Geschichte am Kamin

Dieses Veranstaltungsformat des OGV umfasst ganz unterschiedliche Veranstaltungsangebote (Vorträge, Diskussionen, Konzerte, Führungen, Filmvorführungen, ...), welche in der Regel am ersten Mittwoch eines Monats um 18: 30 Uhr im Kaminzimmer in der Villa Römer -Haus der Stadtgeschichte- stattfinden (früher "Leverkusener Kamingespräche").
In Ausnahmefällen finden Veranstaltungen im Vortragssaal des Forum Leverkusen statt.

5. August 2020: Vortrag "1520 – Die Krönung Karls V. in Aachen und die Folgen"

Referent: Guido von Büren

Die Wahl Karls V. zum römisch-deutschen König 1519 war nur möglich geworden, da die Fugger erhebliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt hatten, um die Kurfürsten von dem jungen Habsburger zu überzeugen. Für das Haus Habsburg bedeutete diese Wahl vorerst die Vormachtstellung in Europa gegenüber dem König von Frankreich, beherrschte Karl V. mit Spanien doch auch einen Großteil des Südens Europas. Entsprechend prunkvoll wurde die Krönung Karls V. in Aachen begangen.
Das Ereignis von europäischem Format zog bedeutende Zeitgenossen in die alte Reichsstadt, darunter den Künstler Albrecht Dürer. Hiermit und durch weitere Aktionen des Königs bzw. seit 1520 gekrönten Kaisers rückte das Rheinland zeitweilig in das Zentrum der Reichspolitik.

Mittwoch, 5. August 2020, 18:30 Uhr, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte, Haus-Vorster Str. 6, Leverkusen-Opladen (in der Reihe „Geschichte am Kamin") 

26. August 2020: Vortrag „Die Geschichte der Opladener Rathäuser“

Referenten: Toni Blankerts / Michael D. Gutbier M.A.

Die Stadt Opladen hat in ihrer Geschichte nur für wenige Wochen ein Gebäude besessen, welches mit dem Zweck und den Funktionalitäten eines Rathauses gebaut wurde: das heutige Verwaltungsgebäude Goetheplatz 4. Dies füllte jedoch die Funktion auf Grund der Kommunalen Neugliederung 1975 niemals vollumfänglich aus. Zumindest fand die letzte Sitzung des Opladener Stadtrates 1974 im neuen Ratssaal statt. Um 1910 gab es bereits Pläne der Stadt Opladen am selben
Standort ein repräsentatives Rathaus mit Rathausturm zu errichten, jedoch wurden diese Pläne, wohl auch vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges nie umgesetzt.
Von der Stadt Opladen und der davor existierenden Bürgermeisterei Opladen wurden vorher andere Bauten als Rathaus genutzt: Wohn- und Geschäftshäuser und eine Schule. Insgesamt können fünf Rathaus-Standorte im Zeitraum 1800 bis 1974 nachgewiesen und dokumentiert werden.
Ihre Geschichte ist Gegenstand des Vortrags.

am Mittwoch, 26. August 2020
um 18:30 Uhr
im Kaminzimmer der Villa Römer -Haus der Stadtgeschichte- Leverkusen; Haus-Vorster Straße 6 in 51379 Leverkusen-Opladen
(in der Reihe „Geschichte im Kamin“)

Der Vortrag findet seine Fortsetzung bzw. Ergänzung beim Historischen Stadtrundgang am 12.09.2020.

3. September 2020: Vortrag „1945 - Vor 75 Jahren: Stadt- Ratsausschuss in Opladen“

Referent: Michael D. Gutbier M.A.

Am. 8. Mai 1945 endete mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht der Zweite Weltkrieg in Deutschland und Europa. Bereits mehr als drei Wochen zuvor waren amerikanische Truppen in die damalige Kreisstadt Opladen einmarschiert und somit war für die Opladener Bevölkerung das Kriegsgeschehen und -erleben, welches mit den Luftangriffen vom 28. Dezember 1944 und 5. März 1945 den nachhaltigsten und folgenschwersten Niederschlag gefunden hatte, beendet.
Bereits am 9. Mai 1945 berief der von der amerikanischen Besatzungsmacht eingesetzte Bürgermeister Karl Voos den sogenannten Stadt-Ratsausschuss - quasi ein erstes demokratisches Entscheidungsorgan - ein, welches die Geschicke des Gemeinwesens Opladen mit seinen Herausforderungen des Kriegsendes in die Hand nahm.
Von den Herausforderungen und dem Handeln dieses Gremiums berichtet der Vortrag.

am Donnerstag, 3. September 2020
um 20 Uhr
im Kaminzimmer der Villa Römer -Haus der Stadtgeschichte-,
Haus-Vorster Str. 6, 51379 Leverkusen-Opladen

Der Vortrag findet im Anschluss an die Jahreshauptversammlung 2020 des OGV statt.

7. Oktober 2020: Vortrag "1820 – Die Wiener Schlussakte und ihre Bedeutung für das Rheinland"

Referent: Mahmoud Kandil

Der Deutsche Bund wurde auf dem Wiener Kongress 1814/15 geschaffen, um nach dem Ende des Alten Reiches 1806 und dem endgültigen Machtverlust des Kaisers von Frankreich, Napoleon, eine neue Staatenordnung in der Mitte Europas zu schaffen. Im Jahr 1820 wurde durch die Wiener Schlussakte die Verfassung des Deutschen Bundes vollendet, der sich in erster Linie als ein Verteidigungsbündnis sah. Damit waren die Hoffnungen vieler, die sich in den Befreiungskriegen engagiert hatten, endgültig gestorben, dass es einen deutschen Nationalstaat geben würde. Vielmehr  setzte eine Zeit der Restauration ein, die durch die Souveränität der Fürsten, die sich im Deutschen Bund zusammengeschlossen hatten, geprägt wurde. Das Rheinland als Teil des Königreichs Preußen erlebte eine als schwierig empfundene Zeit der Anpassung an die neuen staatlichen Bedingungen. 

Mittwoch, 7. Oktober 2020, 18:30 Uhr, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte, Haus-Vorster Str. 6, Leverkusen-Opladen (in der Reihe „Geschichte am Kamin") 

2. Dezember 2020: Vortrag "1870 – Der deutsch-französische Krieg und das Rheinland"

Referent: Georg Mölich

Mit dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 kam es am 18. Januar 1871 nach drei für Preußen erfolgreichen Reichseinigungskriegen zur Gründung eines zweiten deutschen Kaiserreichs, das unter preußischer Führung stand. Anders als die Bestrebungen der Revolution von 1848/49 handelte es sich um eine Staatsgründung von oben, welche auf Grund militärischer Erfolge möglich geworden war. Diese Reichsgründung führte, obwohl sie kaum Veränderungen in den Teilstaaten mit sich brachte, zu einem wirtschaftlichen Aufschwung innerhalb des Reiches und dem Entstehen eines Nationalstaatsbewusstseins. Neben dem Militär entwickelte sich die Großindustrie mit ihrer Elite zum zweiten Standbein des Kaiserreichs. Der militärische Sieg über Frankreich und die Gründung des Reiches wirkten tief in die Gesellschaft, auch im Rheinland, das sich lange Zeit eher preußenkritisch sah, hinein.

Mittwoch, 2. Dezember 2020, 18:30 Uhr, Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte, Haus-Vorster Str. 6, Leverkusen-Opladen (in der Reihe „Geschichte am Kamin")