuchtet. Wir werfen einen Blick auf die Entwicklung von Städten im europäischen Vergleich, mit besonderem Fokus auf Leverkusen und Jülich. Während Leverkusen durch seine zwei Stadtgründungen und seine jüngere Geschichte im 20. Jahrhundert herausragt, steht Jülich als Residenzstadt und als Beispiel für den Neubeginn nach 1945 im Mittelpunkt.

Ein weiteres zentrales Thema ist die Demokratieentwicklung in der Stadt. Von den Anfängen der Bürgerbeteiligung über die demokratischen Aufbrüche der Zwischenkriegszeit bis hin zur kommunalen Mitbestimmung in der Gegenwart: Wir betrachten, wie Städte zu Laboratorien der Demokratie wurden und wie Bürgerinnen und Bürger ihre Freiheiten im urbanen Raum verwirklichen.

Kurz gesagt: In diesem Jahr erkunden wir die Stadt als dynamischen Schauplatz, an dem Freiheit, Gesellschaft und Demokratie aufeinandertreffen. Wir laden Sie ein, an unseren vielfältigen Formaten teilzunehmen und die Stadt aus neuen Perspektiven zu erleben.


11. Januar 2026: Leverkusener Geschichtsmatinee: „Demokratischer Neubeginn im Raum Leverkusen“

Mit der zweiten Leverkusener Geschichtsmatinee wird das Jahresprogramm eröffnet und damit ein neues, dauerhaftes Auftaktformat im kulturellen Leben der Stadt etabliert.

Unter dem Jahresmotto „Freiheit – Stadt – Gesellschaft“ richtet die Matinee den Blick auf einen zentralen Wendepunkt lokaler Demokratiegeschichte: den Neubeginn nach 1945. Unter dem Titel „Demokratischer Neubeginn im Raum Leverkusen: Die politischen Parteien nach 1945“ beleuchten ausgewiesene Expertinnen und Experten den Wiederaufbau politischer Kultur in Leverkusen und den damals gegründeten Stadtteilen. Im Mittelpunkt stehen die frühen Organisationsformen, die politischen Herausforderungen der Nachkriegszeit und die Frage, wie demokratische Strukturen in einer zerstörten und gesellschaftlich fragmentierten Stadt erneut entstehen konnten.

Die Matinee wird durch musikalische Beiträge feierlich gerahmt und lädt im Anschluss bei Kaffee und Begegnungsmöglichkeiten zum Austausch ein. Besucherinnen und Besucher haben die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und die aktuelle Ausstellung in der Villa Römer zu besuchen.

Bereits ab 10:30 Uhr sind alle Interessierten herzlich willkommen. Bei einem Begrüßungskaffee wird zudem das neue OGV-Jahresprogramm 2026 mit dem thematischen Schwerpunkt „Freiheit – Stadt – Gesellschaft“ ausgegeben.

Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen das neue Geschichts- und Kulturjahr zu beginnen und den Blick auf die demokratische Entwicklung unserer Stadt zu richten.

Sonntag, 11. Januar 2026; 11:00 Uhr
Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte

in Kooperation mit dem Bergischen Geschichtsverein Abteilung Leverkusen-Niederwupper e.V. und der Volkshochschule Leverkusen


4. Februar 2026: Vortrag "Städte im Rheinland"

Referent: Dr. Wolfgang Rosen

Das Rheinland ist eine Region mit außergewöhnlich vielfältiger Stadtlandschaft – von alten Residenz- und Handelsstädten über Industriestandorte bis hin zu modernen Verwaltungszentren. Prof. Dr. Wolfgang Rosen, Herausgeber des Rheinischen Städteatlas, führt in die Geschichte und Typologie dieser Städte ein. Er zeigt, wie sich Stadtformen und Stadtfunktionen über die Jahrhunderte gewandelt haben – und welche Bedeutung diese Entwicklungen für das heutige Verständnis von Urbanität im Rheinland besitzen.

Mittwoch, 4. Februar 2026, 18:30 Uhr
Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte (in der Reihe Geschichte am Kamin)

in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen


4. März 2026: Vortrag "Stadtentwicklung Leverkusens nach 1945"

Referenten: Stefan Karl & Michael D. Gutbier M.A.

Die Entwicklung Leverkusens nach 1945 war geprägt von tiefgreifenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und städtebaulichen Veränderungen. Der Wiederaufbau, die Integration von Geflüchteten und Vertriebenen, der wirtschaftliche Strukturwandel sowie Veränderungen der Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur stellten Stadt und Region vor erhebliche Herausforderungen. Mit der kommunalen Neugliederung 1975 und dem Zusammenschluss ur Stadt Leverkusen ergaben sich zusätzliche planerische, organisatorische und stadtstrukturelle Aufgaben, die die weitere Stadtentwicklung entscheidend beeinflussten.

Im Vortrag beleuchten Michael D. Gutbier und Stefan Karl diese Entwicklungen aus zwei sich ergänzenden Perspektiven:

  • Michael D. Gutbier stellt die historischen Rahmenbedingungen dar: Wiederaufbauprozesse, Migration und Bevölkerungszuwachs, wirtschaftliche Veränderungen, infrastrukturelle Herausforderungen sowie die Bedeutung der kommunalen Neugliederung für die Stadtstruktur und das Selbstverständnis Leverkusens.
  • Stefan Karl, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung der Stadt Leverkusen, erläutert die planerische Perspektive: die Leitbilder der Stadtplanung seit den 1950er Jahren, ihre Umsetzung in Leverkusen an Beispielen, die Folgen der Neugliederung 1975 sowie die aktuellen planerischen Herausforderungen der Stadtplanung und -entwicklung.

Gemeinsam zeigen beide Referenten, wie sich Leverkusen seit 1945 gewandelt hat, welche Kontinuitäten und Brüche die Stadtentwicklung prägten – und welche Schlussfolgerungen sich daraus für die Zukunft ziehen lassen.

Mittwoch, 4. März 2025, 18:30 Uhr
Vortragssaal im Forum Leverkusen (in der Reihe Geschichte am Kamin)

in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen


21. April 2026: BürgerDialog LEV: "Zukunft für Wiesdorf - wie gestalten wir unsere Stadtmitte?"

Wie sieht die Innenstadt aus, in der wir uns morgen treffen, wo wir einkaufen oder wohnen – und uns einfach gerne aufhalten? Wiesdorf steht vor großen Veränderungen. Drei zentrale Projekte sollen neue Impulse setzen: die City C, das Bahnhofsquartier und das neue Leben im Corner 82. Im BürgerDialog LEV zeigt die Leverkusener Immobiliengesellschaft mbH (LEVI), wie aus Ideen konkrete Orte werden sollen: Orte, die Aufenthaltsqualität schaffen, Handel und Kultur stärken und die Innenstadt zu einem lebendigen Treffpunkt und Wohnort für alle machen. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten auf dem Podium diskutieren wir Chancen, Herausforderungen und Ihre Erwartungen an unsere Stadtmitte. Bringen Sie Ihre Perspektive ein – denn Wiesdorfs Zukunft entsteht im Dialog.

Moderation: Dr. Günter Hinken

Dienstag, 21. April 2026, 19:00 Uhr
Vortragssaal im Forum Leverkusen (in der Reihe Geschichte im Stadtgebiet)

in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen und der Leverkusener Immobiliengesellschaft mbH (LEVI)


2. Juni 2026: BürgerDialog LEV: "Opladen - Vergangenheit und Zukunft der Stadtentwicklung“

Opladen – einst eigenständige Stadt, heute ein prägender Teil des nördlichen Leverkusens – hat in den vergangenen Jahrzehnten viele Wandlungen erlebt. Im Bürgerdialog geht es darum, wie sich Opladens historische Entwicklung und Identität in der vereinigten Stadt Leverkusen widerspiegeln und welche Rolle der Stadtteil künftig einnehmen kann. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, gemeinsam über Chancen, Herausforderungen und neue Perspektiven für Opladen in der Stadt Leverkusen zu diskutieren.

Moderation: Dr. Günter Hinken / Michael D. Gutbier M.A.

Dienstag, 2. Juni 2026, 19:00 Uhr
VHS-Außenstelle Opladen, Brückenstraße 8 (in der Reihe Geschichte im Stadtgebiet)

in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen


1. Juli 2026: Vortrag "Ordnung statt Freiheit? Die reformatorischen Konzepte von Herzog Johann III. von Kleve, Jülich und Berg, Graf von der Mark und Ravensberg"

Referent: Prof. Dr. Ralf-Peter Fuchs

Der Begriff „Freiheit“ ist im politischen Sprachgebrauch noch immer sehr präsent. Dass er sehr viele, mitunter widersprüchliche Bedeutungen haben kann, zeigt sich bereits mit Blick auf die Frühe Neuzeit. Im Fokus des Vortrags stehen Begriffe von Freiheit aus dem frühen 16. Jahrhundert, welche die Welt der Menschen im Alten Reich ins Wanken brachten: Sowohl die Aufständischen im Bauernkrieg als auch viele Reformatoren der Kirche sprachen von der Freiheit als Ziel ihrer Wünsche. Sie sollten feststellen, dass etwas sehr Unterschiedliches damit gemeint sein konnte. Am Niederrhein, in den jülich-klevischen Ländern, sollte das Ringen um „Freiheit“ wiederum zu entschlossenem Handeln des Landesherrn und seiner Regierungsräte führen, um den Sturz von politischer, gesellschaftlicher und kirchlicher Ordnung zu verhindern. Herzog Johann III. von Kleve, Jülich und Berg (1490–1539) wollte durchaus eine Reformation der Kirche durchsetzen. Zugleich wollte er aber Verhältnisse wie im Bauernkrieg um jeden Preis verhindern.

Mittwoch, 1. Juli 2026, 20:00 Uhr – im Anschluss an die OGV-Jahreshauptversammlung 2026
Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte (in der Reihe Geschichte am Kamin)

in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen


7. Oktober 2026: Vortrag "Stadtentwicklung in der Moderne – das Beispiel Köln"

Referentin: Prof. Dr. Petra Sophia Zimmermann

Die Großstadt Köln erlebte im 20. Jahrhundert eine Reihe einschneidender Metamorphosen. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs verlor die Metropole am Rhein ihren Festungsstatus, der die Anlage großzügiger Umgehungsstraßen und Grünzüge ermöglichte. Gleichzeitig wurde die Stadt als Industriestandort immer wichtiger. Mit der Messe auf der rechten Rheinseite wurde die Stadt ein Schaufenster der Moderne. Die massiven Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg zwangen zu einer Reorganisation des Stadtraums im Rahmen des Wiederaufbaus. Die „Dynamik der 50er Jahre“ brach sich nicht nur in nahezu ikonischen Neubauten wie Oper und Schauspielhaus bahn, sondern auch in der Anlage einer großzügigen verkehrlichen Infrastruktur, die verbunden war mit dem Wunschbild der „autogerechten Stadt“. Der Vortrag wird vor allem auf die Planungseuphorie der Nachkriegszeit fokussieren, die spätestens in den 1970er-Jahren durch ökonomische Krisen einen deutlichen Dämpfer erhielt. Am Beispiel von Köln lassen sich zahlreiche Phänomene des Städtebaus der Moderne diskutieren, die auch für das direkt benachbarte Leverkusen nach 1945 eine große Rolle spielten.

Mittwoch, 7. Oktober 2026, 18:30 Uhr
Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte (in der Reihe Geschichte am Kamin)

in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen