Geschichte im Stadtgebiet

Dieses Veranstaltungsformat des OGV umfasst ganz unterschiedliche Veranstaltungsangebote (Vorträge, Diskussionen, Konzerte, Besichtigungen, Filmvorführungen, ...), welche nicht in der Villa Römer -Haus der Stadtgeschichte-, sondern an unterschiedlichen Orten im gesamten Leverkusener Stadtgebiet durchgeführt werden.
 

03. April 2019: Vortrag "Die Balleien Koblenz und Biesen des Deutschen Ordens – Konflikte und Koexistenz"

Referent: Prof. Dr. Udo Arnold 

Die Grundlegung der Deutschordensballeien Koblenz und Biesen erfolgte fast gleichzeitig, 1218 in Köln und Koblenz, 1219 in Siersdorf, 1220 in Alden Biesen. Doch die Abgrenzung beider Ordensprovinzen gegeneinander benötigte noch ein Jahrhundert, in dem die Entwicklung im Rhein-Maasgebiet heftigen Schwankungen ausgesetzt war und der Einfluss beider sich deutlich überlagerte. Anschließend gab es durch die Unterstellung beider Balleien unter unterschiedliche Ordensoberen eine Abgrenzung, die bis zum Ende des Hl. Römischen Reiches andauerte. Allein die räumliche Ausdehnung der Ballei Koblenz von Ibersheim bei Worms bis Mechelen und ins heute niederländische Gebiet, der Ballei Biesen vom Rhein bis an die Atlantikküste widerspricht unseren Vorstellungen von sinnvoller Verwaltung. Wie gingen die Ballein damit um, wie schlug sich das auf der Leitungsebene des Ordens nieder? Der Vortrag will diesen Fragen nachgehen und ihre Bedeutung auch für die Niederlassungen der Veranstaltungsorte aufzeigen.

Mittwoch, 3. April 2019, 18:30 Uhr, Schloss Morsbroich, Spiegelsaal, Gustav-Heinemann-Straße 80, 51377 Leverkusen (in der Reihe „Geschichte im Stadtgebiet")
Mittwoch, 27. März 2019, 19:30 Uhr, Schlosskapelle Jülich (in der Reihe „Mittwochsclub")
 

08. Mai 2019: Vortrag "Kreuzzug und regionale Herrschaft: Die Anfänge des Deutschen Ordens im Rheinland"

Referent: Dr. Alexander Berner 

Die Geschichte der Kreuzzüge, der vielleicht spektakulärsten Massenbewegung des Hochmittelalters, ist bislang vornehmlich als eine Geschichte des Weges und des Ziels beschrieben worden, nämlich des Pilgerns nach den und dem Streiten für die heiligen Stätten der Christenheit in Palästina. Der Vortrag "Kreuzzug und regionale Herrschaft: Die Anfänge des Deutschen Ordens im Rheinland " folgt einem anderen Ansatz: Sie fragt nach der Bedeutung der Heimatregion der Kreuzfahrer für die Kreuzzüge sowie den Rückwirkungen der Kreuzzüge auf die Heimatregion, widmet sich also primär dem reziproken Verhältnis von Kreuzzügen und der Heimat der Kreuzfahrer. Anhand der rheinisch-westfälischen Dynastie der älteren Grafen von Berg wird untersucht, wie bestimmte regionale Spezifika aus den Bereichen Politik, Ökonomie oder Frömmigkeit auf deren Kreuzzugsteilnahmen einwirkten. Gleichermaßen werden die bergischen Kreuzfahrten dahingehend analysiert, wie sie die Heimatregion der Grafen beeinflussten und somit auch Basis für das Wirken des Deutschen Ordens im Rheinland bildeten.

Mittwoch, 8. Mai 2019, 18:30 Uhr, Nepumuk-Kapelle Fettehenne, Berliner Straße, 51377 Leverkusen (in der Reihe „Geschichte im Stadtgebiet")
Mittwoch, 30. Januar 2019, 19:30 Uhr, Schlosskapelle Jülich (in der Reihe „Mittwochsclub")
 

25. Mai 2019: Halbtagesexkursion "Zu Gast in … dem ehemaligen Deutschordensbesitz Morsbroich"

Anstelle des heutigen Bauwerkes erhob sich ursprünglich eine spätmittelalterliche Burganlage. Die erste schriftliche Erwähnung erfolgt erstmals 1328 mit der Nennung eines Johannes gen. Moir von dem Broiche. Über die Jahrhunderte wechselte die Burg unzählige Male ihre Eigentümer. 1619 kam sie in den Besitz des Deutschen Ordens. 1775 wurde die „gantz ruinöse" Burganlage abgerissen und als "Maison de plaisance" im Rokokostil neu errichtet. Um diese Zeit wurde auch ein englischer Garten angelegt. 1806 verlor der Deutsche Orden das Barockschloss an Napoleon I, der die geistliche Institution säkularisierte. Nach der Übernahme des Rheinlands durch Preußen fiel Schloss Morsbroich 1817 einem Kölner Bankier zu. 1857 erwarb der Kommerzienrat Friedrich Diergardt den gesamten Besitz. 1948 mietete die Stadt das stark beschädigte Bauwerk. Zuerst einmal war an die Errichtung eines Alters- oder Kinderheimes im Schloss gedacht. Schließlich entschloß man sich aber zu einem Museum. 1974 beschloß der Rat den Kauf des Besitzes. Nach der Grundsanierung wurde das Museum 1985 erneut eröffnet. Schloss, Park und die nahegelegene Gezelin-Kapelle sind Ziele der Besichtigung.

Samstag, 25. Mai 2019, 15 Uhr, Schloss Morsbroich, Gustav-Heinemann-Straße 80, 51377 Leverkusen
 

05. Juni 2019: Vortrag "Der Deutschordens-Besitz Morsbroich"

Referent: Hans-Jürgen Dorn

Zu Beginn und auf Grund der Unruhen im Dreißigjährigen Krieg erwarb Komtur Adolf von dem Bongardt aus der Ballei Koblenz 1619 den Rittersitz Morsbroich im Namen des Deutschen Ordens. In der Folge residierten mehrere Landkomture auf Morsbroich. Dazu zählte von 1662 bis 1671 Heinrich Freiherr von Reuschenberg zu Setterich, der in seiner Wirkungszeit den Rittersitz Schlebusch hinzukaufte. Weitere Komture waren beispielsweise Karl-Gorwin Adolph von Nesselrode-Ehreshoven, Karl-Gottfried von Loe und 1716 Jobst Moritz Droste zu Senden. Dieser förderte während seiner Amtszeit Wallfahrten zur Verehrung des Seligen Gezelinus von Schlebusch. Die ihm geweihte Kapelle direkt neben Schloss Morsbroich bildete deshalb sowohl einen Ort stiller Verehrung als auch regelmäßiger, festlicher Wallfahrten. Die Kapelle war unter Henrich von Reuschenberg 1662 wiederhergestellt worden. Auch die Nepomuk-Kapelle in Fettehenne wurde 1737 durch eine Spende der Witwe Katharina Katternbach an den Landkomtur des Deutschen Ordens Jobst Mauritz Droste zu Senden neu errichtet. Am Giebel über dem Eingang ist das Wappen des Landkomturs angebracht. Ignaz Felix Freiherr von Roll zu Bernau ließ 1757 das „gantz ruinöse" Gebäude niederlegen und an seiner Stelle 1775 ein Schloss als „Maison de plaisance" im Stil des Rokoko errichten. Als Vorbild diente das Jagdschloss Falkenlust in Brühl. Etwa zur gleichen Zeit wurde auch ein dazugehöriger Englischer Landschaftsgarten angelegt. Im Zuge der Säkularisation wurde der Besitz des Deutschen Ordens 1803 verstaatlicht und ging 1806 in französischen Besitz über. Der Vortrag zeigt die Bedeutung des Wirkens des Deutschen Ordens für die Entwicklung innerhalb des heutigen Stadtgebiets von Leverkusen auf.

Mittwoch, 05. Juni 2019, 18:30 Uhr, Doktorsburg, Rathenaustraße 63, 51373 Leverkusen (in der Reihe „Geschichte im Stadtgebiet")
 


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