Geschichte im Stadtgebiet

Dieses Veranstaltungsformat des OGV umfasst ganz unterschiedliche Veranstaltungsangebote (Vorträge, Diskussionen, Konzerte, Besichtigungen, Filmvorführungen, ...), welche nicht in der Villa Römer -Haus der Stadtgeschichte-, sondern an unterschiedlichen Orten im gesamten Leverkusener Stadtgebiet durchgeführt werden.
 

3. Februar 2021: Vortrag mit Besichtigung "Neucronenberg"

Referenten: Gregor Schier / Michael D. Gutbier

Im Jahr 1858 nahmen die Gebrüder Tillmanns, aus Cronenberg stammend, im Wiembachtal nahe Biesenbach die Produktion von Holz- und Gewindeschrauben auf. Schon bald errichteten sie eine große Holzschraubenfabrik mit später denkmalgeschützten Fabrikgebäuden, sowie Arbeiterwohnungen und ebenfalls denkmalgeschützte Fabrikantenvillen. Es bestand ein eigener Eisenbahnanschluss.
Um 1900 lebten weit über 2000 Menschen direkt oder indirekt von der Arbeit in dieser Fabrik. Produziert und in 27 Länder exportiert wurden Nägel, Bolzen, Nieten und Schrauben, wobei anfangs ein vom Wiembach angetriebenes Wasserrad, später eine Dampfmaschine, die nötige Energie lieferte. Die Weltwirtschaftskrise versetzte dem florierenden Betrieb 1931 den Todesstoß; später teilten sich ein Maschinenbauunternehmen und eine Ölraffinerie das Werksgelände in Neucronenberg. Ihre Hinterlassenschaften mussten zu Beginn der 1980er Jahre von der Stadt Leverkusen mit Millionenaufwand beseitigt werden. Von den einstigen Fabrikgebäuden ist heute nichts mehr erhalten, zuletzt wurden Anfang 2007 die Ruinen des Schornsteins und einer Halle abgerissen. Seitdem entwickelt sich das inzwischen altlastenfreie Gelände mehr und mehr zu einem Biotop. Lediglich ein Denkmal und zwei Fabrikantenvillen erinnern an diesen wichtigen Standort der Leverkusener Wirtschaftsgeschichte.

Auf Grund der Massnahmen in Zusammenhang mit der Ausbreitung des Corona-Virus (Covid-19) wird diese Veranstaltung auf einen späteren Zeitpunkt verlegt!

3. Februar 2021, 18:30 Uhr, Mensa der Sekundarschule Leverkusen, Neukronenberger Str. 81, Leverkusen-Quettingen  (in der Reihe „Geschichte im Stadtgebiet“)

7. April 2021: Besichtigung mit Vortrag "CHEMPARK Leverkusen"

Referenten: Jochen Simon / Walter Zimmermann

Die Farbenfabriken Bayer kaufen 1891 zunächst die Alizarinrot-Fabrik von Dr. Carl Leverkus & Söhne nördlich von Köln und später weiteres Gelände am Rhein hinzu. Nach Plänen Carl Duisbergs, der das Unternehmen von 1912 bis 1925 als Generaldirektor leitet, baut Bayer diesen Standort ab 1895 systematisch aus. 1912 wird Leverkusen Firmensitz.
Diese Entscheidung stellt die entscheidende Weichenstellung für die spätere Stadtentwicklung und -gründung für Leverkusen dar.
Die Pläne von Carl Duisberg und zahlreiche Gebäude aus dem beginnenden 20. Jahrhundert prägen bis heute das Gesicht des Werkes.
2008 wurde aus dem Bayerwerk der CHEMPARK, in dem nun viele unterschiedliche Unternehmen, u.a. auch Bayer, und entsprechende Ausgründungen tätig sind. Somit wurde aus dem ehemaligen Werksgelände ein Industriepark, welcher die vorhandene Infrastruktur und Gebäudesubstanz des ehemaligen Werkseigners nutzt.
Inwieweit hierbei Denkmäler und Standortgeschichte bei der Weiterentwicklung des Standortes Berücksichtigung finden, ist auch Gegenstand dieser Veranstaltung.

Mittwoch, 7. April 2021, 18:30 Uhr, Ehemalige Hauptverwaltung der Bayer AG (Q26), Kaiser-Wilhelm-Allee, Leverkusen  (in der Reihe „Geschichte im Stadtgebiet“)

30. Mai 2021: Konzert "Ich bin eine rufende Stimme"


Sonntag, 30. Mai 2021, 17:00 Uhr

Gezelin-Kapelle, Leverkusen-Alkenrath

Geistliche Motetten von Heinrich Schütz und seinen italienischen Vorbildern im Wechselspiel mit liturgischen Gesängen aus der ehemaligen Deutschordens-Kommende Siersdorf
Mit Werken von Schütz, Monteverdi, Gabrieli u.a.

Heinrich Schütz, der wohl wichtigste deutsche Komponist vor Bach, war nicht nur Schlüsselfigur der mitteleuropäischen Musikszene im 17. Jahrhundert, sondern auch derjenige, der den revolutionären neuen Stil seiner Lehrer in Venedig nach Deutschland brachte und dessen Entwicklung weg von der Polyphonie der Renaissance hin zur Rhetorik des Barockstils entschieden vorantrieb. Zweimal hielt sich Schütz am Markusdom in Venedig auf: 1609 bis 1612 lernte er dort bei Giovanni Gabrieli, bevor er 1628 zurückkehrte, um sich mit Claudio Monteverdi auszutauschen.

Das neue Programm des Sidonia-Ensembles aus Bonn unter der Leitung von Kerry Jago kombiniert die geistlichen Motetten, die Schütz größtenteils für seine Dresdner Hofkapelle schrieb, mit Werken der Komponisten, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts an San Marco wirkten und ihm als Quelle dienten. Im Wechselspiel zu diesen Werken werden liturgische Gesänge aus der ehemaligen Deutschordens-Kommende Siersdorf zu Gehör gebracht, die in einem Chorbuch aus der Zeit um 1800 dokumentiert sind.

Sidonia-Ensemble:
Peyee Chen, Dorothea Jakob – Sopran
Kerry Jago – Alt
Johannes Mayer, Tobias Mäthger – Tenor
Joao Luis Veloso Paixao – Bass
Julian Hollung – Orgel 

www.sidonia-ensemble.de 

Der Eintritt zu den Konzerten ist frei. Es wird um eine Spende gebeten.